Handwerk international Für Neustart: Verbände fordern Stärkung des Handwerks

Das Handwerk ist auch auf EU-Ebene unverzichtbar. Doch nach Erschwernissen wie der Corona-Pandemie und den Auswirkungen des Ukraine-Krieges fehlt es den Betrieben an Unterstützung. Branchenverbände aus Deutschland, Italien und Frankreich fordern in einer gemeinsamen Erklärung, das Handwerk mit konkreten Maßnahmen zu stärken.

Bäcker knetet Teig mit Händen.
Bäcker bei der Arbeit: Handwerksverbände aus Deutschland, Italien und Frankreich fordern, das Handwerk mit konkreten Maßnahmen zu stärken. - © leno2010 - stock.adobe.com

Branchenverbände aus Deutschland, Italien und Frankreich haben eine Stärkung des Handwerks gefordert. Die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene sei aktuell so wichtig wie noch nie, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie der Verbände Confartigianato Imprese (Italien) und CMA France. Anlass ist ein gemeinsames Treffen in Rom am 17. Juni.

"Handwerk hat Europa Einiges zu bieten"

Der Neustart der europäischen Wirtschaft nach der Pandemie, erschwert durch den Krieg in der Ukraine, falle mit einer Transformation der Gesamtwirtschaft zusammen, die sich insbesondere im digitalen und ökologischen Wandel zeige. Nur mit starken Handwerksbetrieben und mit qualifizierten Handwerkerinnen und Handwerkern seien die Gesellschaften in der Lage, ökologische Herausforderungen zu bewältigen. "Handwerk hat Europa Einiges zu bieten", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. "Damit die Handwerksbetriebe in Deutschland, Frankreich und Italien jedoch das volle Potenzial ausschöpfen und für diese Transformation einbringen können, müssen sie die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden."

Handwerksverbände fordern weniger Bürokratie

So fordern die Verbände unter anderem, unnötigen Bürokratieaufwand zu vermeiden. "Ein spürbarer Bürokratieabbau, der dem Motto folgt 'Zuerst an die Kleinen denken', und das Streichen unnötiger Berichtspflichten können diesen Neustart wesentlich erleichtern", sagte Wollseifer. Außerdem müsse die berufliche Bildung als zentraler Schlüssel der Fachkräftesicherung gestärkt werden. "Handwerksbetriebe werden ihre Umsetzungskompetenz in den anstehenden Transformationsprozessen nur mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich einbringen können."

Die drei Verbände vertreten nach eigenen Angaben über drei Millionen Betriebe und Unternehmen im Handwerk. dpa/ew