Hannover Messe Grüne Technologien als Motor

Die Branchen auf der Hannover Messe sind guter Dinge. Die Elektrotechnik wie auch die Maschinenbauer erwarten dieses Jahr Wachstum. Das Hauptthema der grünen Technologien hat durch Japan eine ungeahnte Aktualität.

Zwei Besucherinnen auf der Hannover Messe vor einem Modell, das die Produktion und die Verteilung von Strom zeigt. Foto: dapd

Grüne Technologien als Motor

Die deutsche Elektrotechnik blickt optimistisch in die Zukunft und sieht vor allem im Aufbau eines flexiblen Stromnetzes gewaltige Wachstumschancen. Das geht aus der Umfrage des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) unter 1.300 Mitgliedsunternehmen hervor, die auf der Hannover-Messe vorgestellt wurde. „Deutschland steht in vielen Bereichen im internationalen Vergleich auf Spitzenplätzen“, sagte VDE-Vizechef Joachim Schneider. Wenn es gelinge, den Nachwuchsmangel zu verhindern, habe die Elektroindustrie hierzulande gute Chancen, ihre führende Rolle trotz der wachsenden Konkurrenz zu verteidigen. Drei von vier Firmen rechnen der Umfrage zufolge mit verbesserten Konjunkturaussichten der Elektrobranche für Deutschland.

Zuletzt hatte sich auch das Elektrohandwerk zuversichtlich gezeigt: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) spricht für 2010 von einem guten Geschäftsergebnis seiner Betriebe, der Umsatz der rund 76.000 Betriebe sei um 7,3 Prozent auf über 35 Milliarden Euro gestiegen.

Die Herausforderungen der Zukunft seien „ohne Leistungen der Elektrotechnik nicht zu meistern“, sagte der Vorsitzende der Energietechnischen Gesellschaft des VDE und Mitglied des VDE-Präsidiums, Jochen Kreusel, in Hannover. Die Hoffnung des Verbands liegt dabei ganz besonders auf dem intelligenten Stromnetz der Zukunft, dem sogenannten Smart Grid. Wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien, besonders auch angesichts der aktuellen Atomkraftdebatte, biete Deutschland auf diesem Feld die weitaus größten Standortchancen. Der VDE geht davon aus, dass sich in der Elektromobilität in den kommenden Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Europa mit Deutschland an der Spitze - und China abzeichnet.

Maschinenbauer beflügelt

Auch die deutschen Maschinenbauer haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr kräftig erhöht. Statt bisher zehn Prozent rechnet die Branche nun mit 14 Prozent Wachstum im Gesamtjahr, wie der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Thomas Lindner, auf der Hannover-Messe sagte. Die Produktion habe im Januar um ein Viertel zugelegt.

Das Produktionsniveau habe sich besser entwickelt, „als wir ohnehin erwartet hätten“, sagte Lindner. Im Februar stieg der Auftragseingang um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Inlandsgeschäft zog um 40 Prozent an, die Auslandsnachfrage um 37 Prozent. Der Maschinenbau will 2011 rund 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen, wie der Verband mitteilte. Damit werden zum Jahresende 933.000 Menschen in der deutschen Paradedisziplin beschäftigt sein, in etwa so viel wie 2007. Den Höchstwert hatte die Branche im Boomjahr 2008 mit 954.000 Jobs erreichet.

In Hannover haben sich zur größten Industriemesse der Welt von Montag bis Freitag rund 6.500 Firmen aus 65 Ländern angekündigt. Maschinen, Motoren, Windräder und andere Industriegüter stehen im Mittelpunkt. Die Hannover Messe steht unter dem Hauptthema Smart Efficiency, also Energieeinsparung und ressourcenschonendes Wirtschaften. Das Thema hat durch die Atomkraftkatastrophe in Fukushima nun eine ungeahnte Aktualität bekommen. „Die größte Energiequelle ist die Energieeffizienz, und genau dafür stehen unsere Technologien", sagt Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Die Hannover Messe setzt sich aus 13 internationalen Leitmessen zusammen und läuft vom 4. bis 8. April 2011. Weitere Informationen unter hannovermesse.de .

dapd/dhz