Baukonjunktur Engpässe bei Material und Personal bremsen Baugewerbe

Die Baukonjunktur verliert an Schwung. Fehlende Fachkräfte und extrem hohe Preise machen der Branche nachwievor zu schaffen.

Wohnungsbau Mehrfamilienhaus
Im privaten Wohnungsbau konnten die Bauunternehmen zuletzt ihre Umsätze steigern. Anders als im Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau. - © Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Das Bauhauptgewerbe sieht verhalten in die Zukunft und fordert von der Politik eine wirtschaftsfreundliche Baupolitik. "Es braucht jetzt zielgerichtete Rahmenbedingungen, um den Kapazitätsaufbau mittel- und langfristig weiter zu stützen", sagte der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), Reinhard Quast anlässlich des Deutschen Baugewerbetages. Während die Unternehmen im privaten Wohnungsbau beim Umsatz bis Ende August zulegten und auch für das kommende Jahr mit steigenden Umsätzen rechneten, sähe die Lage im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau schlechter aus.

Baupreise werden weiter steigen

Nach wie vor zu schaffen machen dem Baugewerbe fehlende Fachkräfte sowie Probleme bei der Materialbeschaffung und den damit einhergehenden Preissteigerungen. "Es ist weiter mit deutlich höheren Einkaufspreisen wie auch mit einer anhaltenden Knappheit bei einigen Baumaterialen zu rechnen", teilte der Zentralverband mit Blick auf das neue Geschäftsjahr mit.

So liegen nach Informationen des ZDB die Erzeugerpreise für Bauholz immer noch mehr als doppelt so hoch wie zum Vorjahreszeitpunkt.

Bei Stahl sei ein Plus von 80 Prozent zu verzeichnen, bei Kunststoffprodukten wie Rohren und Dämmstoffen mache das Plus 30 Prozent bis 40 Prozent aus. „Die Bauunternehmen werden nicht umhinkommen, die Baupreise auch weiter anzupassen“, heißt es weiter. Schon per August hätten die Baupreise für Bauleistungen gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent zugenommen.

Wohnungsbau läuft weiter gut

Wie der Verband mit Blick auf eine Konjunkturumfrage unter den Mitgliedsunternehmen mitteilte, fallen die Geschäftserwartungen gegenüber der Einschätzung der aktuellen Lage ab. Auch gebe es deutliche Unterschiede in den unterschiedlichen Bereichen. So werde die Auftragslage von über der Hälfte der Unternehmen im Wohnungsbau und im Ausbau tätigen Unternehmen mit gut bezeichnet. Zum Wirtschaftsbau meldeten dies nur knapp ein Drittel, zum öffentlichen Bau ein ein Viertel der Unternehmen. Im öffentlichen Bau zeigten sich die verengten Handlungsspielräume der Kommunen infolge der Corona-Krise. „Ohne eine fortgesetzte Stützung durch den Bund wird es nicht gelingen, dem Investitionsstau beizukommen“, hieß es weiter.

Unternehmen investieren mehr

Insgesamt waren die Umsätze im Baugewerbe in Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigen bis Ende August um rund ein Prozent auf 59 Milliarden Euro zurückgegangen. Dabei konnte der Wohnungsbau noch um 1,4 Prozent auf 15 Milliarden Euro zulegen. Die Umsätze im Wirtschaftsbau stabilisierten sich bei rund 25 Milliarden Euro. Im öffentlichen Bau gingen die Umsätze allerdings um rund drei Prozent auf rund 19 Milliarden Euro zurück. Insgesamt investierten die Unternehmen weiter verstärkt in Maschinen und Geräte und in Digitalisierung. Gleichzeitig bauten die Unternehmen nach den Worten Quasts kontinuierlich ihre Personalkapazitäten auf und investierten in Maschinen und Geräte. Insgesamt konnte die Zahl der Beschäftigten um 1,3 Prozent gesteigert werden.