Qualität bei Fahrrädern liegt im Trend. Seit 2010 ist der Wert der in Deutschland produzierten Fahrrads durchschnittlich um mehr als 22 Prozent gestiegen. Die Kunden sind bereit mehr für Service, Instandhaltung und Qualität zu bezahlen. Das spüren die Zweiradmechaniker und Fahrradhändler.
Christina Geimer

Der Wert eines produzierten Fahrrads ab Werk lag 2011 bei durchschnittlich 341 Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. 2005 lag der Durchschnittspreis der deutschen Fahrräder mit 163 Euro nicht einmal halb so hoch wie im vergangenen Jahr.
Aber nicht nur die Preise für die Fachhändler steigen, auch die Endkunden bezahlen gerne mehr für ein Fahrrad. "Der Abgabepreis wird noch weiter steigen. Denn der Nachfrager ist bereit heute mehr Geld für ein Fahrrad auszugeben", sagt Frank Doering, Bundesinnungsmeister des Verbandes für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk.

Deutsche Hersteller produzierten nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 insgesamt 1,33 Millionen Fahrräder im Wert von 453 Millionen Euro. Damit ist die Zahl gegenüber 2010 um fast drei Prozent gestiegen. Der Gesamtwert der Räder erhöhte sich sogar um über 25 Prozent. Das spüren auch die Zweiradmechaniker: "Die Eigentümer von teuren Rädern wollen und können heute immer weniger selbst reparieren. Sie wollen den Wert ihres Fahrrads erhalten. Die jährliche Inspektion hat sich etabliert", sagt Doering.
Inspektionen erhalten den Wert des Fahrrades
Bei einer Inspektion wird zum Beispiel die Schaltung und das Lager nachgestellt. Auch die Beleuchtung und Bereifung kontrolliert der Zweiradmechaniker. Durch eine regelmäßige Inspektion, kann laut Doering verhindert werden, dass die Beschädigung einer Komponente Folgeschäden am Fahrrad verursacht. Denn viele Verschleißerscheinungen wie an der Schaltung treten unbemerkt ein.
Bei diesen Untersuchungen zeigt sich auch die Qualität eines Fahrrades. Ein höherer Preis ist nach Erfahrung von Doering meist gerechtfertigt. Denn vor allem die Bremsen, die Schaltung, die Kette und die Federgabel sind bei teureren Rädern meistens auch hochwertiger gearbeitet. Zwar kommen gute Räder auch aus dem Ausland, aber vom Qualitätsbewusstsein profitieren auch die heimischen Fahrradbauer. "Die inländischen Fahrradproduzenten haben sich als Branche wieder neu etabliert", Bundesinnungsmeister Doering. Das bestätigt auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Nach Jahren rückläufiger Produktionszahlen – 2005 wurden noch 2,1 Millionen Fahrräder hergestellt – wurden damit 2011 erstmals wieder größere Stückzahlen als im Vorjahr gefertigt.