Arbeitsschutz und Gesundheit Arbeitsschutz im Herbst und Winter: Baustelle sicher gestalten

Mit dem Wechsel zur kalten Jahreszeit steigt das Unfallrisiko, vor allem auf Baustellen. Feuchtes Laub, vereiste Böden und kürzere Tage erhöhen die Gefahr. Wie Betriebe ihre Mitarbeiter schützen – und somit Ausfälle vermeiden können.

Rutschiger Boden auf Baustelle
Rutschige Gerüste gelten als große Gefahr auf Baustellen. Aber hierfür gibt es eine simple Lösung. - © sablengjago - stock.adobe.com

Stolpern, ausrutschen, stürzen sind natürliche Folgen von unsicherem, rutschigem Untergrund. Daher ist es unabdingbar, Arbeitsfläche und Wege gut zu reinigen. Eis und rutschiges Laub haben dort nichts zu suchen. Rutschige Böden infolge von Wasser, Regen, Schnee oder Glatteis führen laut Unfallstatistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU) immerhin zu rund 19 Prozent der meldepflichtigen Unfälle. Darunter ist statistisch auch immer ein tödlicher Unfall dabei. Regelmäßiges Räumen und Streuen sind daher oberste Pflicht. Bei Regen oder Schnee verwandeln sich Gerüste, Laufstege und Treppen schnell zu einer rutschigen Oberfläche. Einfache Lösung: Planen an Gerüsten anbringen.

Auch die Gefahr, aufgrund schlechter Sichtverhältnisse übersehen oder angefahren zu werden, steigt erheblich. "Besonders auf Baustellen ist es jetzt wichtig, dass Betriebe für ausreichend Beleuchtung sorgen", erklärt Bernhard Arenz, Leiter der Präventionsabteilung der BG BAU.

Beleuchtung muss hell genug sein

Im Herbst wird es früher dunkel. Immer wenn das Tageslicht nicht ausreicht, ist eine künstliche Beleuchtung erforderlich. Gemäß Technischer Regeln für Arbeitsstätten müssen Verkehrswege mit mindestens 20 Lux beleuchtet werden. Arbeitsbereiche wiederum erfordern je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux. Welche Lichtstärke vor Ort herrscht, kann mit entsprechenden Apps und einem Smartphone mit Lichtsensor ermittelt werden. Beim richtigen Ausleuchten helfen:

  • Lichterketten
  • tragbare Lichtstative
  • mobile Lichtmasten

Wichtig hierbei: Die Konstruktionen muss gut stehen. Genauso muss der Lichtwinkel stimmen, um Blendungen und Schlagschatten zu vermeiden. Auch sollten die Leuchtmittel ausreichend gereinigt werden.

Warnkleidung schützt vor Übersehen

Gute Arbeitskleidung schützt bei schlechter werdendem Wetter nicht nur vor Kälte, Wind und Nässe und damit vor Krankheiten wie Atemwegs- und chronischen Gelenkerkrankungen. Auch die Unfallgefahr reduziert sich durch passende Kleidung. "Warnkleidung ist so hergestellt, dass sie aufgrund der gelben und orangen Farben gut sichtbar ist und durch die auf der ganzen Kleidung aufgebrachten Streifen Licht reflektiert", so Bernhard Arenz. Auf Baustellen sollte die Schutzkleidung mindestens der Klasse 2 entsprechen. Noch besser ist die Klasse 3, denn sie garantiert durch die größere gelbe oder orange Fläche sowie durch die Reflexstreifen eine Sichtbarkeit aus bis zu 150 Metern Entfernung.

Arbeitgeber sind zudem verpflichtet, ihren Mitarbeitern geeigneten Fußschutz mit rutschfester Sohle bereitzustellen. Das richtige Schuhwerk hilft nicht nur gegen Ausrutschen, sondern kann auch das Risiko von Verletzungen durch Umknicken verringern.