Energiewende Habeck sieht Wärmepumpenhochlauf auf Kurs

"Wir sind nicht nur auf Kurs, wir haben Geschwindigkeit aufgenommen", sagte Bundeswirtschaftsminister Habeck zum Einbau von Wärmepumpen. Das Ziel: sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland bis 2030. Ein Aufbauprogramm soll helfen.

Für Besitzer von neu installierten Wärmepumpen könnte e eine Sonderregelung bei der geplanten Strompreisbremse an. - © nikomsolftwaer - stock.adobe.com

Deutschland kommt beim Einbau von Wärmepumpen voran. "Wir sind nicht nur auf Kurs, wir haben Geschwindigkeit aufgenommen", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Rande des zweiten Wärmepumpengipfels mit Branchenvertretern in Berlin. In Deutschland seien heute rund 1,4 Millionen Wärmepumpen eingebaut. Bis 2030 sollen es sechs Millionen sein, sagte Habeck. Die Industrie zeigte sich zuversichtlich und baut die Produktionskapazitäten aus.

Dieses Jahr Einbau von rund 230.000 Wärmepumpen erwartet

Wie Habeck weiter sagte, hat sich der Hochlauf der Wärmepumpen in den vergangenen Monaten beschleunigt. Insgesamt werden den Prognosen zufolge 2022 bis zu 230.000 neue Wärmepumpen installiert. Im Vorjahr waren es 154.000, wie Habeck betonte. 2024 wolle man die Marke von 500.000 erreichen. Die Zusage der Hersteller hat er. "Wir wollen das Ziel 500.000 Wärmepumpen 2024 machbar machen", sagte Jan Brockmann, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).

Hersteller investieren Milliarden in Wärmepumpenproduktion

Die großen Hersteller haben nach den Worten Brockmanns, der auch Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch Thermotechnik GmbH ist, zusammen Investitionen in Höhe von rund drei bis vier Milliarden Euro in Europa angekündigt. Brockmann wies außerdem darauf hin, dass die Industrie weiter an hybriden Lösungen arbeite. Dabei werden beispielsweise bestehende Heizungen mit einer Wärmepumpe ergänzt.

Fortbildung von Fachkräften soll gefördert werden

Im kommenden Jahr sollen nach Vorstellung der Branche rund 350.000 neue Wärmepumpen eingebaut werden. "Die Wärmepumpe wird die Gasheizung als Standardheizung absetzen", sagte Martin Sabel, Geschäftsführer des Verbandes Wärmepumpe. Damit das gelingt, braucht es auch die entsprechenden Fachkräfte. "Alle diese Wärmepumpen müssen verbaut werden", sagte Habeck mit Blick auf den Fachkräftemangel im Handwerk. Um diese Herausforderung zu erleichtern, will das Ministerium mit dem "Aufbauprogramm Wärmepumpe" ab 2023 die Teilnahme von ausgebildeten Fachkräften im Handwerk und von Energieberatern an Fortbildungen zum Thema Wärmepumpe fördern.

Strompreisbremse: Sonderregel für Wärmepumpe angekündigt 

Darüber hinaus kündigte Habeck an, bei der geplanten Strompreisbremse eine Sonderregelung für Besitzer von neu installierten Wärmepumpen zu berücksichtigen. Wie Habeck sagte, dürften diejenigen, die jetzt fossile Energie durch einen Einbau einer Wärmepumpe einsparten, nicht bestraft werden.