Konjunkturumfrage des ZDH Handwerk rechnet mit Rekordjahr

Die Zahlen im Handwerk sind gut. "Das bisherige Umsatzwachstum verspricht ein Rekordjahr", sagte der Generalsekretär des ZDH, Holger Schwannecke mit Blick auf die jüngste Konjunkturumfrage des Verbandes.

Karin Birk

Das Handwerk bleibt weiterhin auf Wachstumskurs und verzeichnet ein Umsatzplus, das über den bisherigen Erwartungen liegt. - © Fotolia

Trotz der spürbaren Verunsicherung im Zuge der Staatschuldenkrise bleibt das Handwerk 2011 auf Wachstumskurs. Ingesamt sind nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) 90 Prozent der bei der jüngsten Konjunkturumfrage befragten Betriebe mit ihrer Geschäftslage mindestens zufrieden, 46 Prozent haben demnach die Lage sogar als gut bezeichnet. Im Vorjahreszeitraum waren es 86 beziehungsweise 39 Prozent.

Höheres Umsatzplus als erwartet

Angesichts der anhaltend guten Auftragsentwicklung und der weiter gestiegenen Betriebsauslastung rechnet Schwannecke für 2011 mit einem Umsatzplus von nominal fünf Prozent. Im Frühjahr ging der Verband noch einem Plus von drei Prozent aus. Unter dem Vorbehalt, dass sich die Staatschuldenkrise nicht auf die reale Wirtschaft ausdehne, sei auch 2012 noch ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent zu erwarten, sagte er weiter. 

Als Grund für die gute Handwerkskonjunktur nannte der ZDH-Generalsekretär vor allem die gute Binnennachfrage: Angesichts geringer Zinsen sowie großer Unsicherheiten aufgrund der Entwicklung in der Euro-Zone investierten immer mehr Menschen in nachhaltige Anlagegüter wie Immobilen. Außerdem werde die Binnennachfrage durch die gute Beschäftigungslage und steigende Löhne gestärkt. Direkt und indirekt nutze dem Handwerk auch die erhöhte Auslandsnachfrage. Insbesondere das Bau- und Ausbauhandwerk sowie die Gewerke des gewerblichen Bedarfs profitierten von der erhöhten Nachfrage.

Lebensmittelhandwerk leidet unter hohen Rohstoffkosten

Belastend wirkten sich allerdings gestiegene Energie- und Rohstoffkosten aus. Dies gelte insbesondere für das Lebensmittelhandwerk. Weniger zufrieden stellend sei auch die Lage in einigen Gesundheitshandwerken. Augenoptiker und Zahntechniker beurteilten ihre Lage sogar schlechter als im Vorjahr, hieß es. Wie Schwannecke weiter sagte, drückten die erhöhten Kosten bei Rohstoffen und Energie auf die Rendite, so dass die Ertragslage bei vielen Handwerksbetrieben besser sein könnte.

Angesichts der starken Abhängigkeit des Handwerks von einer guten Binnenkonjunktur appellierte Schwannecke an die Politik, für Verlässlichkeit zu sorgen. Zuversichtlich zeigte er sich, dass es in der Diskussion um die steuerliche Förderung bei der energetischen Gebäudesanierung doch noch zu einer Einigung zwischen Bund und Ländern kommt. "Ich bin optimistisch, dass man sich verständigt", sagte er.

Schon am kommenden Dienstag bei der nächsten Sitzung des Vermittlungsausschusses böte sich eine Chance. Auch die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zur Steuerentlastung und zum Einbau eines kapitalgedeckten Elementes in die Pflegeversicherung müssten zügig umgesetzt werden, forderte er. Mit Blick auf die aktuelle Mindestlohn-Debatte sagte der ZDH-Generalsekretär: "Wir sehen es mit Gelassenheit." Das Handwerk lebe schon jetzt in vielen Branchen mit Lohnuntergrenzen und Mindestlöhnen.