Die Handwerkskonjunktur verliert weiter an Schwung: Das vierte Quartal in Folge sind die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in den ersten drei Monaten 2013 zurückgegangen. Vor allem das Bauhaupt- und das Kfz-Gewerbe sind davon betroffen. Und die Prognosen sind wenig optimistisch.

Die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk sind im ersten Quartal 2013 um 6,5 Prozent und damit zum vierten Mal im Folge gesunken. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Alle sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks waren davon betroffen. Zugleich gab es im Handwerk 0,7 Prozent weniger Beschäftige als im Vorjahresquartal. Laut Statistischem Bundesamt ist diese Entwicklung teilweise darauf zurückzuführen, dass es im ersten Quartal 2013 drei Arbeitstage weniger gab als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Bauhauptgewerbe verhalten optimistisch
Vor allem im Bauhaupt- und Kfz-Gewerbe sind Umsatzrückgänge jedoch deutlich. Gegenüber dem ersten Quartal 2012 sanken sie um jeweils 9,2 Prozent und im Bauhauptgewerbe ging auch die Beschäftigtenzahl um 2,1 Prozent zurück. Sowohl das Statistische Bundesamt als auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) machen dafür vor allem den langen Winter verantwortlich.
Und was das kommende Quartal und das Gesamtergebnis in diesem Jahr angeht, ist der Verband auch nur verhalten optimistisch: "Nachdem der Winter weg war, kam die Flut", sagt Ilona Klein vom ZDB. Zwar sei der Bau nicht flächendeckend davon betroffen, aber vielerorts waren Baustellen und Betriebe überflutet. Möglicherweise wird es wegen der Flutschäden, die zu beheben sind, aber auch eine regionale Sonderkonjunktur geben. Daher sei es momentan schwierig eine Prognose abzugeben. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir unser Umsatzziel von plus zwei Prozent noch erreichen können. Dafür muss es jetzt aber gut losgehen und der Winter sollte nicht schon im November kommen."
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Auch der Kfz-Verband zeigt sich von den Quartalszahlen wenig überrascht. "Die Situation ist im Moment nicht gut. Allein die rückgehende Zahl an Neuzulassungen unterstreicht dieses Ergebnis", erläutert Ulrich Köster vom Zentralen Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe e.V. die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Auch im Servicebereich gebe es schon Einbußen und in den Kfz-Werkstätten seien Kapazitäten frei. Einzig der Gebrauchtwagenverkauf liegt derzeit laut Köster noch im grünen Bereich.
Nur geringer Rückgang im Lebensmittelhandwerk
Nach einer Umfrage unter den Verbandsmitgliedern ist eine Verbesserung der Lage im dritten Quartal nicht zu erwarten. Davon gehen nur 12,9 Prozent der Kfz-Betriebe aus. Doch nicht nur die beiden Gewerksgruppen müssen im Vergleich zum Vorjahresquartal deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Auch die Handwerke für den gewerblichen Bedarf setzten im ersten Quartal 6,2 Prozent weniger um, das Ausbaugewerbe machte ein Minus von 5,9 Prozent.
Kaum Rückgänge gab es hingegen beim Lebensmittelgewerbe, das 0,4 Prozent weniger umsetzte als in den ersten drei Monaten 2012. Auch bei den Handwerken für den privaten Bedarf (-2,0 Prozent) und den Gesundheitshandwerken (-2,1 Prozent) fiel der Rückgang wesentlich milder aus. sch