Zahlungssicherung Forderungen abtreten: So funktioniert eine Zession

Bei einer Zession wird eine offene Forderung gegenüber Dritten an einen anderen Gläubiger übertragen. Eine solche Forderungsabtretung dient dem neuen Gläubiger als Sicherheit. Wann eine Zession möglich ist und worin die Unterschiede zum Factoring liegen.

Forderungen
Eine ausstehende Forderung kann beispielsweise als Sicherheit für einen Kredit an eine Bank abgetreten werden. - © Gina Sanders - stock.adobe.com

Was ist eine Zession?

Bei einer Zession handelt es sich um die Abtretung einer Forderung oder Sicherung. Der neue Gläubiger erhält dann diesen Anspruch. Somit wechselt auch das Schuldverhältnis. Die Forderung geht an einen anderen Gläubiger über – den Empfänger der Abtretung. Dieser wird auch Zessionar genannt. Somit muss die Forderung dann an einen neuen Gläubiger gezahlt werden.

Wann ist eine Forderungsabtretung zulässig?

Die Abtretung muss ausreichend formuliert und festgehalten sein, um übertragen werden zu können. Dies beinhaltet unter anderem, die Schuld genau zu benennen. Sollte es sich beispielsweise bei der Zession um einen Bankkredit handeln, ist die noch zu zahlende Summe bekannt zu machen, vollkommen ausreichend. Zudem muss die Forderung bestehen und auch übertragbar sein, um diese zum Zeitpunkt der Zession auch abtreten zu können.

Möglich ist eine Zession nicht, wenn:

  • lediglich der ursprüngliche Gläubiger die Leistung erhalten darf
  • die Forderung nicht zu pfänden ist
  • vertraglich ausgeschlossen wurde, dass die Forderung abgetreten werden darf wie beispielsweise bei einer Versicherungspolice
  • es gesetzlich ausgeschlossen ist, dass eine Abtretung erfolgen darf. Dies ist beispielsweise bei Steuerforderungen der Fall.
  • wenn die Abtretung die Form der Forderung verändern würde.

Worin liegen die Unterschiede zum Factoring?

Bei einer Zession werden Forderungen abgetreten. Beim Factoring werden sie hingegen verkauft. Auch wenn die beiden Verfahren ähnlich sind, gibt es gravierende Unterschiede.

Beim Factoring werden die offenen Forderungen an den sogenannten Factor verkauft. Diese bezahlt den offenen Betrag innerhalb von zwei Tagen an das Unternehmen, welches die Forderung an diesen verkauft hat. Auch hierbei überweist der Schuldner die offenen Beträge an einen neuen Gläubiger. In diesem Fall dann der Factor, wenn es sich um ein offenes Factoring handelt.

Der Vorteil beim Factoring besteht darin, dass die Liquidität schnell wiederhergestellt ist. Ebenso ist ein Factoring deutlich schneller vertraglich geregelt als eine Zession. Somit verfügt der Gläubiger schnell wieder über das fehlende Geld und hat keinerlei weitere Unkosten oder Bürokratie zu erledigen. Das Factoring unterscheidet sich ebenfalls in zwei Arten:

  • offenes Factoring
  • stilles Factoring

Die Art des offenen Factorings wird in Deutschland überwiegend betrieben.

Ist eine Zession für Handwerksbetriebe sinnvoll?

Das Handwerk besteht aus vielen kleinen und mittleren Betrieben, die ihren Kunden ein breit gefächertes Angebot bei den Dienstleistungen und Waren anbieten. Doch gerade die Waren sind teuer, da diese oftmals in großen Mengen eingekauft werden müssen.

In diesem Fall ist das Factoring besser geeignet als die Zession, da dieses die Liquidität erhöht und sich der Betrieb damit gegen einen Rechnungsausfall absichern kann. Denn gerade Handwerker sind auf eine sichere Bezahlung angewiesen. Somit bleiben sie nicht mehr auf den Kosten sitzen, wenn ein Kunde nicht zahlt. Die Rechnungen werden seitens des Factorings innerhalb weniger Tage bezahlt (abzüglich der Gebühren für den Factor).

Beim Factoring im Handwerk ist auch ein Abtretungsverbot irrelevant, anders als bei der Zession. Die Forderungen werden entweder als offenes oder stilles Verfahren angekauft. Die Gegenleistung für das direkte Auslösen der Rechnungen sind für den Handwerksbetrieb eine prozentuale Gebühr. Diese kann mit der Einräumung eines Skontosatzes verglichen werden. Die Außenstände können so wieder zügig und kostengünstig auf null gebracht werden. Die Vorteile sind einfach:

  • Mit säumigen Kunden oder Zahlungsausfällen haben sie nicht mehr zu kämpfen
  • Rechnungen werden sofort bezahlt

Beispiel: Der Factor kauft die Forderungen des Handwerkers auf. Innerhalb von 48 Stunden werden die offenen Bestände bis zu 90 Prozent bezahlt. Der Rest wird dann beglichen, wenn der Kunde seine Rechnung bezahlt hat.

Sollte es im Falle einer Zahlungsunfähigkeit zum Ausfall kommen, liegt das Problem beim Factor und nicht beim Handwerker. Die Kosten für das Factoring belaufen sich auf zwei bis fünf Prozent des Umsatzes.

Welche Formen von Zessionen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Zessionen. Abgeschlossen und durchgeführt werden können diese zwischen Banken, Unternehmen, Versicherungen und vielen mehr. Diese Arten der Zession decken alle verschiedenen Bereiche ab.

  • bei der Einzelzession werden einzelne Forderungen abgetreten
  • mehrere oder alle Forderung tritt ein Unternehmen bei der Rahmenzession ab
  • bei der Globalzession werden sowohl die bestehenden wie auch künftige Forderungen abgetreten
  • lediglich bis zu einem Höchstbetrag werden die Forderungen bei der Mantelzession abgetreten
  • an das Inkassounternehmen oder die Bank werden die Forderungen bei der Inkassozession abgetreten
  • die Sicherungszession ist ein Zessionskredit. Dieser wird eingesetzt bei kurzfristigen Krediten der Bank
  • bei einer Abtretung der offenen Zession, die an einen neuen Gläubiger übertragen wurde, bekommt dieser die Zahlung
  • die Forderung wird bei der stillen Zession an den alten Zedenten gezahlt. Er wird über die Abtretung nicht benachrichtigt

dhz