Der Tag eines Handwerkers ist oft körperlich anstrengend. Die richtige Ernährung hilft dabei, den Körper mit genügend Energie zu versorgen und auch langfristig leistungsfähig zu bleiben. Im Gespräch mit der Deutschen Handwerks Zeitung erklärt der Arzt und private Gesundheitsberater Dominik Dotzauer, welche Lebensmittel fit halten und gibt Tipps für den passenden Baustellen-Snack.

Herr Dotzauer, warum ist es gerade für Handwerker wichtig, sich gesund zu ernähren?
Dominik Dotzauer: Der Körper ist für einen Handwerker einer der wertvollsten Ressourcen. Funktioniert er nicht mehr richtig, hat das nicht nur Schmerzen zufolge, sondern auch finanzielle Auswirkungen. Wenn einem Handwerker die Energie fehlt und er sich nicht mehr richtig bewegen kann, kann er schließlich seine Arbeiten nur noch schwer ausführen. Damit kann er seine berufliche Existenz gefährden.
Und die richtige Ernährung kann dazu beitragen, dies zu verhindern? Welche Fehler machen die Menschen Ihrer Meinung nach besonders häufig bei der Ernährung?
Viele Nahrungsmittel, die wir Menschen als lecker oder stark belohnend empfinden und auf die wir im Supermarkt direkt anspringen, sind zucker- und fetthaltig. Zusätzlich sind das oft Nahrungsmittel, in denen nicht genügend Eiweiß und Gemüse drin ist. Nach dem Essen fühlt man sich eher schlapp als energiegeladen. Isst ein Handwerker aber die richtige Kombination aus Eiweiß und Gemüse, hat er über den Tag verteilt mehr Energie, weniger Heißhungerattacken und baut als Nebeneffekt sogar Muskeln auf. Er versorgt seinen Körper mit ausreichend Nährstoffen. Tendenziell ist es übrigens eher so, dass Frauen nicht genügend Eiweiß und Männer nicht genügend Gemüse zu sich nehmen. Im Umkehrschluss bedeutet das, sie benötigen jeweils mehr vom Gegenteil – Männer eher mehr Gemüse, Frauen oft eher mehr Eiweiß.
Ich empfehle Eiweißriegel oder Protein-Cookies. Die kann man auch gut auf die Baustelle mitnehmen.
Wie kann ein Handwerker seine Ernährungsweise nachhaltig ändern und mehr von den richtigen Lebensmitteln zu sich nehmen?
Zunächst sollte der Handwerker schauen, welche Nahrungsmittel langfristig satt machen und ihn mit allem versorgen, was der Körper braucht. Es ist aber genauso wichtig, dass man darunter Lebensmittel findet, die einem auch wirklich schmecken. Meistens gibt es ohnehin schon eine Menge Lebensmittel, die man gerne und häufig isst, und die gut für einen sind, zum Beispiel bestimmte Milchprodukte, Fleisch oder Eier. Wenn ein Lebensmittel nicht nur gesund ist, sondern zusätzlich auch schmeckt, vereinfacht das eine gesunde Ernährungsweise enorm.

Welche Lebensmittel empfehlen Sie?
Viel Eiweiß ist zum Beispiel in verschiedenen Fleischsorten enthalten, aber auch Tofu ist besonders eiweißhaltig. Auf meiner Website habe ich eine Liste eiweißhaltiger Lebensmittel zusammengestellt. Handwerker können sich daraus die Lebensmittel heraussuchen, die ihnen besonders gut schmecken, und sie in ihre Ernährung integrieren.
Wie können auch Handwerkschefs ihre Mitarbeiter dazu motivieren, besser zu essen?
Ich würde zum Beispiel stark von Informationsveranstaltungen abraten. Diejenigen Mitarbeiter, die sich für eine gesunde Ernährung interessieren, informieren sich ohnehin selbst darüber. Der Rest würde dazu gezwungen. Und alles, worauf der Mensch eigentlich keine Lust hat, macht er weniger oder gar nicht. Was aber gut funktioniert ist die Vorbildfunktion des Chefs. Denn wenn den Menschen etwas vorgelebt wird, machen sie es viel eher genauso nach. Im besten Fall verändert der Chef die Umgebung so, dass er gesunde Lebensmittel anbietet, die auch noch kostenlos sind. Das muss nicht der Gemüse- oder Obstkorb sein. Ich empfehle Eiweißriegel oder Protein-Cookies. Die kann man auch gut auf die Baustelle mitnehmen.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Unternehmer regelmäßig einen Koch, ein Restaurant oder einen Imbiss für sein Team kochen lässt und das als zusätzlichen Benefit anbietet. Überträgt der Chef sein Essverhalten in die Firma und bietet dort Gerichte an, die gesund, günstig bzw. umsonst und dann auch noch lecker sind – dann werden sie auch gegessen. Das ist nicht nur eine Investition in die Mitarbeiterbindung. Letztlich investiert ein Handwerksunternehmer damit auch in gesündere und produktivere Mitarbeiter.