Ein Heizungsmeister und ein Friseur – ein unschlagbares Team für die Männergesundheit. Michael Schwarzkugler und Giuseppe Carlucci haben mit einer kreativen Movember-Aktion 3.418 Euro gesammelt. Dank Social-Media landeten die beiden sogar auf Platz 10 im deutschlandweiten Movember-Ranking. Ihre Botschaft: Männer, redet über eure Gesundheit!

Es klingt wie der Beginn eines Witzes: Was haben der Inhaber einer Heizungs- und Sanitärfirma und ein Friseurmeister gemeinsam? Doch Michael Schwarzkugler und Giuseppe Carlucci beweisen, dass diese Kombination alles andere als lustig, sondern vor allem wirkungsvoll sein kann. Denn im November 2024 stellten die beiden ein beeindruckendes Projekt auf die Beine, um Aufmerksamkeit für die Männergesundheit zu schaffen.
Die beiden kennen sich schon eine ganze Weile – genauer gesagt, seit Schwarzkugler aus Moosburg bei Carlucci in Erding im Friseurstuhl Platz nahm. Die Chemie stimmte sofort, schnell entwickelte sich eine Freundschaft. "Wir haben festgestellt, dass uns nicht nur unsere Berufe verbinden, sondern auch ein Thema, das uns persönlich sehr am Herzen liegt: Männergesundheit", erzählt Carlucci. Beide haben enge Freunde oder Familienmitglieder durch Prostatakrebs verloren. Und beide waren überzeugt, dass diese Tragödien vermeidbar gewesen wären, wenn frühzeitig darüber gesprochen worden wäre.
Movember: Ein Bart wird zur Botschaft
Movember – das steht für den "Movember"–Bart, der im November zum Symbol für die Männergesundheit wird. Der Name setzt sich aus "Moustache" (Schnurrbart) und "November" zusammen. Weltweit lassen sich Männer Schnurrbärte wachsen, um auf Themen wie Prostatakrebs, Hodenkrebs und psychische Gesundheit aufmerksam zu machen. Die Bewegung begann 2003 in Australien und hat sich seither weltweit verbreitet. Die Movember-Stiftung hat eine offizielle Webseite (www.movember.com), auf der sich Teilnehmer anmelden können. Über diese Plattform können sie Spenden sammeln, ihre Fortschritte teilen und mit anderen Teilnehmern weltweit in Kontakt treten. Und genauso haben es auch Schwarzkugler und Carlucci gemacht und sind mit ihrer Aktion in die Diskussion mit eingestiegen.
"Uns fiel auf, dass Männer oft sehr zurückhaltend sind, wenn es um ihre Gesundheit geht", erklärt Schwarzkugler. "Obwohl man Handwerker und Friseure in der Regel nicht als Therapeuten versteht, so kommen Männer gerade in diesen Momenten ins Gespräch – ob beim Friseur, wenn sie sich entspannen, oder bei uns Handwerkern, wenn wir mehrere Stunden bei ihnen arbeiten."
Über ihre Social-Media-Kanäle starteten sie eine Kampagne, um für den Movember und einen besonderen Aktionstag am 24. November zu werben.
Ein Aktionstag mit großer Wirkung
Am verkaufsoffenen Sonntag öffnete Giuseppe Carlucci seinen Salon für alle Männer, die sich unter anderem auch von ihrem Movember-Bart trennen wollten. "Das Rasieren haben wir kostenlos angeboten, aber die Idee war, dass die Männer stattdessen für die Movember-Bewegung spenden", erklärt Giuseppe Carlucci. Auch Schwarzkugler war vor Ort und hat sich werbewirksam seinen Gesichts-Schmuck abrasieren lassen. Männer aus der ganzen Region kamen in den Salon, um ein Zeichen zu setzen – und ließen dabei großzügige Spenden da. "Die Atmosphäre war toll", berichtet Schwarzkugler. Carlucci fasst zusammen: "Wir haben an dem Tag 30 Bärte rasiert, später sind Freunde und andere Inhaber von umliegenden Geschäften gekommen. Wir haben gemütlich Bierchen getrunken und uns über die Aktion unterhalten." Am Ende des Tages standen 1.200 Euro auf der Spendenliste – eine Summe, die die beiden Freunde stolz macht. Damit konnten sie für den kompletten November eine Gesamtsumme von 3.418 Euro sammeln. Mit diesem Ergebnis landeten sie im deutschlandweiten Ranking der Movember-Bewegung auf Platz 10.
Das Schweigen brechen
Der Aktionstag hatte jedoch nicht nur einen finanziellen Aspekt. Für die beiden Initiatoren ging es vor allem darum, das Tabuthema Männergesundheit ins Gespräch zu bringen. Beide betonen, wie wichtig es ist, regelmäßig zum Arzt zu gehen und auf Warnzeichen zu achten. Die deutsche Krebsgesellschaft weist darauf hin: Vorsorgeuntersuchungen sind ein entscheidender Hebel, um zum Beispiel Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen, da die Heilungschancen in frühen Stadien besonders gut sind. Bei rechtzeitiger Diagnose kann Prostatakrebs oft erfolgreich behandelt werden, und die Prognosen sind in vielen Fällen positiv. Männer ab 45 Jahren haben einmal im Jahr die Möglichkeit, die Leistungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms kostenlos in Anspruch zu nehmen.
"Die meisten Männer reden nicht über ihre Probleme, bis es zu spät ist", betonen Schwarzkugler und Carlucci. "Aber ein Gespräch kann Leben retten. Und manchmal braucht es nur einen lockeren Rahmen, wie einen Friseurbesuch oder eine Baustelle, um dieses Gespräch zu beginnen."