Jahreswirtschaftsbericht Flaute zum Jahresende drückt Wirtschaftsprognose

Da die deutsche Wirtschaft zum Ende des vergangenen Jahres schwächelte, muss die Bundesregierung nun ihre Wachstumsprognose für 2013 drastische senken. Im Herbst hatte sie für 2013 noch ein Plus von 1,0 Prozent vorhergesagt, doch diese Prognose hat sie nun mehr als halbiert. Doch schon 2014 soll die Wirtschaftsleistung wieder deutlich steigen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft mehr als halbiert. Im laufenden Jahr rechnet die Regierung nun mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent. - © Foto: Oliver Lang/dapd

Angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute und der anhaltenden Eurokrise geht die Bundesregierung für das kommende Jahr nur noch von einem Zuwachs der heimischen Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent aus. Das sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Mittwoch bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts in Berlin.

Schuldenkrise bleibt größtes Risiko

Grund für die jetzt kräftig gekürzte Prognose ist die schwache Konjunktur zum Jahresende 2012. Sie wird nach Einschätzung der Regierung aber nur vorübergehend sein. "Wir gehen davon aus, dass die Schwächephase in diesem Winter im weiteren Jahresverlauf überwunden und unsere Wirtschaft wieder Tritt fassen wird", sagte Rösler und erwartet grundsätzlich steigende Wachstumsraten.

Für 2014 rechnet die Regierung mit einem deutlichen Wachstum von 1,6 Prozent. 2012 war die deutsche Wirtschaft um 0,7 Prozent gewachsen, nach 3,0 Prozent im Jahr zuvor. Dabei hatten im vergangenen Jahr die Eurokrise und die schwache Weltwirtschaft zunehmend ihre Spuren in der Konjunktur hierzulande hinterlassen. Das vierte Quartal war das schwächste im Jahr 2012.

Bei ihren Prognosen geht die Bundesregierung davon aus, dass es keine weiteren negativen Entwicklungen in der Eurokrise gibt, welche die Märkte verunsichern könnten. "Die nach wie vor nicht ausgestandene Schuldenkrise in einigen Ländern der Eurozone stellt das größte Risiko dar", heißt es im Jahreswirtschaftsbericht.

Binnennachfrage ist Zugpferd

Als Zugpferd für die deutsche Wirtschaft sieht die Regierung bei einem schwächeren Exportgeschäft auch 2013 die Binnennachfrage, dank steigender Einkommen und der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dieser werde sich robust entwickeln. Im Vorjahr war mit 41,6 Millionen Erwerbstätigen eine Rekordzahl erreicht worden. "Die wird auch 2013 weiter zu halten sein", sagte Rösler. Im Jahresdurchschnitt dürfte es ein Plus von 15.000 Erwerbstätigen geben.

Die Zahl der Arbeitslosen werde auf niedrigem Niveau bleiben. 2012 gab es hierzulande durchschnittlich 2,89 Millionen Menschen ohne Job, so wenige wie seit 1991 nicht mehr.

"Deutschland wird auch 2013 Vorreiter bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Europa sein", sagte Rösler. Die heimische Wirtschaft müsse aber ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Von den kriselnden europäischen Nachbarn verlangte er weiter einen strikten Sparkurs und Reformen. "Europa muss zum Wachstumskurs zurückkehren, damit der Euro stabil bleibt", erklärte Rösler. dapd