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Erweiterte Maskenpflicht FFP2-Masken: Fehler beim Tragen und Tipps zur Aufbereitung

Als erstes Bundesland macht Bayern das Tragen von FFP2-Masken in Geschäften sowie im öffentlichen Nahverkehr zur Pflicht. Diese schützen zwar besser als gängige Alltagsmasken, filtern aber ebenfalls nicht 100 Prozent der Partikel – zudem sind sie teurer. Durch zwei einfache Kniffe lassen sie sich jedoch wiederaufbereiten.

Ab kommendem Montag müssen die Menschen in Bayern im öffentlichen Nahverkehr sowie im Einzelhandeln sogenannte FFP2-Masken tragen, das hat das bayerische Kabinett entschieden. Im Gegensatz zum gängigen Mund-Nasen-Schutz - oftmals selbstgenäht - können FFP2-Masken auch den Träger selbst schützen. "Ich bin weniger darauf angewiesen, dass die Menschen in meiner Umgebung sich richtig verhalten", sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ihre Schutzwirkung könne die Maske jedoch nur entfalten, wenn sie korrekt angelegt und verwendet werde, betont er. Sie müsse dicht abschließen, zudem dürfe die Außenfläche beim Ablegen nicht berührt werden.

Bartträger können FFP2-Maske nicht dicht aufsetzen

Vor falschen Vorstellungen bezüglich der Sicherheit von FFP2-Masken, warnt der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach. Diese böten selbst dann keinen hundertprozentigen Schutz, wenn sie perfekt getragen würden, sagte er der dpa. Die Masken müssten den Anforderungen zufolge 94 Prozent der Partikel filtern - damit gingen immer noch sechs Prozent durch. "Man muss sich auch generell von der Vorstellung freimachen, dass es eine einzige Maßnahme gibt, die das Risiko einer Infektion auf null senkt", so Asbach. Wichtig sei daher ein Mix. Wenig Unterschied macht es ihm zufolge, ob die Atemschutzmasken aus den Klassen FFP2, N95 oder KN95 sind.

Auch Asbach verweist darauf, dass FFP2-Masken eng anliegen müssen. Je nach Gesichtsform treffe das nicht bei jedem Modell zu. Luft und damit gegebenenfalls auch Viren strömen dann an den Seiten der Maske vorbei, erklärte Asbach. "Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske." Ein Problem sieht er vor allem bei Bartträgern, diese könnten eine FFP2-Maske nicht dicht aufsetzen.  "Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren", so Asbach.

DGUV regt Video-Unterweisung an Bahnsteigen und im Fahrgastraum an

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist darauf hin, dass FFP2-Masken für den Arbeitsschutz konzipiert sind. "Sie sind Persönliche Schutzausrüstung, mit der sich Beschäftigte vor partikelförmigen (staubförmigen) Gefahrstoffen und Krankheitserregern schützen", so der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Um die optimale Schutzwirkung der Maske zu gewährleisten, sei eine Unterweisung erforderlich. "Bundesländer, die FFP2-Masken im ÖPNV vorschreiben, könnten zum Beispiel eine Video-Unterweisung an Bahnsteigen und im Fahrgastraum anbieten - ähnlich den Hinweisen, die wir im Flugzeug bekommen", regt die DGUV an.

Gleichzeitig müsse sichergestellt sein, dass für Beschäftigte, die für ihre Arbeit den Schutz von FFP2-Masken benötigen, weiter ein ausreichender Schutz vorhanden ist. "Das betrifft besonders Menschen im Gesundheitsdienst, aber nicht nur", so die DGUV. Zu den Berufsgruppen, die regelmäßig mit Gefahrstoffen oder Stäuben umgehen müssen und auf Atemschutzmasken angewiesen sind, zählen auch Handwerksberufe.

