Steuertipp Erbschaft- und Schenkungsteuer: Niedrigeren Immobilienwert nachweisen

Wer eine Immobilie aus einer Erbschaft oder Schenkung erhält, muss dem Finanzamt für die Ermittlung der Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer die Verkehrswerte dieser Immobilien. Wie man vermeiden kann, dass zu hohe Steuerzahlungen festgesetzt werden.

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Geht eine Immobilie im Rahmen einer Erbschaft oder einer Schenkung auf eine andere Person über, verlangt das Finanzamt für die Ermittlung der Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer die Verkehrswerte dieser Immobilien. Um zu vermeiden, dass ein zu hoher Wert angesetzt und damit zu hohe Steuerzahlungen festgesetzt werden, kann der Neueigentümer für die Immobilie einen niedrigeren Immobilienwert nachweisen.

Diese in der Praxis häufig nicht bekannte Möglichkeit, dem Finanzamt einen niedrigeren Immobilienwert nachweisen zu können, steht in § 198 Bewertungsgesetz. Im Fachjargon spricht man auch von einer „Öffnungsklausel“.

Oberfinanzdirektion Karlsruhe verrät, wie es geht

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe geht mit dieser Öffnungsklausel sehr offen um und erklärt in einem Merkblatt, wie Erben oder Beschenkte bei der Ermittlung der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer dem Finanzamt einen niedrigeren Verkehrswert nachweisen können (Abruf des Merkblatts hier).

Als Nachweise des Erben oder des Beschenkten, dass eine geerbte oder eine geschenkt bekommene Immobilie einen niedrigeren Verkehrswert (Fachjargon „gemeiner Wert“) hat, kommen in Betracht:

  • Gutachten des örtlich zuständigen Gutachterausschusses
  • Gutachten eines Sachverständigen für die Bewertung von Grundstücken
  • Verkehrswerte bei Verkäufen vergleichbarer Immobilien ein Jahr vor oder ein Jahr nach der Erbschaft bzw. der Schenkung.

Die Gutachten von Sachverständigen nimmt das Finanzamt natürlich noch einmal genau unter die Lupe, um auszuschließen, dass es sich bei diesen Gutachten um Gefälligkeitsgutachten handelt.

Steuertipp

Ein Abschlag vom objektiv richtigen Verkehrswert kommt bei einer Immobilie immer dann in Betracht, wenn besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale vorliegen. Ein Abschlag setzt Umstände nach § 8 Abs. 3 ImmoWertV voraus, die erheblich vom Durchschnittsobjekt abweichen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.