Die Unternehmerfrauen des Handwerks stellten bei ihrem Bundeskongress in Passau ihr neues Leitbild vor. Wichtigstes Thema ist für sie der Mutterschutz für Selbstständige.

Groß war das Interesse. Über 170 Unternehmerfrauen aus ganz Deutschland trafen sich zu ihrem jährlichen Bundeskongress im niederbayerischen Passau, allein 54 von ihnen nahmen sogar das erste Mal teil. Die rege Teilnahme passt zu den Veränderungen, vor denen Wirtschaft und Handwerk stehen. Und so lautete das Motto der Veranstaltung des Bundesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) auch "Arbeit und Führung im Wandel".
"Wir müssen uns erfolgreich auf die Zukunft ausrichten", sagte die Bundesvorsitzende Tatjana Lanvermann. Herausforderungen wie New Work oder Fachkräftemangel gebe es viele. Die Arbeitswelt von morgen werde Unternehmerinnen und Unternehmer gleichermaßen fordern. Sich austauschen zu können, zu netzwerken und sich weiterzubilden – im Bundesverband, auf Länderebene oder in den Arbeitskreisen – sei für Unternehmerfrauen daher wichtiger denn je.
Mutterschutz für Selbstständige
Tatjana Lanvermann betonte, dass sie den Schwerpunkt ihrer Verbandsarbeit besonders auf den Mutterschutz für Selbstständige legen möchte: "Hier müssen wir unbedingt etwas tun. Dadurch, dass der Frauenanteil im Handwerk gestiegen ist, ist das ein wichtiges Thema für Unternehmerinnen, die sich selbstständig machen wollen."
Dass Frauen im Handwerk immer präsenter werden, unterstrich Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, in seiner Rede: Jede fünfte Meisterprüfung werde inzwischen von einer Frau abgelegt und jedes vierte Handwerksunternehmen werde von einer Frau geführt. Unternehmerfrauen stellten heute ein großes Wirtschaftspotenzial dar. "Wir wissen schon lange, dass Frauen die wichtigste Gruppe sind, die wir ansprechen müssen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken."
Verband in die Zukunft führen
Den Herausforderungen der Zeit, der Frage nach den Zukunftsaussichten des Verbandes und der Nachwuchswerbung stellt sich auch der Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk selbst. In Passau stellte der sechsköpfige Vorstand nun ein neues Leitbild vor: "UFH ist die Organisation, in der Frau mit Leidenschaft im Handwerk vernetzt ist", lautet die Vision. Man werde verschiedene Projekte verfolgen, um Frauen im Handwerk eine starke Stimme zu geben. "Wir brennen für das Handwerk", versicherte Tatjana Lanvermann. Derzeit vertritt der Bundesverband rund 3.800 Mitglieder.
Einem Schritt in die Zukunft trug die Mitgliederversammlung der UFH allerdings keine Rechnung: Eine Neuinterpretation des Verbandsnamens – weg von der Unternehmerfrau hin zur Unternehmerin – wurde abgelehnt.
Der nächste UFH-Bundeskongress findet am 18. und 19. Oktober 2024 im rheinland-pfälzischen Bingen am Rhein statt.
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