So lassen sich FFP2-Masken wiederverwenden

Wer täglich unterwegs sein muss und sich dabei mit FFP2-Masken schützt, könnte dies zudem auf Dauer im Geldbeutel merken. Das gilt insbesondere für Haushalte mit wenig Einkommen. Die Masken sind von den Herstellern eigentlich für den Einmalgebrauch gedacht. Gut wäre also, wenn sich die Masken aufbereiten ließen. Das geht, schreiben Forscher der Fachhochschule (FH) Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie beschreiben dafür zwei Wege. So gehen sie jeweils vor:

Möglichkeit 1: Aufheizen

Dieses Verfahren ist nur für faltbare FFP2-Masken geeignet. Formstabile Modelle mit Körbchen oder Filter können nur über den zweiten Weg (siehe unten) wiederaufbereitet werden.

Die Maske nach dem Tragen zunächst bis zum nächsten Tag an einem Haken trocknen lassen. Ein Rost herausnehmen und mit Backpapier, den Ofen anschließend auf 80 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Weil die tatsächlichen Temperaturen im Ofen von der Anzeige an dem Gerät abweichen können, sollte man sie mit einem Backofenthermometer prüfen, raten die Forscher. Denn ist es zu kalt, bleiben die Viren aktiv, ist es zu warm, kann die Maske Schaden nehmen.

Die Maske wird auf das Rost gelegt und dieses auf der mittleren Schiene in den Ofen geschoben - der Abstand zu Decke und Boden des Ofens sollte rund zehn Zentimeter betragen. Dort bleiben die Masken für eine Stunde. Wer Masken verschiedener Personen aufbereitet, kann die Haltebänder zur Unterscheidung farblich markieren. Aufbereitete Masken sollten immer nur von derselben Person genutzt werden.

Durch die Stunde im Ofen könnten möglicherweise anhaftende Sars-CoV-2-Viren vollständig "inaktiviert" werden, schreiben die Forscher. FFP2-Masken ließen sich durch dieses Verfahren bis zu fünf Mal aufbereiten, spätestens dann muss man sie im Hausmüll entsorgen.

Möglichkeit 2: Lufttrocknen

Beim täglichen Gebrauch der Masken braucht es hierfür mindestens sieben Stück. Sie werden nach der Nutzung an einem Haken aufgehängt und trocknen dort eine Woche lang. Es ist ratsam, diese Haken mit den Wochentagen ("Montags-Haken" und so weiter) zu beschriften, damit man nicht durcheinander kommt. Auch diesen Trockenzyklus kann man maximal fünf Mal wiederholen, ehe die Maske in den Müll wandert.

Wichtig: Ist die Maske defekt, wurde sie besonders beansprucht oder wurde man direkt von einem anderen Menschen angehustet, sollte sie nicht noch mal aufbereitet, sondern direkt entsorgt werden.

Was ist nicht geeignet? Kochtopf, Mikrowelle, Waschmaschine, Spülmaschine oder UV-Lampe taugen nach Angaben der Wissenschaftler aus verschiedenen Gründen nicht für die Wiederaufbereitung.

Wo bekommt man FFP2-Masken her?

FFP2-Masken werden in Drogerien, Apotheken oder online verkauft. Menschen über 60 Jahren, Risikoschwangere oder chronisch Kranke erhalten derzeit eine bestimmte Anzahl FFP2-Masken günstiger in der Apotheke. Die gesetzlichen Krankenkassen verschicken dafür Gutscheine: Für einen Sechserpack muss man dann nur zwei Euro zuzahlen.

Experten raten, zunächst einmal nur eine Packung FFP2-Masken auszuprobieren. Im Unterschied zu einfachen Stoffmasken liegen diese wesentlich fester an. Manchmal werden sie als unangenehm empfunden. Beim Kauf sollte man auf das CE-Kennzeichen und eine vierstellige Nummer achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulässt.

FFP-Masken werden in drei Kategorien eingeteilt - 1 bis 3. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können. "FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern", so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Dabei handelt es sich um partikelfiltrierende Halbmasken. Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen (Filtering Face Piece). Ursprünglich sind sie insbesondere aus dem Handwerk bekannt. Die Arbeiter schützen sich damit dagegen, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. dpa/fre

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