Die handwerkliche Tradition des Glockengießens und der Glockenmusik wurde von der Unesco als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Dies nehmen die Kirchen zum Anlass, dem Handwerk ihre Anerkennung und ihren Dank auszusprechen.
"Glockenguss und Glockenmusik" wurden am 26. März 2025 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die kulturbedeutsame Tradition wurde von der Deutschen Unesco-Kommission gewürdigt. Auf ihrer Internetseite schreibt die Kommission: "Glockenläuten, -spielen und -gießen sind lebendige Traditionen, die Handwerk, Musik und kulturelle Bedeutung vereinen, feierliche Anlässe prägen und sich durch neue Ausdrucksformen weiterentwickeln." Das Glockengießen sei ein jahrhundertealtes Handwerk mit spezialisierten Techniken, das von Generation zu Generation weitergegeben werde.
Der Klang der Kirchenglocken entspricht dem, was die Unesco als Immaterielles Kulturerbe geschützt und erhalten wissen will: Er ist ein textloser und damit für Menschen aller Sprachen, Kulturen und Religionen anschlussfähiger Naturton-Klang, erzeugt durch das Artefakt hoch kultureller handwerklicher Tradition.
Kirchen danken dem Handwerk
Laut der Deutschen Bischofskonferenz seien 85 Prozent der Glocken in Deutschland Kirchenglocken. Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), erklärte: "Dass diese wunderbaren ‘Musikinstrumente‘ seit tausend Jahren kunsthandwerklich auf dieselbe traditionelle Art noch immer im Lehmformverfahren aus Bronze hergestellt werden, das ist wirklich eine einzigartige kulturelle Leistung." Sie möchte den Anlass nutzen, um den Glockengießern dafür ein "herzliches Dankeschön" zu sagen.
Stand heute gebe es in Deutschland mehr als 90.000 Kirchenglocken, die im Turm hängen und regelmäßig geläutet werden. 85 Prozent von ihnen seien im Lehmformverfahren, wie es von Friedrich Schiller beschrieben wird, hergestellt worden. tb
