Top Gründer im Handwerk 2023 Es begann in einer Garage: Die Erfolgsgeschichte eines SHK-Meisters

Der Beginn der Selbstständigkeit von SHK-Meister Markus Mack erinnert an die Gründungsgeschichten von Weltkonzernen wie Windows oder Apple. Sechs Jahre und einige Umzüge später belohnt eine Preisverleihung seinen unternehmerischen Mut.

Markus Mack im Heizungskeller.
Der Installateur und Heizungsbauermeister Markus Mack startete seine Firma 2017 als Soloselbständiger in einer Doppelgarage. Heute beschäftigt er zehn Mitarbeiter. - © Markus Mack

Eigentlich war alles anders geplant. Markus Mack, Installateur und Heizungsbauermeister sowie Betriebswirt des Handwerks aus Michelbach an der Bilz, wollte die Firma übernehmen, für die er jahrelang tätig war. Als sich abzeichnete, dass daraus nichts wird, entschied er sich für eine Neugründung. Seine Firma startete er zunächst als Soloselbstständiger – wie einst Steve Jobs oder Bill Gates – in einer Garage. Heute, sechs Jahre später, beschäftigt er zehn Mitarbeiter. Vom Handwerk Magazin wurde er nun zum Top Gründer im Handwerk ausgezeichnet.

Total überrascht

"Modern, digital, menschlich und zukunftsorientiert", beschreibt das Magazin die Firma des 41-Jährigen. "Besonders liegen dem Unternehmer die Familienfreundlichkeit seines Betriebs und die starke Mitarbeiterorientierung am Herzen. Auch ins Thema Digitalisierung steckt er viel Herzblut", heißt es weiter. Dass er deutschlandweit aus allen Bewerbern als Sieger ausgewählt wurde, hat Markus Mack überrascht. "Als an einem Dienstagmittag der Anruf kam und mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, hatte ich erstmal total Gänsehaut", gesteht er. In Frankfurt am Main nahm er jüngst im Beisein von Kurt Georg Schreiber, Vizepräsident der Handwerkskammer, den Preis persönlich entgegen.

Unglamouröser Start

Das Preisgeld will er nutzen, um sich selbst den ein oder anderen kleinen Traum zu erfüllen. Aber auch seine Mitarbeiter werden nicht leer ausgehen. Er habe einige Überraschungen geplant. Der Beginn seiner Selbstständigkeit erinnert an die Gründungsgeschichten von Weltkonzernen wie Windows oder Apple. Wie etwa Steve Jobs oder Bill Gates startete auch Markus Mack unglamourös in einer Garage. Als der Entschluss für die Neugründung einer Firma feststand, ging alles relativ schnell. Nach einer Existenzgründungsberatung bei der Handwerkskammer konnte er dank einer Bekannten eine Doppelgarage für seine Firma anmieten.

Start mit guter Auslastung

Dass er sich selbstständig machen würde, hat sich in seiner ländlichen Heimat recht schnell herumgesprochen. Noch bevor er offiziell an den Start ging, hatte er bereits zahlreiche Aufträge in der Tasche. "Mein Betrieb startete schon mit einer guten Auslastung", erzählt er. Eineinhalb Jahre stemmte er das Geschäft alleine, dann stellte er seinen ersten Auszubildenden ein. Weitere Mitarbeiter kamen nach und nach hinzu. Bald wurde es in der 16 Quadratmeter großen Garage zu eng. Eine weitere günstige Gelegenheit löste das Platzproblem. "Ich konnte einen kleineren SHK-Betrieb übernehmen und in dessen Räumlichkeiten umziehen."

Preisverleihung an Markus Mack (Mitte)
Markus Mack (Mitte) nahm den Preis von Handwerk-Magazin-Chefredakteur Patrick Neumann entgegen. HWK-Vizepräsident Kurt Georg Schreiber (links) freut sich mit ihm. - © Bert Bostelmann

Doch auch die neuen Firmenräumlichkeiten platzten bald aus allen Nähten. Vor etwas mehr als einem Jahr bezogen er und seine Mitarbeiter eine neugebaute Firmenhalle in Michelbach an der Bilz. Beim Bau legte Mack viel Wert auf Nachhaltigkeit. Eine Dachhälfte ist komplett mit einer Photovoltaikanlage bedeckt, die den Strombedarf des Betriebes vollständig deckt. Für angenehme Temperaturen sorgen eine Wärmepumpe sowie eine Pelletheizung.

Betrieb läuft komplett digital

Der Betrieb läuft gut. Derzeit nimmt er keine Neukunden an. Zwischen 500 und 600 Wartungstermine erledigt das Team von Markus Mack pro Jahr. Der Schwerpunkt liegt auf Privatkunden. Die Digitalisierung hat für Markus Mack einen hohen Stellenwert "Man muss mit der Technik gehen", ist er überzeugt. "Deshalb läuft der Betrieb bei uns komplett digital." Alle Mitarbeiter sind mit Tablets und Smartphones ausgestattet. Mithilfe einer speziellen Software können Chef und Mitarbeiter jederzeit auf Bau-Akten zugreifen oder den Baufortschritt dokumentieren. Und das alles mit nur wenigen Klicks. "Wir können beispielsweise nach Jahren noch sehr schnell nachschauen, an welchen Stellen in der Wand der Kunden etwa die Leitungen verlaufen", schwärmt er.

Aufträge und Nachwuchskräfte via Social Media

Auch in den sozialen Medien ist Mack mit seinem Betrieb überaus aktiv. Instagram, Facebook, TikTok, LinkedIn – die Liste der Netzwerke, auf denen er mit seiner Firma vertreten ist, ist lang. Was er dort präsentiert, ist "authentisches, echtes Handwerk und nicht gestellt". Meist schicken ihm "seine Jungs", wie er seine Mitarbeiter liebevoll nennt, kleine Videos von der Baustelle, die der Chef dann hochlädt. Stolz erzählt er, dass eines seiner Videos auf TikTok bereits mehr als 2,5 Millionen Mal aufgerufen wurde. Aber Social Media betreibt der 41-Jährige nicht nur aus Spaß. "Damit erhöhe ich die Sichtbarkeit der Firma." Gelohnt haben sich die Anstrengungen. Neue Mitarbeiter wurden auf ihn aufmerksam und auch einen seiner größten Aufträge konnte er über Facebook generieren.

Azubi-Car

Fachkräftemangel ist bei Markus Mack kein Thema. Auch auf seine Azubistellen gibt es zahlreiche Bewerber. "Da sind wir in einer sehr glücklichen Lage." Ein Grund dafür ist sicher auch das "Azubi-Car". Auszubildende, sofern sie volljährig sind und einen Führerschein haben, bekommen bei Mack für die Zeit ihrer Ausbildung ein Auto zur Verfügung gestellt, das sie auch privat nutzen dürfen.

Wieder mehr Zeit für Frau und Kinder

In naher Zukunft will der Familienvater einen weiteren Meister oder Projektleiter einstellen, der ihn etwas entlastet. Zum einen möchte der Firmengründer wieder mehr Zeit mit seiner Frau und den Kindern verbringen, zum anderen will der Handwerker "auch wieder öfter raus und mehr Kundenkontakt haben". Konkrete Zukunftspläne hat er nicht. "In meinem ursprünglichen Businessplan hatte ich zehn Mitarbeiter als Ziel angegeben, das habe ich nun erreicht", sagt er. Alles Weitere lässt er auf sich zukommen.