Anlage Finanzpräsente zu Weihnachten: So schenken Sie wertvoll

Aktien und Sparvertrag statt iPhone und Playstation? Was es bei Anlageobjekten unter dem Tannenbaum zu beachten gilt, damit die Beschenkten später davon wirklich profitieren und warum Anlageklassiker wie Sparbücher als Geschenke eher nicht infrage kommen.

Goldene Geschenkbox vor schwarzem Hintergrund.
Statt der üblichen Weihnachtsgeschenke bietet sich auch ein Finanzpräsent für die Lieben an. "Dieses Jahr sind Gold-Geschenke zu empfehlen", sagt Mathias Lebtig, Geschäftsführer bei FP Asset Management. - © fotokitas - stock.adobe.com

Wer liebt sie nicht, die leuchtenden Kinderaugen beim Auspacken von Weihnachtsgeschenken? Mit der neuesten Spielkonsole oder einem Luxushandy lassen sich Kleine wie Große besonders erfreuen. Aber bei Investitionen von mehreren 100 Euro wäre es unterm Strich wahrscheinlich sinnvoller, ein paar Aktien der Hersteller zu schenken. Davon hat der Nachwuchs wahrscheinlich noch etwas, wenn das neue Spielzeug längst aus der Mode ist. Aber was macht da überhaupt Sinn? In Zeiten von niedrigen Zinsen, anziehender Inflation und globalen Lieferengpässen ist die Auswahl von langfristig wertstabilen Geschenken keine leichte Aufgabe. Was empfehlen Profis als Finanzpräsent: Fondssparvertrag, Goldmünzen oder Sammlerstücke?

Glänzende Ideen und Abwechslung

"Dieses Jahr sind Gold-Geschenke zu empfehlen", sagt Mathias Lebtig, Geschäftsführer bei FP Asset Management in Freiburg. Ab 100 Euro Gegenwert gibt es Goldmünzen, die auch optisch viel hermachen. Der große Vorteil: Im Gegensatz zu Bargeld und Sparbuch bietet Gold Inflationsschutz und die Chance auf Wertsteigerung in den nächsten Jahren.

Allerdings können Edelmetalle als Geldanlage auch Nachteile haben. Es werden keine laufenden Erträge erwirtschaftet und hohe Kursschwankungen sind möglich. "Gold als Beimischung ist mit einem Anteil von fünf bis 15 Prozent im strategischen Vermögensmix empfehlenswert", sagt Finanzexperte Mathias Lebtig. Als alleiniges Anlagevehikel ist es aber – wie jede andere Investitionsform – nicht geeignet.

Je gemischter der Vermögenscocktail mit voneinander unabhängigen Investments ist, desto besser. Also lieber jedes Jahr etwas anderes als immer das Gleiche schenken, denn das erhöht die Diversifikation. Dann darf es sogar exotisch werden. "Für ältere Kinder oder Enkel können auch Bitcoins als Geschenk unter den Weihnachtsbaum gelegt werden", sagt der Freiburger Finanzexperte und hat gleich noch einen Präsentationstipp: "Um dies auch haptisch möglich zu machen, könnten sie gleich in Form einer Hardware-Wallet ‚verpackt werden."

Finanziell und pädagogisch sinnvoll

Eine andere Alternative: Passionierte Sammler können mit einer Flasche Whisky oder einem Kunstwerk eventuell nicht nur finanzielle Werte, sondern auch eine Leidenschaft an die Folgegeneration weitergeben (siehe Interview im Kasten unten). Eher schlecht kommen bei den Vermögensfachleuten derzeit dagegen Klassiker wie Bausparvertrag, Lebensversicherung oder Sparbuch weg. "Diese Anlagen bieten keinen oder nur einen geringen Mehrnutzen", sagt Marianne Gatzweiler von PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.

Angesichts des niedrigen Zinsniveaus, der anziehenden Inflation und oft vergleichsweise hoher Kosten vieler dieser Finanzprodukte gibt es attraktivere Alternativen. "Ich denke hier an einen regelmäßigen monatlichen Sparvertrag in Investmentfonds", informiert Vermögensverwalterin Marianne Gatzweiler, "dieser sollte am besten gleich auf den Namen des Beschenkten angelegt werden." So kann breit gestreut in Zukunftsthemen wie erneuerbare Energien oder Wassertechnologie investiert werden, die Jugendliche begeistern können.

