Konjunkturumfrage im Handwerk Umsätze haben Talsohle durchschritten

Das deutsche Handwerk ist bereit für den nächsten Konjunkturaufschwung. Die Betriebe haben gut zu tun, und daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Das belegen die neuesten Umfragen der Handwerkskammern, die die Deutsche Handwerks Zeitung zusammengefasst hat.

Marco Wenz und Lothar Semper

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    Die Bundesbürger stecken ihr Geld in Immobilien. Davon profitieren Baufirmen und Innenausstatter.
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Mit einer durchschnittlichen Nutzung der Kapazitäten von 80 Prozent schnitt das Handwerk im dritten Quartal 2013 genauso gut ab wie im Rekordsommer 2011. Zuvor war die Auslastung im Jahr 1992 derart hoch gewesen.

Im Einklang dazu schilderten die Handwerksfirmen ihre aktuelle Geschäftslage mit großem Optimismus. Gemäß den Antworten von rund 9.500 Betrieben gewann der Index im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 zwei Punkte hinzu und schloss bei 88 Zählern. Vor einem Jahr hatten ebenfalls 88 Prozent der Befragten ihre Situation mit gut oder befriedigend beurteilt.

Weil Sparen extrem unattraktiv ist, stecken die Bundesbürger ihr Geld in Sachwerte, vorwiegend in Immobilien. Davon profitieren Baufirmen, Innenausstatter oder das auf energetische Sanierungen spezialisierte Handwerk.

Positive Umsatzentwicklung

Rechnet man Bauhaupt- und Ausbaugewerbe aus der Geschäftslage heraus, erreicht der Index lediglich 82 Punkte. Damit ist die Tendenz für die nicht am Bau hängenden Gewerke seitwärtsgerichtet. Auch vor Jahresfrist hatten in diesem Bereich 82 Prozent von einer positiven Geschäftsentwicklung berichtet.

Der Bau prägt nicht nur die Stimmung, er ist auch für die insgesamt positive Einschätzung der Umsatzentwicklung verantwortlich. So lag der Saldo aus Zuwächsen und Einbußen mit plus fünf höher als im dritten Quartal 2012 (±0). Deswegen und in Anbetracht der hohen Auslastung schätzt die Deutsche Handwerks Zeitung, dass die nominalen Umsätze erstmals seit dem Winter des vergangenen Jahres wieder an ihr Vorjahresniveau heranreichten oder es womöglich sogar übertrafen. Einer noch deutlicheren Besserung stand die Investitionszurückhaltung der deutschen Industriekundschaft entgegen.

Viele Handwerksunternehmen sehen sich mit personellen Engpässen konfrontiert und wollen Fachkräfte an sich binden. Aus diesem Grund bewegte sich der Indikator zur Messung der Beschäftigungsentwicklung im grünen Bereich. Während die große Masse der Teilnehmer (75 Prozent) am Bestand festhielt, stockten 16 Prozent auf; neun Prozent meldeten ein Minus. Gemessen am Vorjahreszeitraum dürfte die Zahl der tätigen Personen nahezu stagniert haben.

Beim Auftragseingang ebbten die Nachholeffekte ab. Dennoch lag die aktuelle Bewertung knapp über dem Niveau des Vorjahres. Während im Sommer 2012 nur 19 Prozent der Betriebe mehr Aufträge hereinbekamen, waren es jetzt 22 Prozent. Indes waren aber auch 20 Prozent enttäuscht von der Bestelltätigkeit; der dazu passende Vergleichswert aus dem dritten Quartal 2012 beträgt 22 Prozent. Die Auftragsreserven schrumpften im Laufe des Sommers geringfügig und erreichten Ende September 1,7 Monate.

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