Mit wirksamen Strategien für qualifizierten Nachwuchs attraktiv bleiben Erfolgsfaktor Familie

Um ihre Zukunft zu sicher, müssen Handwerksbetriebe qualifizierte Fachkräfte anziehen. Gerade für die ersten Schritte familienbewusster Maßnahmen brauchen sie aber konkrete Beratung und Unterstützung.

Erfolgsfaktor Familie

"Wer als Arbeitgeber aktiv auf Bewerber und Beschäftigte zugeht und sich als familienfreundliches Unternehmen positioniert, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil - gute Fachkräfte kommen und bleiben in einem Betrieb, wenn ein familienfreundliches Klima herrscht“, ist Sofie Geisel, Leiterin des Netzwerkbüros "Erfolgsfaktor Familie“, überzeugt.

"Allerdings – wenn’ s keiner weiß, weil man gar nicht darüber spricht, dann nutzt dieser Wettbewerbsvorteil wenig“, fügt sie hinzu und verweist auf eines der größten bundesweit en Unternehmensnetzwerke "Erfolgsfaktor Familie“, in dem sich rund 2.200 Betriebe zusammengeschlossen haben. Als Teil des gleichnamigen Unternehmensprogramms wurde es 2006 ins Leben gerufen, um gerade auch kleinere Unternehmen, die sich für eine familienbewusste Unternehmensführung interessieren und engagieren, bekannter zu machen.

Für Handwerksunternehmen die zum größten Teil Familienunternehmen sind, gilt Familienfreundlichkeit oft als Selbstverständlichkeit. Gerade kleine Betriebe mit geringer Beschäftigtenzahl haben gute Voraussetzung, familienbewusste Maßnahmen individuell, flexibel und mit wenig Aufwand auf die Situation der einzelnen Beschäftigten anzupassen.

Davon zeugen nicht zuletzt die Beispiele in der Informationsbroschüre "Aus der Praxis für die Praxis – Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Handwerk“ des ZDH und des Netzwerkbüros "Erfolgsfaktor Familie“. Sie gibt einen Überblick über die für das Handwerk besonders praktikablen Maßnahmen familienbewusster Unternehmensführung. Die Broschüre informiert beispielsweise über die Möglichkeit, saisonale Schwankungen mit Gleitzeitregelungen auszugleichen oder darüber, wie durch das geschickte Kombinieren von Arbeitszeitmodellen, Betriebszeiten verlängert werden können, ohne die Beschäftigten zusätzlich zu belasten.

Es gibt zahlreiche gute Beispiele. Doch diese werden meist im Verborgenen umgesetzt. Damit verschenken die Betriebe wichtige Potentiale. Um den vielen bereits umgesetzten Modellen ans Licht zu verhelfen und andere Handwerksbetriebe zum Nachahmen anzuregen, haben der ZDH und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Anfang des Jahres ihre bisherige Zusammenarbeit mit einer "Gemeinsamen Erklärung“ weiter ausgebaut.

Gerade für die ersten Schritte familienbewusster Maßnahmen brauchen Handwerksbetriebe konkrete Beratung und Unterstützung. Hierzu haben einige Handwerkskammern bereits Projekte initiiert. Dieses Engagement soll nun ausgeweitet werden. So das Ergebnis eines ersten Treffens von Handwerkskammern und Multiplikatoren am 24. Juni 2009. Initiiert wurde der Erfahrungsaustausch vom Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie“ und dem ZDH. Ziel war es, Strategien zur breiteren Implementierung von Familienfreundlichkeit im Handwerk zu entwickeln.

Unter erfolgsfaktor-familie.de können sich Betriebe kostenlos als Mitglieder anmelden und sich anhand praktischer Beispiele, Veranstaltungen und Beratung Anregungen holen, wie sie das Thema in ihre Unternehmensführung einbauen können. Denn um kluge Mitarbeiter zu gewinnen, muss über das Gute, das getan wird, auch geredet werden.

dhz