Wie sieht die energieeffiziente Stadt der Zukunft aus? Im südhessischen Lampertheim wird im Projekt "Modellstadt25+" nach Lösungen gesucht, die auch auf andere mittelgroße Städte übertragbar sind.
So wurde ein Planungsprogramm entwickelt, das energieträgerübergreifend bei der Erstellung von Energiekonzepten für Bebauungspläne eingesetzt werden kann. Laut Informationsdienst "bine" können auf dieser Grundlage Forscher und Stadtverwaltung Vorschläge für optimierte bauliche und Versorgungsstrukturen einzelner Quartiere bis hin zu ganzen Stadtgebieten nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien erarbeiten. Die Berechnungen seien technologieoffen.
Der Test des Planungsprogramms findet in 41 Bestandsquartieren aus den 1960er Jahren der Lampertheimer Kernstadt statt. Im Ergebnis erfährt die Stadtverwaltung, welche Technologien und Maßnahmen in welchen Quartieren ein hohes Potenzial für mehr Energieeffizienz bieten. Die Stadt kann zum Beispiel das lokale Förderprogramm „Energetische Gebäudesanierung“ nach dieser Grundlage ausrichten. Darüber hinaus plane das Projektteam den Einsatz des Planungstools für die Entwicklung eines Neubaugebiets in der benachbarten Gemeinde Biblis.
Metropolregion Rhein-Neckar bietet Standortvorteil
Die Stadt Lampertheim ist mit rund 32.000 Einwohnern ein aufstrebendes Mittelzentrum in Südhessen. Die Lage inmitten der Metropolregion Rhein-Neckar nördlich von Mannheim bietet viele Standortvorteile.
Die Kommune setzt sich seit Jahren für eine nachhaltige städtebauliche und energetische Entwicklung ein. Bereits Mitte der 1990er Jahre betreibt Lampertheim zusammen mit den Städten Viernheim und Lorsch eine gemeinsame Energieinitiative. Seit 2008 fördert die Stadt zusätzlich energieeffiziente Neubauten im privaten Wohnungsbau. Darüber hinaus werden besonders effiziente Sanierungen von Altbauten und seit 2013 Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung bezuschusst.
Auch bei den städtischen Gebäuden wird auf eine nachhaltige und energiesparende Entwicklung besonderen Wert gelegt, beispielsweise 2012 bei dem Bau einer neuen Kindertagesstätte in Passivhausbauweise.
Im Laufe des Projekts hat sich laut "bine" gezeigt, dass das neu entwickelte Planungsprogramm durch seine starke Ausrichtung auf Quartiere vielseitig einsetzbar ist. So seien Optimierungsrechnungen ebenso gut für Quartiere in dörflichen oder großstädtischen Kommunen möglich – sofern keine untypischen Strukturen wie U-Bahn oder Flughafen berücksichtigt werden müssen.
