Hinzuverdienstgrenzen entfallen Ab 2023 können Frührentner unbegrenzt hinzuverdienen

Wer vorzeitig in Rente geht, durfte bislang nur eingeschränkt hinzuverdienen. Jetzt soll die entsprechende Grenze entfallen. Für Bezieher von Erwerbsminderungsrenten sollen die Hinzuverdienstgrenzen angehoben werden. Der Arbeitgeberpräsident spricht von einem überfälligen Schritt in Zeiten des Fach- und Arbeitskräftemangels.

Älterer Mann arbeitet in Werkstatt
Bisher können Ruheständer erst nach Erreichen der regulären Altersgrenze unbeschränkt nebenher arbeiten. - © SerPak - stock.adobe.com

Zum 1. Januar 2023 soll die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten entfallen. Eine entsprechende Gesetzesänderung hat das Kabinett in dieser Woche auf den Weg gebracht. Bisher können Ruheständer erst nach Erreichen der regulären Altersgrenze unbeschränkt nebenher arbeiten. Andernfalls droht eine Minderung oder gar der Wegfall des Rentenanspruchs. Für die Jahre 2020 bis 2022 war die Hinzuverdienstgrenze im Rahmen einer befristeten Corona-Sonderregelung auf gut 46.000 Euro im Jahr erhöht worden. Ohne die nun geplante Gesetzesänderung wäre sie zum 1. Januar 2023 automatisch wieder auf 6.300 Euro geschrumpft.

Durch den Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen ermögliche die Regierung nun dauerhaft, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel zu gestalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Arbeitgeberpräsident: "Wertvolle und erfahrene Beschäftigte sichern"

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger begrüßt die Maßnahme. Der Schritt sei überfällig gewesen, um mehr Menschen in Beschäftigung zu halten. "Die geplante Lockerung setzt endlich das klare Signal, dass Arbeiten auch nach Rentenbeginn möglich und sogar wünschenswert ist", so Dulger von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Unternehmen könnten sich so in Zeiten des Fach- und Arbeitskräftemangels wertvolle und erfahrene Beschäftigte sichern. "Der nächste Schritt muss jetzt der Wegfall der Förderung der Frühverrentung sein. Die abschlagsfreie Rente ab 63 sollte so schnell wie möglich auslaufen", fordert er.

Anhebung der Grenze bei Erwerbsminderungsrenten

Auch für Bezieher von Erwerbsminderungsrente soll das Gesetz verbesserte Möglichkeiten zum Hinzuverdienst schaffen. Laut Referentenentwurf sollen Betroffene künftig bis zu 17.272,50 Euro (volle Erwerbsminderung) bzw. 34.545 Euro (teilweise Erwerbsminderung) pro Jahr zu ihrer Rente hinzuverdienen dürfen, ohne mit Abzügen rechnen zu müssen. "Das ist ein wichtiges Signal für erwerbsgeminderte Menschen, denen wir damit eine Brücke in den Arbeitsmarkt bauen", sagte Bundesarbeitsminister Heil. dpa/fre