Steinmetz für Querdenker-Award nominiert Ein Fashionlabel für Grabsteine

Steinmetz Alexander Hanel will die Friedhofskultur in Deutschland modernisieren und hat eine Art Fashionlabel für Grabsteine entwickelt. Für das passende Marketing dazu wurde er für den Wirtschaftspreis "Querdenker-Award" nominiert. Was hinter der ungewöhnlichen Präsentation seiner Grabsteine steckt.

Modische Grabsteine: Die Steinmetze der Stein Hanel GmbH bestezen die Grabsteine sogar mit Swarovski-Steinen. - © Foto: Hanel

"Das erste Fashionlabel für Grabsteine", so bezeichnet Alexander Hanel seine "Rokstyle"-Produktlinie selbst. Die außergewöhnlichen Grabsteine, mit Swarowski-Steinen oder Intarsien verziert, sind seit Februar auf dem Markt und laut dem Steinmetz aus Leutershausen ein großer Erfolg. Unter dem Motto "Für immer schön", wollte Hanel den Trend zur Individualität auch auf der letzten Reise aufgreifen.

Für das Marketing, das er rund um die Kollektion betrieben hat, wurde der Handwerker für den Wirtschaftspreis "Querdenker-Award" nominiert. Hanel war einer von bundesweit fünf Finalisten, auch wenn es nicht ganz für den ersten Platz reichte. Die Preisverleihung fand gestern in München statt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hanel mit ungewöhnlichen Aktionen und Designs auf sich Aufmerksam macht. Denn Swarowski-Kristalle zierten seine Grabsteine schon im Jahr 2006. Damals arbeitete er für seine Kollektion mit Modedesigner Markus Höhner zusammen. Durch seine Kontakte kam es zu ungewöhnlichen Kollaborationen, wie einer Ausstellung im Modehaus Wöhrl in München. "Dort waren auch Grabkreuze zu sehen, aber verpackt in Geschichten von Mode und Kunst", erzählt Hanel.

Gezielt Aufmerksamkeit erregen

Alexander Hanel hat für seine Grabsteine das Fashionlabel "Rokstyle" entwickelt. - © Foto: Hanel

Bei der "Rokstyle"-Kollektion ging es dem Betriebsinhaber nun vor allem um eine ungewöhnliche Präsentation der Grabsteine. "Ich will die Friedhofskultur in Deutschland mehr ins Gespräch bringen", erläutert Hanel. Denn wenn es um Friedhöfe gehe, schwänge immer ein trauriger oder negativer Unterton mit. Und sein Rokstyle-Fashionlabel soll für eine positivere Wahrnehmung sorgen. "Denn Friedhöfe leisten für die Gesellschaft viel mehr, als man eigentlich denkt", sagt der Steinmetz. "Vor allem für diejenigen, die alleine sind, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben."

Daher hat Hanel für die Grabsteine eine ganz andere Art der Darstellung gewählt und eine umfangreiche Marketingaktion gestartet. Für den Zeitpunkt der Präsentation der Rokstyle-Kollektion wartete er die Fashion-Week ab, die im Januar in Berlin stattfand. "Das war ein bewusst gewählter Tabubruch", sagt Hanel – die Aufmerksamkeit in Modemagazinen war garantiert. Und derzeit baut er in seinem Werk einen Showroom, der aussieht wie eine Modeboutique. Auch die Aufmachung der Werbeprospekte und das Logo des "Fashion-Labels" erinnern eher an Werbung für ein Musical, als an Friedhof-Tristesse.

Bestattungskultur beeinflussen

Auch anderweitig ist der Handwerker aktiv, um das Image von Friedhöfen zu verändern. Zusammen mit der Hochschule Ansbach initiierte er beispielsweise das Projekt "Friedhof der Zukunft". Auch den ersten Friedhofskultur-Kongress hat Hanel kürzlich ins Leben gerufen. Die Idee hinter all seinem Engagement ist die Frage: "Was kann man gutes für den Friedhof tun?".

Steinmetz Alexander Hanel hat sich sehr über die Nominierung zum "Querdenker-Award" gefreut. - © Foto: Hanel

Die Bestattungskultur habe sich in den letzten Jahren extrem verändert, vor allem wegen wirtschaftlicher Begehrlichkeiten, meint der Steinmetz. "Verstorbene werden zum Mond geschossen. Früher hat man das gesagt, wenn man sich über jemanden aufgeregt hat." Steinmetze müssten daher auf ihre Weise den Trend zur Individualität aufgreifen, in dem sie viel dienstleistungsorientierter werden. Wie er nun mit seinem Fashionlabel für Grabsteine. "Kunden können der Individualität des Verstobenen mit den Grabsteinen Ausdruck verleihen", sagt Hanel.

Die Vorbereitung für die Produktlinie dauerte etwa ein Jahr. Die Grabsteine hat Hanel selbst entworfen. Für das umfangreiche Marketing hat sich Hanel ein großes Netzwerk aufgebaut – und profitierte dabei von seiner ehemaligen Tätigkeit beim Radio. dhz

Mehr zum Wirtschaftspreis "Querdenker-Award" erfahren Sie unter querdenker.de .