Start in die Ausbildung Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Das neue Ausbildungsjahr ist für einige neue Azubis im Handwerk schon gestartet, andere haben den ersten Tag im Betrieb noch vor sich. Mit diesen Tipps hinterlassen Azubis an ihrem Ausbildungsplatz einen guten ersten Eindruck – und dieser kann manchmal entscheidend sein.

Daniela Lorenz

Lernbegierde und Interesse des Auszubildenden hinterlassen einen positiven Eindruck beim Ausbildungsmeister. - © Gina Sanders/Fotolia

Jeder kennt die Situation, man ist der oder die Neue, die zum ersten Mal an den neuen Arbeitsplatz kommt, man kennt noch keine Kollegen, nicht den Weg zur Toilette und schon gar nicht die Gepflogenheiten des Hauses, geschweige, denn die genauen Anforderungen an einen selbst.

Für junge Menschen, die gerade die Schulbank verlassen haben und in die Ausbildung gehen, ist der Start ins Berufsleben eine große Herausforderung. Wie so oft hängt viel davon ab, zu Beginn einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. "Auszubildende können viel falsch, aber auch viel richtig machen", weiß Michael Scheiffele, Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm. Wichtig seien die Grundtugenden wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Freundlichkeit.

Frühes Aufstehen oft ein Problem

Der schlechtesten Start überhaupt, nicht nur in die Ausbildung, sondern auch in jeden Arbeitstag ist Unpünktlichkeit. "Betrieb und Ausbilder erwarten, dass die Auszubildenden vor Arbeitsbeginn in Arbeitskleidung bereit stehen und nicht erst um fünf nach sieben Uhr angefahren kommen, wenn um sieben Uhr Arbeitsbeginn ist", sagt Michael Scheiffele. Außerdem sollten die Jugendlichen eine gewisse Lernbegierde zeigen. So kann ein Auszubildender auch aus eigenem Antrieb Interesse an einem Arbeitsvorgang zeigen oder darum bitten, dass ihm zum Beispiel eine Maschine erklärt wird.

Der Start in das Arbeitsleben bedeutet nicht zuletzt auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, das darf sich jedoch nicht negativ auf die erste Phase der Ausbildung auswirken. "Auszubildende können am Anfang das frühe Aufstehen nicht gewohnt sein; sie sind müde und der neue Lebensabschnitt kann sie körperlich sehr fordern. Aber sie müssen trotzdem das Gefühl vermitteln, dass sie mit Begeisterung bei der Sache sind", rät der Ausbildungsberater.

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Vom Start weg sollte jeder Ausbilder seinen Azubi über seine Rechten und Pflichten aufklären. "Ausbildungsbetriebe sollten ihren Auszubildenden von Anfang an ganz klar sagen, was sie von ihnen erwarten." Denn es sei unerlässlich, dass der Auszubildende seine Rechten und Pflichten kennt – wie der Ausbilder auch.

Der Lehrling muss zum Beispiel wissen, dass er in der Probezeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann. Das kann schnell passieren, wenn er in der Probezeit zwei- oder dreimal seine Pflichten verletzt oder vernachlässigt. So muss er beispielsweise seinen Ausbildungsbetrieb unverzüglich melden, wenn er wegen Krankheit nicht zur Arbeit kommen kann (Benachrichtigungspflicht).

Nichts Internes ausplaudern

"Die Auszubildenden müssen ihre Pflichten einhalten, das reicht von der Lernpflicht bis hin zur Geheimhaltungsvereinbarung", sagt Michael Scheiffele, "es darf zum Beispiel nicht sein, dass ein Auszubildender über Betriebsinterna spricht oder davon erzählt, wie es beim Kunden XY zu Hause im Schlafzimmer aussieht." Weitere Pflichten sind etwa die Teilnahme am Berufsschulunterricht, die Weisungsgebundenheit und die sorgfältige Ausführung von Aufgaben.

Für einen guten Start ins Berufsleben rät der Experte Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden, die Beratungsangebote der Handwerkskammern zu nutzen.

Mehr interessante Tipps für Auszubildende lesen Sie in unserer Rubrik Azubi >>>

"Knigge" für Azubis

  • Aktiv alle Mitarbeiter in der Firma grüßen. Wenn möglich mit Namen ("Guten Morgen, Herr Schneider").
  • Alle Betriebsangehörigen grundsätzlich mit Sie ansprechen. Außer andere Azubis oder Kinder von Betriebsangehörigen.
  • Das persönliche Du nur verwenden, wenn der ältere beziehungsweise ranghöhere Betriebsangehörige das Du von sich aus vorgeschlagen und angeboten hat.
  • Mit Werkzeug und Material achtsam umgehen.
  • Mit dem Firmenfahrzeug sorgfältig umgehen, es sauber und in Ordnung halten.
  • Den Aufenthaltsraum sauber halten, den Tisch abwischen, benutzes Geschirr abräumen und Abfälle entsorgen.
Quelle: Sicher und sympathisch beim Kunden auftreten. Der erste "Knigge" für Auszubildende im Handwerk, Umberta Andrea Simonis, 17,80 Euro, ISBN 978-3-7783-0817-2, zu bestellen über Holzmann Medienshop .