Corona-Pandemie hat Folgen Fahrradwerkstätten: Lieferprobleme bei Ersatzteilen

Immer mehr Menschen fahren Fahrrad und vor allem E-Bike. Entsprechend gut zu tun haben die Zweiradmechaniker auch mit Wartungen und Reparaturen. Dennoch erleben Fahrradwerkstätten Umsatzrückgänge. Ausschlaggebend sind Lieferprobleme. Das fehlt und das steckt dahinter.

Fahrradwerkstätten erleben Nachschubprobleme
Zu wenig Nachschub bei Ersatzteilen und ganzen Fahrrädern: In Fahrradwerkstätten kommt es zu Verzögerungen. - © kasarp – stock.adobe.com

Fahrrad fahren ist gesund, schont das Klima und ist auch in Zeiten der Pandemie immer möglich. Fahrrad fahren ist beliebter denn je – vor allem auch seitdem es E-Bikes gibt. Die Fahrräder mit elektrischer Unterstützung haben dafür gesorgt, dass noch mehr Menschen aufs Zweirad steigen und das Auto stehen lassen. Nach Angaben des Bundesinnungsverbands Zweirad-Handwerk haben sie mittlerweile einen Marktanteil zwischen acht und zehn Prozent. Die Absätze steigen zudem an. So gibt der Zweirad-Industrie-Verband an, dass in der ersten Jahreshälfte 2021 über eine Million E-Bikes verkauft wurden. Das ist ein Plus von 9,1 Prozent.

Fahrradwerkstätten verlieren Umsätze wegen Lieferproblemen

Dennoch berichten Handwerksbetriebe von sinkenden Umsätzen und auch die Industrie rechnet für das Gesamtjahr eher mit einem negativen Ergebnis. Der Grund liegt in Lieferengpässen bei Ersatzteilen und ganzen Fahrrädern aus Asien. Und das betrifft alle Fahrräder – mit und ohne Motor. "Die Branche sieht sich mit Konflikten durch das gestiegene Interesse am Radfahren und den Auswirkungen der Pandemie konfrontiert", erklärt Felix Lindhorst vom Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk. So seien teilweise Umsätze in der ersten Jahreshälfte aufgrund von Nachschubproblemen zurückgegangen. Bei den Fahrradverkäufen ist ein Minus von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

"Ausschlaggebend hierfür sind begrenzte Containerkontingente und pandemiebedingte Produktionsausfälle in Asien", sagt Lindhorst. Da wichtige Komponenten, die für die Produktion und den Service der Räder benötigt werden, aus Asien stammen, betrifft der Warenmangel alle Segmente der Branche. Und auch ein Ende der Durststrecke ist noch nicht absehbar: "Wie schnell es zu einer Normalisierung des Marktes kommt, hängt von der weltweiten Entwicklung der Pandemie und dem Wandel der Lieferketten ab. Wir schätzen, dass uns die Auswirkungen auch über die nächste Saison begleiten werden", sagt der Verbandsmitarbeiter.

Erhebliche Verzögerungen in den Fahrradwerkstätten

So ist der eigentlich boomende Fahrradmarkt derzeit von erheblichen Verzögerungen auch in den Werkstätten geprägt. Wie in der Wirtschaft üblich, bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Preiserhöhungen sind deshalb im Bereich des Möglichen.

Mehr zu tun haben die Zweiradmechaniker allerdings auch durch die steigende Nutzung der E-Bikes und Pedelecs. Meist sind die Fahrer damit "wesentlich intensiver und über längere Wegstrecken" unterwegs und mit den konventionellen Varianten, berichtet Felix Lindhorst. In Folge dessen sei mit der Nachfrage auch der Anteil an inspektions- und verschleißbedingten Servicearbeiten gestiegen. Insgesamt sei das Produkt "Fahrrad" in den letzten Jahren komplexer geworden. Elektrische Schaltungen, moderne Fahrwerkstechnik aber auch die Elektrifizierung und Vernetzung von Systemen sind dabei zu nennen. Und genau an diese technischen Entwicklungen müssen sich auch die Betriebe ständig anpassen und die Mitarbeiter weiterbilden. Ebenso passt die Branche die Ausbildungsinhalte im Zweirad-Handwerk an. "Die Ausbildungsverordnung wird fortlaufend von uns auf Aktualität überprüft", sagt Lindhorst.