Wer mehr verdienen möchte, sollte nach Hessen ziehen. Dort bekommen Arbeitnehmer derzeit im Vergleich der Bundesländer das höchste Gehalt. Als Berufseinsteiger lohnt es sich dagegen, in Baden-Württemberg zu arbeiten. Denn sie bekommen hier aktuell am meisten. So schneiden die anderen Bundesländer und ihre Landeshauptstädte ab.

3.612 brutto im Monat verdiente nach Angaben des Statistischen Bundesamts jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr 2015. Für 2016 dazu liegen noch keine Vergleichsdaten vor. Was nun allerdings veröffentlicht wurde, ist das aktuelle Gehaltsranking der Bundesländer. Gemessen wurde es an den Abweichungen vom bundesweiten Durchschnittslohn von Mitarbeitern des Internetportals Gehalt.de. Sie haben 747.490 Angaben zu Gehältern in ganz Deutschland ausgewertet.
Nimmt man den Durchschnittslohn als 100 Prozent, so zeigen höhere Werte ein überdurchschnittliches Gehalt und Werte unter 100 Prozent, dass in diesem Bundesland weniger als der Durchschnittslohn verdient wird.
Hier verdient man am meisten
Das Ranking der Bundesländer gewinnt demnach in diesem Jahr Hessen, knapp gefolgt von Baden-Württemberg und mit ein wenig mehr Abstand von Bayern. Hessische Arbeitnehmer bekommen im Schnitt ein um mehr als zehn Prozent höheres Gehalt als der Bundesdurchschnitt. Auf dem letzten Platz landet Mecklenburg-Vorpommern. Hier verdienen Arbeitnehmer nur rund 75 Prozent des bundesweiten Durchschnittsgehalts.
| Bundesland | Lohnniveau gesamt |
|---|---|
| Hessen | 110,70 Prozent |
| Baden-Württemberg | 109,44 Prozent |
| Bayern | 106,13 Prozent |
| Hamburg | 105,20 Prozent |
| Nordrhein-Westfalen | 99,81 Prozent |
| Rheinland-Pfalz | 98,72 Prozent |
| Bremen | 96,45 Prozent |
| Berlin | 94,18 Prozent |
| Saarland | 93,66 Prozent |
| Niedersachsen | 91,91 Prozent |
| Schleswig-Holstein | 90,60 Prozent |
| Thüringen | 79,66 Prozent |
| Sachsen | 78,42 Prozent |
| Brandenburg | 77,58 Prozent |
| Sachsen-Anhalt | 76,74 Prozent |
| Mecklenburg-Vorpommern | 75,42 Prozent |
Bei Berufseinsteigern sieht die Rangliste ein wenig anders aus bzw. dreht sich hier die Reihenfolge der drei Top-Verdienst-Länder um. So verdient derzeit, wer sein Berufsleben beginnt und das erste Gehalt bekommt, in Baden-Württemberg am meisten. Auf Platz zwei landet Hessen gefolgt von Bayern. Schlusslicht bildet auch hier Mecklenburg-Vorpommern. Die Plätze dazwischen unterscheiden sich bei diesem Ranking stark von dem des Lohnniveaus der Arbeitnehmer, die schon länger in einem Beruf arbeiten.
| Bundesland | Lohnniveau Berufseinsteiger |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 108,62 Prozent |
| Hessen | 106,17 Prozent |
| Bayern | 105,83 Prozent |
| Rheinland-Pfalz | 100,71 Prozent |
| Niedersachsen | 100,28 Prozent |
| Nordrhein-Westfalen | 99,45 Prozent |
| Saarland | 98,87 Prozent |
| Hamburg | 96,53 Prozent |
| Schleswig-Holstein | 96,13 Prozent |
| Bremen | 95,79 Prozent |
| Berlin | 88,06 Prozent |
| Brandenburg | 87,39 Prozent |
| Sachsen-Anhalt | 86,71 Prozent |
| Thüringen | 86,71 Prozent |
| Sachsen | 84,01 Prozent |
| Mecklenburg-Vorpommern | 82,68 Prozent |
Neben den Bundesländern lohnt sich auch ein Blick auf die Landeshauptstädte. Auch hier gibt es große Unterschiede, die sich nur teilweise an denen der Länder orientieren. So landet Stuttgart ganz klar auf Platz eins der Städte mit einem überdurchschnittlichen Gehalt, aber auch in München und Düsseldorf verdient man gut. Schlusslicht ist und bleibt aber auch hier Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Hauptstadt Schwerin.
| Landeshauptstadt | Lohnniveau |
|---|---|
| Stuttgart | 125,2 Prozent |
| München | 123,8 Prozent |
| Düsseldorf | 115,9 Prozent |
| Wiesbaden | 115,7 Prozent |
| Mainz | 106,0 Prozent |
| Hamburg | 105,2 Prozent |
| Hannover | 104,3 Prozent |
| Saarbrücken | 100,5 Prozent |
| Bremen | 97,9 Prozent |
| Kiel | 94,5 Prozent |
| Berlin | 94,2 Prozent |
| Dresden | 84,3 Prozent |
| Potsdam | 82,4 Prozent |
| Erfurt | 81,8 Prozent |
| Magdeburg | 81, 1 Prozent |
| Schwerin | 77,4 Prozent |
Die Auswertung zeigt noch ein paar mehr sehr interessante Ergebnisse:
- So liegen zwischen den Gehältern im Norden Deutschlands und denen im Süden rund 15 Prozent Unterschied zugunsten des Südens. Anders gesagt: Im Süden verdienen Arbeitnehmer im Schnitt 15 Prozent mehr.
- Frauen bekommen die höchsten Gehälter in Hessen und Hamburg; bei den Männern sind die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern dagegen am aussichtsreichsten, was das Gehalt betrifft.
- Kleine Firmen zahlen in Hamburg und Bayern vergleichsweise die höchsten Gehälter und große Unternehmen dagegen in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern.