Vertreter des Handwerks haben abermals vor der EU-Dienstleistungsrichtlinie gewarnt. Ohne Not hacke Brüssel auf bewährten Strukturen herum.

Vertreter des deutschen Handwerks haben die EU-Kommission für ihr Dienstleistungspaket kritisiert. < strong> Jüngste Vorschläge aus Brüssel hätten zum Ziel, dass jeder auch ohne nennenswerte Qualifikation überall selbstständig in der EU arbeiten dürfe, warnten Repräsentanten des Handwerks auf einer Pressekonferenz vor der Internationalen Handwerksmesse (IHM). Das wird als < strong> Angriff auf den deutschen Meisterbrief und die duale Ausbildung gewertet. Die EU-Kommission dagegen sieht in ihren Vorschlägen einen Beitrag zur Deregulierung des Arbeitsmarktes.
Brüssel hacke auf bewährten Strukturen herum, kritisierte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Mitgliedsländer der EU seien gut beraten, sich auf ihre jeweiligen Stärken zu besinnen: statt Gleichmacherei zu betreiben.
Schwannecke fürchtet, dass das < strong> Dienstleistungspaket die europäischen Länder "nach unten nivelliert". Das sei nicht nur ein Problem des Handwerks. "Es geht um alle Berufe und Bereiche, die eine Qualifikation haben." Deutschland dürfe die EU auf diesem Gebiet nicht gewähren lassen. Beim Zusammentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der IHM will das Handwerk für den Meisterbrief, die duale Ausbildung und funktionierende Handwerksorganisationen werben.
Klarheit in Flüchtlingspolitik
Der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Franz Xaver Peteranderl, betonte auf der IHM-Vorabpressekonferenz, welche Verdienste sich das < strong> Handwerk bei der Integration von Flüchtlingen in den vergangenen Monaten erworben habe. Allerdings erschwere überbordende < strong> Bürokratie weitere Fortschritte. Peteranderl mahnte die Ausländerbehörden zu mehr Berechenbarkeit. Er forderte das Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF) zu einer zügigen Bearbeitung von Anträgen auf.
Eine klare Linie sei unabdingbar für die Betriebe, um Flüchtlinge zu beschäftigen. Die Unternehmen müssten sich beispielsweise darauf verlassen können, dass ein erteilter < strong> Bleibestatus für die drei Jahre bis zum Abschluss der Lehre Bestand habe. Dazu gehörten zwingend auch die sich daran anschließenden zwei Jahre, die dem Sammeln von Berufserfahrung dienten. Nur dadurch rechne sich eine Ausbildung auch für den Betrieb. ZDH-Generalsekretär Schwannecke kritisierte widersprüchliche Entscheidungen der Ausländerbehörden: "Es läuft nicht alles ideal." < strong> Für die Betriebe sei Rechtssicherheit essenziell.
Digitale Teilhabe
Auf der IHM will das deutsche Handwerk auch < strong> Forderungen zur Bundestagswahl vorlegen. Ein wichtiges Thema sind die Eigentumsrechte von Daten. Das Handwerk müsse einen gleichberechtigten Zugang zur vernetzten Welt erhalten, forderte Schwannecke. Dahinter steckt die Befürchtung, dass einige wenige Unternehmen - etwa Autohersteller oder Maschinenbauer - die Hoheit über Daten behalten und die Handwerker vom Daten strom abgeschnitten werden. Viele Experten gehen davon aus, dass sich aus dem Zugang zur Daten die Geschäftsmodelle der Zukunft ableiten lassen. < strong> str