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Arbeitsunfähigkeit Erwerbsminderung: 2018 höhere Rente

Wer nicht mehr fähig ist, zu arbeiten, kann die Erwerbsminderungsrente beantragen. Ab 2018 steigen hierbei die Auszahlungen. Alles, was Sie über die Voraussetzungen und die Vorgehensweise wissen sollten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Früher in die Rente

Wer schwer erkrankt ist, kann nicht immer bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Vollzeit arbeiten. Betroffene Arbeitnehmer können eine Erwerbsminderungsrente bekommen und frühverrentet werden. Diese kann als volle Rente ausbezahlt werden oder als Teilrente, wenn Arbeiten im Umfang von mindestens drei bis und weniger als sechs Stunden pro Tag noch möglich sind. Die volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer nach ärztlicher Prüfung täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann.

Doch es ist nicht so einfach, die Erwerbsminderungsrente zu bekommen. Außerdem müssen diejenigen, die sie vor dem eigentlichen Rentenbeginn bekommen, mit hohen Abschlägen rechnen. Sie liegen derzeit monatlich bei 0,3 Prozent. Die Abschläge sind insgesamt jedoch auf 10,8 Prozent begrenzt.

Wer derzeit eine Erwerbsminderungsrente beantragen will, muss einige Vorausstzungen erfüllen. Die folgenden Fragen und Antworten zeigen, welche das sind und was bei der Antragstellung zu beachten ist.

Erwerbsminderungsrente: Was ändert sich 2018?

Die Erwerbsminderungsrenten lagen 2016 bei voller Erwerbsminderung zwischen 704 und 792 Euro im Monat. Die Teilerwerbsminderungsrente lag zwischen 366 und 438 Euro im Schnitt im Monat. Doch das wird sich nach dem Willen der Bundesregierung ab dem 1. Januar 2018 ändern. Änderungen wurden in diesem Jahr beschlossen.

Wer künftig von Erwerbsminderung betroffen ist, wird schrittweise bis 2024 eine durchschnittlich bis zu sieben Prozent höhere Erwerbsminderungsrente erhalten. Dabei sollen all jene, die schon in jungen Jahren ihren Beruf nicht mehr voll ausüben können, bei der Rente so behandelt werden, als wären sie bis zum Alter von 65 Jahren voll erwerbstätig gewesen sein. Diese Zurechnungszeit wurde zuletzt 2014 von 60 auf 62 Jahre erhöht und steigt demnach nun von 62 auf 65 Jahre.

Wer derzeit eine Erwerbsminderungsrente beantragen will, muss einige Vorausstzungen erfüllen. Die folgenden Fragen und Antworten zeigen, welche das sind und was bei der Antragstellung zu beachten ist.

Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?

Die Höhe der Rente berechnet sich individuell aus den bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten. Bei einem Eintritt der Erwerbsminderung in jungen Jahren wird seit dem Rentenpaket der Großen Koalition aus dem Jahr 2014 mit der sogenannten Zurechnungszeit so getan, als ob noch bis zur Vollendung des 62. Lebensjahrens weitergearbeitet worden wäre.

Bis Juli 2014 galt die Zurechnungszeit nur bis zum 60. Lebensjahr und künftig wird sie bei 65 Jahren liegen. Durch die Zurechnungszeit werden also zusätzliche Zeiten berücksichtigt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Die Zurechnungszeit wird mit dem Durchschnittswert der bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten Versicherungszeiten bewertet und steigert so die Rente.

Seit Juli 2014 werden zudem in den Durchschnittsverdienst des Arbeitnehmers die letzten vier Jahre vor dem Beginn der Erwerbsminderungsrente nicht mehr einbezogen, wenn in dieser Zeit bereits Einkommenseinbußen zu verzeichnen waren, die sich negativ auf die Berechnung auswirken – etwa weil die Arbeitszeit wegen der Erkrankung reduziert wurde.

Darf man trotz Erwerbsminderungsrente etwas hinzuverdienen?

Seit dem 1. Juli gelten durch das Inkrafttreten der Flexirentengesetzes neue Hinzuverdienstgrenzen. Dieser werden sowohl beim Bezug der vollen als auch bei der teilweisen Erwerbsminderungsrente individuell berechnet. Die bis zum 30. Juni 2017 geltende Regelung zur anteiligen Rente gibt es nicht mehr und so ist es auch nicht mehr möglich, dass man bei einem geringfügigen Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze auf die nächstniedrigere anteilige Rente herabgestuft wird. Es gilt jedoch, dass niemand schlechter gestellt werden soll und wenn das durch die neuen Regelungen der Fall wäre bei der Rentenhöhe, wird die Deutsche Rentenversicherung Bund den Einzelfall prüfen.

