GNTM-Teilnehmerin Alexandra Handwerk und Laufsteg: "Es gibt durchaus Parallelen"

Dass das Handwerk und das Model-Business durchaus gut zusammenpassen, beweist Alexandra aus Thüringen. Die 21-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Dachdeckerin und gehörte zu den Top-20-Kandidaten der aktuellen Staffel von "Germany’s Next Topmodel". Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen vor der Kamera und auf dem Dach.

Alexandra bei der Arbeit auf dem Dach
Alexandra absolviert eine Ausbildung zur Dachdeckerin. Aktuell ist sie im ersten Lehrjahr. - © privat

Alexandra, Sie waren Teil der aktuellen Staffel der TV-Sendung "Germany’s Next Topmodel". Welche Erfahrungen haben Sie bisher gesammelt?

Alexandra: Es gibt viele positive, aber auch einige negative Erfahrungen. Diese Reise war eine Achterbahnfahrt der Gefühle durch und durch. Das macht sie so wertvoll für meinen Erfahrungsschatz und meine persönliche Entwicklung. Ich kann und werde sehr viel aus dieser einzigartigen Zeit lernen.

Sie absolvieren eine Ausbildung zur Dachdeckerin und fahren gerne Motorrad. Ihr Beruf und Ihr Hobby sorgen für Aufmerksamkeit. Ist das ein Vorteil?

Ich kann mir vorstellen, dass mir mein Beruf und mein Hobby im Bewerbungs- und Casting-Prozess positiv in die Karten gespielt haben. Danach, im Wettbewerb, haben sie keine Rolle mehr gespielt.

Aber die Ausbildung bringt doch bestimmt Vorteile für die Sendung, beispielsweise bei Fotoshootings in schwindelerregender Höhe?

Ich habe sicherlich keine Höhenangst, aber dafür andere Schwächen. Und genau wie ich haben alle anderen auch ihre Ängste und Vorlieben. Somit sind wir meiner Meinung nach alle gleichauf.

Warum haben Sie sich für den Beruf der Dachdeckerin entschieden?

Ich wollte in meinem Alltag weg von dieser medialen, reizüberflutenden Welt und etwas tun, wo ich körperliche Bewegung und frische Luft habe. Die Aussicht über die Dächer der Stadt liebe ich, seit ich denken kann, und auch Klettern bereitet mir seit Längerem immer viel Spaß. Außerdem hatte ich vorerst keine Lust auf Studieren und war mir sicher, eine Ausbildung wäre jetzt das Richtige für mich. Eins und eins zusammengezählt, lag die Ausbildung zur Dachdeckerin ziemlich auf der Hand.

Welche Aufgaben machen Ihnen besonders viel Spaß?

Tatsächlich habe ich nach der kurzen Zeit schon das Schiefern ins Herz geschlossen. Ich stelle mich dabei gar nicht schlecht an, was mir ein gutes Gefühl gibt. Generell macht mir aber auch die Arbeit mit Klettergurten und Seilen sehr Spaß.

Möchten Sie mit dem klassischen Rollenbild im Handwerk brechen – und wenn ja, wie schaffen Sie das?

Um ehrlich zu sein, halte ich es nicht für nötig, mit dem klassischen Rollenbild zu brechen. Handwerksfrauen werden oft als burschikos bezeichnet. Dazu kann ich sagen: Erstens wäre nichts verkehrt daran. Und zweitens sieht die Realität anders aus. Ich bin in meiner bisher doch recht kurzen Ausbildung bereits so vielen verschiedenen Frauentypen begegnet. Spätestens da wurde mir klar, dass das klassische Rollenbild nur in den Köpfen existiert, aber nicht den Tatsachen entspricht.

Welche Parallelen sehen Sie zwischen dem Handwerk und dem Model-Business?

Wichtige Eigenschaften, die definitiv in beiden Welten gefragt sind, sind Anpassungsfähigkeit, Kreativität, Teamgeist, kundenorientierte Arbeitsweise und lösungsorientiertes Denken und Spontaneität. Die größte Parallele sehe ich aber, wenn es unbequem wird. In beiden Berufen muss man regelmäßig Eitelkeit und persönliche Befindlichkeiten hintenanstellen, um den Job gut zu erfüllen.

Wie meinen Sie das?

Beim Handwerk hat man es täglich mit Wehwehchen an den Händen oder dem Rest des Körpers zu tun. Das gehört dazu, das sind die Spuren der Arbeit. Beim Modeln, so glamourös das Bild auch sein mag, geht es nicht viel schmerzfreier zu. Blasen an den Füßen, Druckstellen oder gar Wunden von der Kleidung, anstrengende und unbequeme Posen oder, wie in der Sendung zu sehen, ein Shooting am Strand mit kaltem Wasser in den Ohren und Salz in den Augen und der Nase: All das muss in dem Moment überwunden werden. Da ist Durchhaltevermögen und Willensstärke gefragt, genau wie auf dem Bau.