Abgesehen von den aktuellen Koalitionsverhandlungen blickt das Handwerk optimistisch in die Zukunft: Die Binnennachfrage zieht an, die Auftragsbücher sind gefüllt.
Karin Birk

Nach einer Flaute im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Handwerk mit einem deutlichen Aufschwung im kommenden Jahr. "Wir erwarten 2014 ein Plus von zwei Prozent bei den Umsätzen und einen Beschäftigungsaufbau von 25.000 Mitarbeitern", sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke angesichts einer Umfrage im Handwerk und einem Anziehen der Binnenkonjunktur, wie dies auch der Sachverständigenrat erwartet. Der Umsatz des Handwerks würde den Prognosen zufolge damit in diesem Jahr bei rund 505 Milliarden Euro und im nächsten Jahr bei circa 515 Milliarden Euro liegen.
Warnung vor Kostensteigerung bei Rente
Gebremst werden könnte die konjunkturelle Erholung im Handwerk allerdings durch eine beschäftigungsfeindliche Politik. Die Maßnahmen, die Union und SPD in den Koalitionsgesprächen etwa beim Thema Mindestlohn oder bei der Rente diskutieren, sind Schwannecke ein Dorn im Auge. Der Generalsekretär warnt eindringlich vor "deutlichen Kostensteigerungen", die gerade für das personalintensive Handwerk "nicht akzeptabel" seien. Ähnlich wie der Sachverständigenrat befürchtet auch er insbesondere bei der Rente eine "gewaltige Hypothek" für künftige Beitragszahler, sollten die geplanten "Wahlgeschenke" realisiert werden.
Schwarze Null bleibt fraglich
Mit Blick auf das laufende Jahr rechnet das Handwerk mit einem Endspurt. "Ob die Verluste des ersten Halbjahres aufgefangen und bei den Umsätzen eine Schwarze Null erreichte werden kann, bleibt jedoch fraglich", sagte Schwannecke angesichts der jüngsten Umfrage unter rund 22.700 Handwerksbetrieben. Zwar arbeite das Bauhauptgewerbe – getrieben von der privaten Nachfrage – auf Hochtouren, aber es sei gerade im ersten Halbjahr durch Frost, Schnee, Dauerregen und Überschwemmungen stark behindert worden.
Wie die Umfrage weiter deutlich machte, hat auch beim Ausbauhandwerk und im Kfz-Handwerk die Nachfrage angezogen. Verhaltener geht es dagegen noch im Zulieferhandwerk zu. Als zunehmend problematisch beschreibt Schwannecke für viele Betriebe die Suche nach Fachkräften.