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Steuervorteil durch entsprechende Bescheinigung Energetische Sanierungsmaßnahmen: So muss die Bescheinigung aussehen

Als Handwerksbetrieb kann es sich lohnen, Leistungen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen anzubieten. Denn Privatkunden, die energetische Sanierungsmaßnahmen an ihrem Eigenheim in Auftrag geben, winkt eine Steueranrechnung. Doch damit des mit den Steuervorteilen klappt, muss dem Privatkunden eine entsprechende Bescheinigung ausgehändigt werden.

Grundsätze zur Steueranrechnung für energetische Sanierungsmaßnahmen

Ihre Privatkunden bekommen auf Antrag in der Einkommensteuererklärung ab 2020 eine Steueranrechnung von 20 Prozent des Rechnungsbetrags über energetische Sanierungsmaßnahmen. Im Jahr des Abschlusses der Arbeiten und im Jahr danach beträgt die Steueranrechnung jeweils sieben Prozent, maximal jedoch 14.000 Euro im Jahr und im darauffolgenden Jahr sechs Prozent, maximal 12.000 Euro. Voraussetzungen für diese maximale Steueranrechnung von insgesamt 40.000 Euro sind:

  • Die Immobilie muss älter als zehn Jahre als sein.
  • Die Immobilie muss vom Privatkunden zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden.
  • Dem Kunden muss vom Fachunternehmen bescheinigt werden, dass die Mindestanforderungen an die Steueranrechnung nach § 35c EStG erfüllt sind.

Praxis-Tipp: Zu der letzten Voraussetzung – also zur Bescheinigung – hat das Bundesfinanzministerium ein ausführliches BMF-Schreiben erlassen und Musterbescheinigungen zur Verfügung gestellt (BMF, Schreiben v. 31.3.2020, Az. IV C 1 – S 2296-c/20/10003:001, abrufbar hier).

Abweichungen von amtlicher Musterbescheinigung nicht empfehlenswert

Das Bundesfinanzministerium stellt in seinem Infoschreiben klar, dass für die Bescheinigung die amtlich vorgeschriebenen Muster zu verwenden sind. Vom Inhalt, Aufbau und von der Reihenfolge darf nicht abgewiesen werden. Nur in Ausnahmefällen dürfen Zeilen gelöscht (wenn diese nicht ausgefüllt werden) oder ergänzt werden (wenn der Bescheinigung wichtige Infos beigefügt werden sollen).

Um zu verhindern, dass Kunden beim Finanzamt wegen einer individuell erstellten Bescheinigung keine Steueranrechnung bekommen und eine berichtigte Bescheinigung bei Ihnen anfordern (= unnötiger Zeitaufwand), sollten Sie sich an das amtliche Muster im BMF-Schreiben vom 31. März 2020 halten.

Ausnahme zur Bescheinigung jeder einzelnen Sanierungsmaßnahme mit Kostenausweis

Normalerweise sind die Kosten für jede energetische Maßnahme einzeln in der Bescheinigung auszuweisen. Auf das aufwändige Ausfüllen kann jedoch verzichtet werden, wenn die der Bescheinigung beigefügte Rechnung entsprechend der Unterteilung des amtlichen Musters gegliedert ist und die Kosten der jeweiligen Maßnahme so zugeordnet werden können.

Praxis-Tipp: Sie sparen also Zeit, wenn Sie die Rechnung über die Sanierungsleistungen nach dem amtlichen Muster der Bescheinigung aufbauen.  

Höhere Steueranrechnung für Privatkunden bei Kosten für Energieberater

Lassen Sie einen Mitarbeiter zum Energieberater ausbilden, kann das ein weiteres Argument dafür sein, dass Sie den Zuschlag von potentiellen Kunden für den Auftrag bekommen. Denn für die Kosten für spezielle Energieberater winkt sogar eine Steueranrechnung von 50 Prozent.

Gemeint sind Energieberater, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude" zugelassen sind und für Energieeffizienz-Experten, die für das KfW-Förderprogramm "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude" (KfW-Programme Nr. 151/152/153 und 430) gelistet sind.

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