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Raumlufttechnische Anlagen Förderprogramm: 500 Millionen für bessere Raumluft

In geschlossenen Räumen mit vielen Menschen steigt das Ansteckungsrisiko für Corona. Neben regelmäßigem Lüften, können raumlufttechnische Anlagen helfen die Anzahl der Viren in der Luft zu reduzieren. Der Bund fördert den Umbau solcher Anlagen. Wer antragsberechtigt ist und was genau unterstützt wird.

Seit dem 20. Oktober können Länder und Kommunen Geld beantragen, wenn sie zum Beispiel in Klassenzimmern oder anderen Räumen in öffentlichen Gebäuden Belüftungsanlagen um- oder nachrüsten wollen. Eine halbe Milliarde Euro stellt der Bund dafür insgesamt zur Verfügung.

Gefördert werden sogenannte Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen). Sie haben die Aufgabe, Räume mechanisch zu lüften und tragen somit nicht nur zur Verbesserung des Innenraumklimas bei, sondern können auch einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz leisten.

Umrüstung für mehr Schutz vor Corona-Viren

Experten sind sich einig, dass der regelmäßige Luftaustausch in geschlossenen Räumen ein wichtiges Mittel ist, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern. Doch je kälter und nasser es wird, umso schwieriger wird es, regelmäßig die Fenster zu öffnen. An dieser Stelle setzt das Förderprogramm an.

Allerdings können nur Länder, Kommunen, Hochschulen sowie Institutionen und Unternehmen, die mehrheitlich in öffentlicher Hand sind, die Zuschüsse beantragen. Wollen andere Firmen wie Restaurants oder Hotels ihre Lüftungsanlagen verbessern, können sie die Kosten über die Überbrückungshilfen der Bundesregierung fördern lassen. Sofern sie dafür antragsberechtigt sind.

Wer kann eine Förderung für RLT-Anlagen beantragen?

  • Länder
  • Kommunen
  • Unternehmen*
  • Universität/ Hochschule*
  • Träger öffentlicher Einrichtungen*
  • institutioneller Zuwendungsempfänger*

*Eine Antragsberechtigung besteht, sofern die Finanzierung durch Beteiligung oder sonstige Weise zu mindestens 50 Prozent durch den Bund, die Länder oder Kommunen erfolgt.

(Quelle: BAFA)

 

Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören nicht nur der Erwerb und Einbau von Filtertechnik mit Virenschutzfunktion, sondern auch umfangreiche Umbaumaßnahmen. So kann beispielsweise die Umrüstung einer Umluftanlage zu einer Zuluftanlage gefördert werden. Auch die Ergänzung von Messtechnik zur verbesserten Steuerung der Anlage wird gefördert.

Förderzeitraum bis Ende 2021

Gewährt werden Zuschüsse für die entsprechende Um- und Aufrüstung von stationären RLT-Anlagen. Neuanschaffungen werden hingegen nicht gefördert. Maximal 40 Prozent der Kosten bis zu einer Obergrenze von 100.000 Euro pro Anlage zahlt der Bund.

Wer bereits mit der Planung und Umsetzung der Maßnahmen angefangen hat, hat jedoch Pech. Gefördert werden nur Projekte, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen haben. Die Förderanträge können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden. jes

Fördermaßnahmen

Was wird gefördert?

  • Der Erwerb und der Einbau von hochwertigen Filtern in bestehende Filterstufen (Der Erwerb von bis zu 3 vollständigen Filtersätzen ist förderfähig.)
  • Maßnahmen zur Erhöhung des Frischluftanteils durch die Umrüstung von Umluft- auf Zu-/ Abluftbetrieb
  • Umbauten an der RLT-Anlage durch Zubau von Filterstufen oder durch Ergänzung und Optimierung der Regelungstechnik

Was wird nicht gefördert?

  • Neuanschaffung kompletter RLT-Anlagen
  • Erweiterung bestehender RLT-Anlagen um nicht infektionsschutzrelevante Komponenten oder um bislang nicht in vorhandene RLT-Anlagen eingebundene Räume
  • Maßnahmen zur Instandhaltung oder -setzung bestehender RLT-Anlagen
  • instationäre, tragbare und mobile RLT-Anlagen
  • Eigenleistungen des Antragstellers sowie Technologien und Produkte, die vom Antragsteller selbst hergestellt werden
  • Umbauten an Gebäuden oder Gebäudeteilen, sofern sie nicht zwingend zur Umsetzung von Maßnahmen nach Nummer 5.1 der Richtlinie notwendig sind

(Quelle: BAFA)

Weitere Informationen:

https://www.bafa.de

Richtlinie für die Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten

 

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