DHZ-Konjunkturumfrage Handwerk: Blitzstart ins Jahr 2014

Der erste Pegelstand im neuen Jahr beweist: Mit der Konjunktur im Handwerk geht es aufwärts, der Aufschwung gewinnt an Breite. Verglichen mit dem Vorjahresquartal standen zwischen Januar und Ende März 2014 vor allem am Bau alle Indikatoren im Plus. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat die Einschätzungen von rund 9.000 Betrieben ausgewertet.

Marco Wenz und Lothar Semper

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    Gute Stimmung auf dem Bau: Die Handwerkskonjunktur ist im Aufwärtstrend.
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Dank des milden Winters wurde die Auslastung zwischen Dezember und März nur moderat zurückgefahren. Mit durchschnittlich 75 Prozent übertraf sie das Ergebnis aus dem ersten Quartal 2013 um vier Punkte. Dementsprechend verbesserte sich die Geschäftslage. Der Indikator für die aktuelle Stimmung legte binnen Jahresfrist ebenfalls beträchtlich um sieben Punkte zu.

Der überaus kräftige Zuwachs ist aber nur teilweise dem Wetter geschuldet. Hinzu kommt ein konjunkturbedingter Schub. Zum einen ist das Konsumklima derzeit außergewöhnlich freundlich. Aus Sicht der Verbraucher sind die Folgen der Finanzkrise überwunden, die Konjunktur zieht an und mit ihr, so rechnet man, die Einkommen.



Wohnen wird neu definiert

Dabei richtet sich die Kauflust der Verbraucher auf Immobilien, Autos und Smartphones; außerdem stehen Reisen und Wellness-Angebote hoch in der Gunst. Zum einen steckt dahinter eine wohl auf Dauer großzügige Liquiditätsversorgung. Zum anderen finden Umbrüche statt, an deren Vollzug das Handwerk beteiligt ist. Neben der Energiewende sind dies die Veränderung der Lebensstile und die alternde Gesellschaft: Wohnen wird von vielen Menschen neu definiert, man denke nur an den rasant wachsenden Bedarf an seniorengerechten Wohnungen. Geeignete Objekte müssen aber erst noch hergestellt oder umgebaut werden.

Relativ viele Handwerker schildern die Umsatzentwicklung positiv. 16 Prozent setzten im Eröffnungsquartal mehr um als im Vorquartal, 49 Prozent registrierten gleich bleibende Einnahmen. Verglichen mit der Einschätzung im Winter 2013 (11/44), der von hartnäckigem Frost gekennzeichnet war, ist das ein erkennbarer Fortschritt. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass auch die nominalen Umsätze im Berichtszeitraum einen beträchtlichen Sprung nach vorne gemacht haben. Wegen der exorbitanten Zuwächse am Bau lässt er sich derzeit nicht enger eingrenzen.

Saisonbedingte Bremsspuren

Obwohl dieser Winter gnädig war, zeichnen die Antworten auf die Frage nach der Personalentwicklung das saisonübliche Muster nach. 15 Prozent der Teilnehmer bauten Beschäftigung ab, neun Prozent vergrößerten die Belegschaft. Der Saldo (minus sechs Prozentpunkte) war aber weniger negativ als zu Beginn 2013 (minus acht).

Der Auftragseingang zeigt leichte saisonbedingte Bremsspuren. 20 Prozent der Betriebe bekamen mehr Aufträge herein, zudem war die Bestelltätigkeit bei 53 Prozent konstant. Die Auftragsreserven legten trotz hoher Auslastung zu und erreichten Ende März 1,7 Monate. Zuletzt waren die Bestände nur im Jahr 1995 größer.

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