Als Hinzuverdienst gelten laut Rentenversicherung der Bruttoverdienst aus abhängiger Beschäftigung, der steuerrechtliche Gewinn (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus selbständiger Arbeit und aus Land- und Forstwirtschaft), vergleichbares Einkommen (zum Beispiel Abgeordnetenbezüge) sowie bestimmte Sozialleistungen. Der Hinzuverdienst wird außerdem nicht mehr monatlich, sondern jährlich berechnet. Die Hinzuverdienstregelungen gelten in den alten wie in den neuen Bundesländern gleichermaßen.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Wer eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt, für den gilt eine feststehende Hinzuverdienstgrenze. Sie beträgt 6.300 Euro im Kalenderjahr. Das entspricht den bisher geltenden Regelungen, wonach ein monatlicher Hinzuverdienst von 450 Euro immer möglich war und zusätzlich dieser Betrag zwei Mal pro Jahr überschritten werden durfte, also 14× 450 Euro.

Wer die jährliche Hinzuverdienstgrenze jedoch überschreitet, bei dem wird laut Rentenversicherung der über der Grenze liegende Betrag durch zwölf geteilt. Davon werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Zusätzlich zu diesen Regelungen gilt eine Obergrenze für den Hinzuverdienst, die jedoch jeweils individuell berechnet wird. Ausschlaggebend dafür sind die Einkommensverhältnisse in den letzten 15 Kalenderjahren vor Eintritt der Erwerbsminderung.

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

Auch bei teilweiser Erwerbsminderung gilt eine jährliche Hinzuverdienstgrenze, die grundsätzlich individuell berechnet werden muss. Sie orientiert sich laut Rentenversicherung an dem höchsten beitragspflichtigen Jahreseinkommen der letzten 15 Jahre. Mindestens liegt sie im Jahr 2017 bei 14.458,50 Euro jährlich.

Mit dieser Grenze wird der Hinzuverdienst verglichen. Liegt er darüber, wird der darüberliegende Betrag durch zwölf geteilt. Davon werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Auch hierbei gilt eine Obergrenze.

Informationen über die individuellen Hinzuverdienstgrenzen erhält jeder Betroffene im Rentenbescheid. Infos zumHinzuverdienst bei der Erwerbsminderungsrente gibt die Deutsche Rentenversicherung in einer speziellen Broschüre.>>

Welche Voraussetzungen müssen für die Erwerbsminderungsrente erfüllt sein?

Eine Erwerbsminderungsrente erhalten Erkrankte in der Regel nur, wenn sie mindestens fünf Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben. Außerdem müssen sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Wer zum Beispiel aufgrund einer selbstständigen Tätigkeit oder einer Familienauszeit längere Zeit keine Beiträge in die Rentenkasse zahlt, verliert unter Umständen seinen Anspruch.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen von den so genannten Wartezeiten. So gelten die Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente beispielsweise für Auszubildende sofort, wenn sie aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit erwerbsgemindert werden.

Wie beantrage ich Erwerbsminderungsrente?

Wer frühverrentet werden möchte, muss einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen. Die Krankenkasse kann Beschäftigte auch auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen. Dieser Aufforderung müssen sie nachkommen. Wenn ein Gutachter für eine Reha-Maßnahme jedoch keine Erfolgsprognose bescheinigt, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet.

Was, wenn der Antrag abgelehnt wird?

In jedem Ablehnungsbescheid steht eine Begründung, entweder gibt es medizinische Gründe oder die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Innerhalb eines Monats kann der Antragsteller dann Widerspruch einlegen, muss aber genau begründen, warum er aus seiner Sicht Anspruch auf die Rente hat. Dann gibt es eine erneute Prüfung. Wenn der Betroffenedann wieder eine Ablehnung bekommt, bleibt nur noch der Schritt zur Klage vor dem Sozialgericht. dhz

Infos zur Erwerbsminderungsrente gibt es auch bei der Deutschen Rentenversicherung.>>>

Anspruch auf Erwerbsminderungsrente kann bei Verurteilung entfallen

Wer nach einem Unfall ganz oder teilweise nicht mehr arbeiten kann, hat Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Doch nicht immer ist das so. Zum Beispiel dann, wenn man sich strafbar gemacht hat.

Vielen Fahrzeugführern sind die Folgen für die Sozialversicherung nach einem Verkehrsunfall, bei dem man sich strafbar gemacht hat, nicht bekannt. Wird ein Fahrer verurteilt, kann der Rentenanspruch für Erwerbsminderung entfallen, wenn er das Fahrzeug ohne Führerschein bedient hat. Das geht aus einer Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts hervor (Az.: L 5 R 129/14).

Versicherung kann Antrag ablehnen

Im konkreten Fall handelte es sich um einen 29-Jährigen Mann, der ohne Führerschein und mit 1,39 Promille einen Unfall verursachte. Durch die Verletzungen, die er sich dabei zuzog, ist er seit dem voll erwerbsgemindert. Da er vom Amtsgericht wegen Trunkenheit am Steuer und Fahrens ohne Führerschein zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, lehnte die Rentenversicherung seinen Antrag auf Erwerbsminderungsrente ab.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass er sich grob selbstgefährdend verhalten habe. Wer bewusst gegen Gesetze verstoße, die gegen Schaden schützen sollen, der habe keinen Anspruch mehr auf Versicherungsleistungen.