So haben Finanzgeschenke gleich noch einen pädagogischen Effekt. Der Nachwuchs wird an Anlagethemen herangeführt und das ist viel nachhaltiger als reine Geldgeschenke. "Bereits angelegtes Vermögen wird fast nie von den Beschenkten gleich für den kurzfristigen Konsum verwendet, sondern bleibt in der Regel für Später erhalten", berichtet Marianne Gatzweiler aus ihrer täglichen Praxis.

Natürlich sehen Kinder in Aktien und Co unter dem Baum aber meist nicht gleich die langfristige liebevolle Fürsorge, die dahintersteckt. Damit die Augen beim Auspacken trotzdem leuchten, hat sich auch hier Diversifikation bewährt: Eine kleine Wunscherfüllung für sofort plus, etwas finanziell Sinnvolles für später.

Interview

"Mehr Leidenschaft als Investment"

Warum Sammlerstücke unter finanziellen Aspekten ein gutes Geschenk sein können, aber sich trotzdem für die meisten eher nicht als Anlageobjekt eignen, erklärt Marianne Gatzweiler von der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.

DHZ: Sind Sammlerstücke ein finanziell sinnvolles Weihnachtsgeschenk?

Marianne Gatzweiler: Beispielsweise spezielle Whiskys, Kunst, Bordeaux-Rotweine oder Oldtimer können sehr begehrte Objekte mit theoretisch hohem Wertsteigerungspotenzial sein. Doch hier gibt es Moden, die Nachfrage kann stark schwanken und am Ende sind Sammlerstücke hauptsächlich etwas für Sammler. Nehmen Sie beispielsweise Oldtimer. Hier spielen die genaue Ausstattung und der Zustand eine enorme Rolle beim Preis. Wer sich einen zulegen will, muss sich sehr gut auskennen und den Aufwand für Wartung und Unterstellung miteinberechnen, um hier wirklich ein gutes Geschäft zu machen.

Also eher Finger weg?

Nein, so generell lässt sich das nicht sagen. Sammelobjekte können sich durchaus rentieren. Um beim Autobeispiel zu bleiben, ein passionierter Schrauber, der neben Geld auch viel Zeit in Oldtimer investieren möchte, kann daran viel Freude haben. Schafft er es nach ein paar Jahren sich vom Fahrzeug zu trennen, könnte auch ein ordentlicher Gewinn erzielt werden. Aber nur bei den wenigstens stehen hier die Finanzen im Vordergrund, sondern es geht eher um das Ausleben einer persönlichen Leidenschaft.

Aber bei Kunstobjekten oder einer seltenen Flasche Whisky ist der Aufwand eher gering, sind das bessere Geschenke?

Hier kommt es ganz darauf an, ob der Beschenkte den Wert schätzen kann. Ist eine Whiskyflasche einer unbekannten Lost Destillery einfach nur alter Schnaps oder mehr? Sind moderne abstrakte Bilder wertlose Kritzelei oder der Ausdruck höchster Kunst? Das liegt am Ende immer im Auge des Betrachters. Letztlich ist es wahrscheinlich wichtiger, dass sich der neue Besitzer über das Objekt freuen kann, als finanzielle Gesichtspunkte.

Gibt es eine Höchstgrenze, welchen Anteil Sammlersachen am Vermögen haben sollten?

Unter rein finanziell strategischen Gesichtspunkten sollte so etwas eher im Bereich einer kleinen Beimischung von höchstens fünf Prozent des Gesamtvermögens bleiben. Preisentwicklungen bei Sammlerobjekten vorherzusagen ist oft selbst für Fachleute kaum möglich. Zudem gibt es keinerlei Garantie, dass es bei einem Verkaufswunsch wirklich einen Interessenten gibt.

Wie lassen sich geschenkte oder vererbte Sammlerstücke zu Geld machen – etwa die klassische Briefmarken- oder Münzsammlung vom Opa, mit der man nichts anfangen kann?

Wenn Sie keine Ahnung von der Materie haben, ist es nicht empfehlenswert die Stücke einzeln im Internet zu verkaufen. Der Aufwand und das Risiko hier über den Tisch gezogen zu werden, ist einfach zu groß. Es macht mehr Sinn, einen Fachhändler oder spezialisierte Auktionshäuser vor Ort den Wert schätzen zu lassen. Am besten Vergleichsangebote einholen und dann dort den Verkauf abwickeln lassen.