GmbH-Boom

Gründerwelle in Deutschland

GmbH-Boom

Krisenzeiten sind Gründerzeiten diese These haben aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden bestätigt. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden im Vergleich zu 2008 zehn Prozent mehr Betriebe gegründet. Und deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl lassen auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen. „Die Qualität der Gründungen lässt vermuten, dass sie nicht in erster Linie aus der Not heraus erfolgten“, meint Ulrich Tödtmann, Vorstand der Foratis AG in Bonn. Mit 54.682 Betriebsgründungen gab es 4.943 Gründungen mehr als im gleichen Zeitraum 2008 ein Plus von 9,96 Prozent. Dabei handelt es sich laut Tödtmann um „wirtschaftlich bedeutsamere Betriebe“. Das heißt, sie haben über ihren Gründer hinaus mindestens einen weiteren Mitarbeiter oder sind im Handelsregister oder in der Handwerksrolle eingetragen.

Haftungsfragen im Fokus

Die Zahl der neugegründeten GmbHs stieg um knapp 25 Prozent auf rund 4.600. Dass die Gründungen von Kapitalgesellschaften überdurchschnittlich und stärker als die Gründungen von Einzelgesellschaften zulegten, könnte für einen weiteren Trend sprechen. Unternehmer, die durchstarten wollen oder mit einer Filiale oder Zweigniederlassung ein neues Projekt angehen, setzen sich offensichtlich intensiver mit Haftungsfragen auseinander.

„Statt unternehmerisch sofort loszulegen und zu riskieren, dass im Schadensfall Gläubiger auf das Privatvermögen durchgreifen, wird durch die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft die Haftung auf das Stammkapital begrenzt“, erläutert Björn Achtruth, Geschäftsleiter der Foratis AG, die mit so genannten Vorratsgesellschaften Gründern einen schnellen und haftungssicheren Unternehmensstart ermöglichen will. dhz