Dieser Argumentation schlossen sich die Sozialgerichte in zwei Instanzen an. Die Rente kann versagt werden, wenn die Erwerbsminderung infolge einer strafbaren Handlung eingetreten ist, so die Auffassung des Landessozialgerichts Hessen. dpa/tmn

Der Beitrag wurde am 20. September 2017 aktualisiert.

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Kommentare

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Diana

Während der 2 Ausbildung Volle Erwerbsminderungsrente!!!

Ich hab wegen meine Gesundheit ziemlich viele einbussen gehabt und meine 2 Ausbildung sollte mir helfen einen neuen Weg trotz schwerer Krankheit zu finden...Jetzt wurde entschieden das ich
Volle EMR bekomme und die liegt Grad mal bei 326 Euro :-( Ich weiß nicht mehr weiter verstehe das nicht ich kenne jemanden der nie arbeiten war und in der Ausbildung einen schweren Unfall hatte das er dann die Volle EMR 1100 Euro hat wie geht das ...Wie haben die so unterschiedliche Berechnungen trotz fast gleicher Sachlage?
Er war Azubi ich auch nur hab ich vorher gearbeitet ...

bine

voll Erwerbsminderung

ich bin voll Erwerbsminderung seit 1997
Bin jetzt 34 Jahre alt und sie würde abgelehnt wegen der warte zeit muss ich die jetzt echt abwarten

Robert Graham

Rente in der Dunkelheit

Ich bin Amerikaner wohne seit 1993 in DE.
Mir wurde 2014 eine Rente wegen voller Erwerbsminderung genehmigt.
Heute fragt einer Steuerberater nach der Begründung und "Grad".
Die ist nirgendwo detailliert gegeben, weder in Bescheide noch Rentenanpassungen.

Ich hatte vor einem Jahr eine Beschwerde an die DRV geschrieben, da diese Info für eine amerikanische Disability Rente wichtig war, aber bekam (von DRV) keine Antwort. Daraufhin wurde meine USA "Disability" Rente abgelehnt.
Es ist womöglich, dass meine EM US-Wehrdienst bedingt war (Hörfähigkeiten waren nachweislich vermindert während Wehrdienst im Krieg mit der Navy Luftwaffe).
Heute habe ich wieder mit DRV telefoniert.
Sie sagten die DRV schreibt keine "Grad einer Behinderung."
Natürlich alles eilt sich sehr.
Was tun?
Danke

Theodoridis Georgios

Warum werden Unfallopfer eines Betrliebes,bei Antrag der Ewerbsminderungsrente diskriminiert?

Ich war in eine Firma Beschäftigt,ein Mitarbeiter verursachte mier einen unfall.Mein linke Hand ist 60% Verlust geraten,ich bekomme eine Unfallrente,danach machte meine Exfrau einen Ehebruch,weil 2 töchter hatte dürfte Zahlen,das ich nichts leisten konnte,als der Betrieb zu ging und mein Vater verstorben war,mit der jahren ging immer meine Psyche in Keller,Weil mein Unfallrente nicht reichte und laut mein Arzt der jahre lang mier kennt,machte ein Gutachten unter 3 Stunden,der Gutachter der LVH machte ein Gutachten von 6 Stunden und vollschtichtig,und sagte noch sie haben eine Rente wozu brauchen sie die andre,ich wünsche solche Menschen die gleiche chigsal,damit sie sehen wie es ist,schmerzen ohne Ende,in Körper und in Selle,und nicht brauchbar in Allgemeinen Arbeitsmarkt mit 51 jahren.solche Arzte sind die Gutachter der LVH,das wollte ich als Betroffener melden,die arbeiten für Ablenhungen und Menschen zu früher in den Tod schicken,nicht nur in Körper beschädigt auch finaniele Ruin,wo nichts ein Betroffener halten kann,Deutschland sollte da was tun,Niemand will ein Unfall haben und niemand will von Arbeitsleben früher auscheiten,das ist die Schwachstellle in Deutschland mit den Gutachter,die sollen gerechter werden und denken wen bei denen basiert wie es wäre.

Doris Haefner

Erwerbminderungsrente

Ich war in Reha die Beurteilung meiner Therapeutin war , Arbeitsunfähig,,,,,nur der Professor hatte das sagen der mich 2 mal gesehen hat voll arbeitsfähig, nun quäle ich mich durch den Alltag,,,,,der nächste Schritt ist irgendwann ein Strick

Doris Haefner

Erwerbminderungsrente

Ich war in Reha die Beurteilung meiner Therapeutin war , Arbeitsunfähig,,,,,nur der Professor hatte das sagen der mich 2 mal gesehen hat voll arbeitsfähig, nun quäle ich mich durch den Alltag,,,,,der nächste Schritt ist irgendwann ein Strick

Ulrich Kriesten

Erwerbsminderungsrente

Ich habe mal eine Frage zur Erwerbsminderungsrente.Ich habe 100 % Erwerbsminderungsrente erst 2mal abgelehnt dann im Februar 2017 genehmigt und zurück datiert auf September 2015 .Wofür soll das gut sein oder hat das einen Vor-oder Nachteil für mich.