Mit einer "Rente mit 63" droht nach Ansicht des Handwerks eine Frühverrentungswelle. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks will stattdessen eine Flexibilisierung der Teilrente. Und hat mit diesem Modell jetzt bei Arbeitsministerin Andrea Nahles angeklopft.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert im Streit um die "Rente mit 63" eine Flexibilisierung der Teilrente. "Mit einer flexibilisierten Teilrente machen wir Arbeit auch für ältere Mitarbeiter attraktiver. Das haben wir Frau Nahles nahegelegt", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer im Gespräch mit Deutsche Handwerks Zeitung online .
Wollseifer sei es wichtig, starre Altersfristen abzuschaffen. Eine flexiblere Teilrente mit einer geringeren Anrechnung von Hinzuverdienst sei das richtige Angebot, damit jeder so lange arbeiten könne, wie er physisch und psychisch dazu in der Lage sei.
Neuer Anlauf bei flexibler Teilrente
Ein Vorstoß des Handwerks für die Flexibilisierung der starren Teilrentenregelung in der vergangenen Legislaturperiode hatte nicht gefruchtet. "Die Modelle dazu haben wir. Wir haben sie jetzt wieder auf den Tisch gelegt", so Wollseifer.
Die geplante abschlagsfreie "Rente mit 63" bezeichnete der neue ZDH-Präsident als "Rückkehr zu den unseligen Zeiten der Frühverrentung". In Zeiten des demografischen Wandels sei es keine verantwortungsvolle Sozialpolitik, nur eine kleine Gruppe zu bevorzugen, nämlich die Jahrgänge von 1950 bis 1964, und das zu Lasten der jungen Generation, und aller Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie der Rentenbezieher. bur
