Für die junge Generation sind laut einer Umfrage Verdienst und Work-Life-Balance wichtig. Punkten können die Betriebe aber auch sonst.

Gute Verdienstmöglichkeiten stehen für junge Leute heute ganz oben bei ihrer Berufswahl. Dies ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschlands. Für weniger finanzstarke Ausbildungsbetriebe ist es daher umso wichtiger zu wissen, wie man die sogenannte Generation Z sonst noch packen kann. Dafür brauche es viele "kreative Ideen", sagte der für den Mittelstand zuständige parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretär Michael Kellner (Grüne) anlässlich der Preisverleihung des Ausbildung-Ass 2023, mit dem die Wirtschaftsjunioren Deutschland gemeinsam mit Partnern innovative Ausbildungskonzepte auszeichnen.
Wichtig für den Nachwuchs: Abwechslung bei der Arbeit
Nach der Umfrage unter 1.012 jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zeigt sich ganz deutlich, dass bei 81 Prozent der Befragten gute Verdienstmöglichkeiten bei der Berufswahl ganz oben stehen. Kurz danach kommt eine gute Work-Life-Balance. Sie spielt für 74 Prozent eine entscheidende Rolle. Doch selbst Unternehmen, die nicht ganz so viel bezahlen können, können bei künftigen Azubis mit einer abwechslungsreichen Tätigkeit punkten. Dies ist immerhin für 71 Prozent der Befragten entscheidend. Der gesellschaftliche Zweck des Berufs ist dagegen nur für 55 Prozent der Befragten wichtig bis sehr wichtig.
Übernahmeperspektive spielt eine wichtige Rolle
Entscheidend für die Bewerbung junger Nachwuchskräfte ist auch die Übernahmeperspektive sowie das Gefühl, im Unternehmen verstanden zu werden. Zudem schätzt die "Generation Z" einfache Bewerbungsmöglichkeiten. Wichtiger als persönliche Empfehlungen von Familien und Freunden oder gesellschaftliches Engagement ist für sie, dass sie sich nur mit wenigen Klicks bewerben können.
Unternehmen können mit modernen Lernkonzepten punkten
Wie die Umfrage weiter deutlich macht, sind den jungen Menschen neben finanziellen Anreizen moderne Lehr- und Lernkonzepte wichtig. "Insbesondere für Unternehmen, die nicht mit einem hohen Gehalt punkten können, wird es daher immer wichtiger, moderne Lehrkonzepte zu etablieren", heißt es bei den Wirtschaftsjunioren Deutschland. Dazu können moderne Lern-Apps zählen, die beispielsweise E-Learning möglich machen. Aber auch Projekte, in denen Azubis besondere Verantwortung, wie etwa für die Ansprache und Betreuung von Praktikanten bekommen.
Angesagte Social-Media-Kanäle immer wichtiger
Nach den Worten von Jakob Neise, Mitbegründer und Geschäftsführer von PlaytheHype, könnten Unternehmen die Zielgruppe auch über Instagram, TikTok und andere Kanäle informieren. Entscheidend sei dabei eine authentische Stellenbeschreibung. Um junge Menschen im Unternehmen zu halten, empfiehlt er flache Hierarchien.
Ausbildungs-Ass 2023: Die Preisträger
Der Preis "Ausbildung-Ass" wird von den Wirtschaftsjunioren Deutschland gemeinsam mit der INTER Versicherungsgruppe, den Junioren des Handwerks und dem handwerk magazin verliehen. Im Handwerk erhielt das Unternehmen "Baierl & Demmelhuber Innenausbau GmbH" aus Töging am Inn den ersten Platz. Auf dem zweiten Rang landete das Unternehmen Mayr und Söhne aus Schwendi, auf Platz drei kam "deine Autowerkstatt gGmbH" aus Oldenburg. Daneben wurden auch Preise für Unternehmen aus dem Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen verliehen.