"80 Millionen für den Energiewechsel" Habeck ruft zum Energiesparen auf

Mit einer umfassenden Kampagne zur Effizienzsteigerung will Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck Deutschland unabhängiger werden. Zahlreiche Verbände unterstützen die Initiative – auch das Handwerk.

Kosten, Umwelt, Ukraine-Krieg: Derzeit sprechen viele Gründe dafür, den eigenen Energiebedarf zu reduzieren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht an vielen Stellen Potenzial. - © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Mit einem breiten Bündnis von Verbänden ruft Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) zum Energiesparen auf.  "Wer Energie spart, hilft, dass Deutschland unabhängiger von russischen Importen wird und tut was fürs Klima", betonte der Grünen-Politiker zum Start der Kampagne "80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel". Er freue sich, dass Verbände aus allen Bereichen beim Bündnis dabei seien, sagte er nach einem Gespräch mit Sozialpartnern, Wirtschaft-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden sowie den kommunalen Spitzenverbänden.

Das Handwerk unterstützt die Kampagne

Das Handwerk unterstütze diese Kampagne sehr, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Die Branche könne sich beim Thema Energieeffizienz zum einen bei den Kunden vor Ort einbringen, etwa durch das Anbringen von Solarpanelen oder den Austausch von Fenstern und Heizungen. Zum anderen könnten sich aber auch die Betriebe selbst energieeffizienter aufstellen. Darüber hinaus sei dies alles ein großes Betätigungsfeld. "Auch aus diesem Grund stehen wir voll hinter dieser Kampagne" betonte er. Wollseifer machte deutlich, dass es dafür auch genügend Material und genügend Fachkräfte geben müsse. 

DGB: Beschäftige kennen mögliche Einsparpotenziale

Unterstützung findet die Kampagne auch beim Deutschen Gewerkschaftsbund. "Wir als Gewerkschaften sind bei der Kampagne dabei", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Energieeffizienz sei ein zwingender Teil der sozial-ökologischen Transformation. Sie sei wichtig für die Erreichung der Klimaziele und mache Deutschland unabhängig von fossilen Importen, zudem reduziere sie die Kostenbelastung für Haushalte und Betriebe. Es seien besonders die Beschäftigten der Betriebe, die genau wüssten, wo Energie eingespart werden könne, fügte er hinzu.

Habeck: Hohe Preise für fossile belasten schon jetzt viele

Wie Habeck weiter sagte, belasten die enorm hohen Preise für fossile Energie schon jetzt viele Verbraucher und Unternehmen. Viele schauten, wo sie Energie sparen könnten. Das Bündnis wolle die Aufmerksamkeit für das Thema nochmals erhöhen und mit Tipps und Hinweisen das Energiesparen in Unternehmen und privaten Haushalten so leicht wie möglich machen. "Regelmäßig das Eisfach abtauen, Duschkopf wechseln oder in Büros die Beleuchtung auf LED umstellen - das senkt den Verbrauch", betonte er. Und wenn viele das machten, bringe dies in der Summe wirklich etwas.

Kampagne möglichst viele Menschen ansprechen

Mit der Kampagne – in Anlehnung an die Bevölkerungszahl Deutschlands mit mehr als 80 Millionen Menschen – will das Bundeswirtschaftsministerium unterschiedliche Bevölkerungsgruppen beim Energiesparen unterstützen. Angesprochen werden sollen sie dabei über Online-Portale im Internet und den sozialen Netzwerken. Darüber hinaus stehe als zentrale Plattform  www.energiewechsel.de mit vielen konkreten Tipps, interaktiven Ratgebern, Erklärfilmen und Praxisbeispielen bereit, heißt es im Ministerium.