Der gelernte Elektriker Frank Kübler aus Pforzheim zeigt, wie das Handwerk rockt – im wahrsten Sinne. Zum 25-jährigen Jubiläum seiner Internet-Agentur hat der Unternehmer einen Song geschrieben, der das Handwerk feiert: kraftvoll, eingängig, echt.

Ein gemütlicher Sofaabend war der Auslöser. "Ich habe im Fernsehen ein Lied über das Handwerk gehört", erzählt Rockmusiker Frank Kübler. "Aber es war eine traurige Ballade – das passte für mich nicht zum Handwerk." Als er einem Freund davon erzählte, meinte dieser: "Dann mach’s doch besser!" Gesagt, getan: Der gelernte Elektriker machte sich ans Werk und brachte seine zwei Welten zusammen – Musik und Handwerk. Das Ergebnis: der Song Handwerk. Der Stil? "Neue Deutsche Härte" – irgendwo zwischen Rammstein, Megaherz und Eisbrecher. "Ich habe eine tiefe Stimme, da lag das Genre auf der Hand", sagt Kübler. Ein Popsong wäre ihm zu glatt gewesen. "Ich wollte etwas Echtes, etwas mit Kraft."
Die Liebe zur Musik – und zum Handwerk
Parallel zur Entstehung des Songs formierte sich auch die Band: Glockenwerk. Mit an Bord sind Gitarrist Eric Juris, Schlagzeuger Antonio Caprara und Bassist Thiago Macedo Baumgarten – ein internationales Quartett mit deutschen, italienischen, ecuadorianischen und brasilianischen Wurzeln. Sprachliche Hürden? Kein Thema. "Wir sprechen Englisch, ich übersetze meine Texte für die Jungs", sagt Kübler. Was sie eint: die Liebe zur Musik – und zum Handwerk.
Im Songtext heißt es: "Sie bauen Häuser Stein um Stein und backen Brote knusprig fein. Mein Kachelofen ist ganz heiß, mein Auto sicher und ganz leis." Mit viel Witz und Charme stellt Handwerk die 16 gängigsten Innungsberufe vor. Nicht immer ernst, aber stets mit Respekt – das kommt an. "Ich habe bislang nur positives Feedback bekommen", freut sich Kübler.
Mitten aus dem Handwerk – für das Handwerk
Die Resonanz unter Handwerkerinnen und Handwerkern ist groß. Egal ob Friseur, Bäcker, Schreiner oder Zimmerer – viele fühlen sich von der Musik angesprochen. Auch beim Videodreh war die Beteiligung enorm. "42 Leute standen bei mir im Betrieb", erinnert sich Kübler. Als Marketingprofi für zahlreiche Handwerksfirmen ist er bestens vernetzt. Jeder brachte Requisiten oder Ideen mit, kleine Szenen wurden gedreht – ganz ohne Schauspieler. Das Musikvideo entstand gemeinsam mit Filmemacher Sven Goldenbaum – und zeigt ausschließlich Menschen aus dem echten Handwerk.
Backe, Bau oder Pinselstrich – Lieder für Innungen
Was Kübler und seine Band zeigen wollen? "Das Handwerk rockt", sagt er. "Mir war wichtig, dass das Lied den Handwerkern gefällt – sonst hätten wir unser Ziel verfehlt." Dass Handwerk eingeschlagen hat, zeigt die Entwicklung: Inzwischen hat Kübler über 20 Lieder für einzelne Innungen geschrieben – darunter Stein für die Bau-Innung, Backe für die Bäcker oder Pinselstrich für Maler und Lackierer. Die Songs laufen bei Veranstaltungen, dienen als Warteschleifenmusik – und sogar als Klingeltöne. Aktuell entsteht das Video zum Titel "Die Schneiderin". Anfangs gab es Zweifel, ob der harte Stil zur zarten Stoffkunst passt. Doch auch diese Innung ließ sich überzeugen.
Musik als Botschaft – nicht als Geschäft
"Es steckt kein finanzielles Interesse dahinter", betont Kübler. Im Gegenteil: Einen hohen fünfstelligen Betrag habe er investiert, über Streamingplattformen seien bislang rund 30 Euro eingenommen worden. "Es geht mir darum, das Handwerk sichtbar zu machen. Wir wollen zeigen, wie wichtig es für unsere Gesellschaft ist." Mit seinen Liedern hofft er, "ein kleines Puzzlestück im großen Ganzen" zu sein. Und solange das so ist, macht er weiter – laut, ehrlich und leidenschaftlich: "Das ist Kultur, die uns zusammenhält. Ihr baut die Welt, wie sie uns gefällt."