Sicherheit für die Firma Einbruchschutz: So sichern Sie Ihren Betrieb richtig ab

In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochsaison. Gewerbetreibende sollten daher rechtzeitig Vorsorge treiben, um ihr Unternehmen vor Langfingern zu schützen. Denn die Schäden sind mitunter immens.

Harald Czycholl

Gerade in den Wintermonaten haben Einbrecher Hochsaison. Daher sollten Betrieb und Eigenheim richtig geschützt werden. - © sdecoret/Fotolia.com

Mit dem Thema Einbruchschutz gehen viele Betriebe leichtfertig um. Das Tagesgeschäft mit seinen Herausforderungen nimmt alle Energie von Unternehmern und Mitarbeitern in Anspruch. Dabei hat das Thema Sicherheit für jedes Unternehmen eine hohe Relevanz: Es kann geradezu überlebenswichtig sein – denn wenn Schäden grob fahrlässig herbeigeführt werden, kommt auch die Versicherung nicht für den Schaden auf.

Und der kann durchaus immens sein: Laut Polizeiangaben verursachen Einbrecher jedes Jahr Schäden von mehr als 300 Millionen Euro in Betrieben, Praxen und Firmenbüros. Die Aufklärungs- und Verurteilungsquote bewegt sich hingegen auf einem extrem niedrigen Niveau. Gewerbetreibende sollten daher rechtzeitig Vorsorge betreiben, um ihr Unternehmen vor Langfingern zu schützen.

Einbruchschutz: Mechanik verhindert, Elektronik meldet

Das ist besonders jetzt zur dunklen Jahreszeit wichtig – denn da sind die Kriminellen besonders aktiv: "Das letzte Quartal des Jahres ist Hauptsaison für Einbrecher", warnt Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Verbandsstatistik besagt, dass etwa jeder fünfte Einbruch im Dezember stattfindet, etwa jeder zehnte im Oktober, November und Januar. Fast die Hälfte aller Einbrüche erfolgt damit in diesen vier Monaten. Gerade rund um die Weihnachtsfeiertage, wenn in vielen Unternehmen Betriebsurlaub herrscht, haben die Langfinger freie Bahn. Und häufig haben sie es nicht einmal besonders schwer: In vier von fünf Fällen kommen sie über ein Fenster – und gerade bei älteren Fenstern reicht zum Aufhebeln schon ein Schraubenzieher.

Beim Einbruchschutz den Faktor Mensch einbeziehen

Viele Sicherheitsmängel in Unternehmen könnten aber auch schon ganz ohne technische Maßnahmen abgestellt werden – und damit auch ohne finanziellen Aufwand. Oftmals reiche schon die Veränderung von organisatorischen Abläufen, sagt Joachim Zieschang, Referatsleiter "Technische Prävention/Polizeiliche Beratung" beim Landeskriminalamt Sachsen. "Das Wichtigste ist, den Faktor Mensch in das Sicherheitskonzept einzubeziehen." Zieschang und sein Beratungsteam unterstützen Unternehmen in Fragen des Gebäude- und Datenschutzes. Die Schwachstellen werden individuell vor Ort analysiert, danach sprechen die Experten ihre Empfehlungen aus. Anschließend liegt es in der Hand des Betriebes, diese auch konsequent umzusetzen.

Letztlich läuft es darauf hinaus, genaue Regeln festzulegen, wie sich jeder Mitarbeiter sicherheitstechnisch zu verhalten hat. "Dadurch weiß jeder, in welchem Rahmen er sich bewegen kann und muss", sagt Zieschang. Vorschriften zur mechanischen Sicherung des Gebäudes können beispielsweise lauten, dass nach dem Betreten des Betriebes die Tür stets geschlossen werden muss und am Ende des Tages der Letzte im Betrieb sicherstellt, dass alle Fenster und Türen geschlossen sind und vor dem Verlassen des Gebäudes die Alarmanlage scharf stellt. Zudem sei es wichtig, Betriebsinterna wie beispielsweise wie viel Bargeld im Betrieb liegt und an welchem großen Auftrag man gerade arbeitet, nicht an Dritte auszuplaudern, so Zieschang.

Eine gute Nachbarschaft hilft beim Einbruchschutz

Grundsätzlich sollte sich auch kein Besucher frei im Gebäude bewegen dürfen – Besuch muss vorher angemeldet werden, an der Tür in Empfang genommen, bis zum Gesprächspartner geführt und auch wieder aus dem Gebäude hinausgebracht werden. "Die festgelegten Regeln müssen kommuniziert, eingehalten und kontrolliert werden. Wenn jemand dagegen verstößt, müssen Sanktionen folgen", sagt Zieschang. Dabei sei es wichtig, dass die Belehrungen regelmäßig mindestens einmal im Jahr erfolgen und die Mitarbeiter die Kenntnisnahme schriftlich quittieren.

Auch ein aufmerksamer Nachbar kann ein effektiver Einbruchschutz sein. Oftmals reicht es schon, wenn man seine Nachbarn kennt, ein gutes Verhältnis zu ihnen hat und gegenseitig die Kontaktdaten austauscht. Beobachtet der Nachbar zum Beispiel Fremde auf dem Grundstück oder auch ein Auto, das immer wieder langsam am Betrieb vorbeifährt, als würde es etwas ausspionieren, kann er Alarm schlagen – und damit so manchen Einbruch schon im Vorfeld verhindern.

Sicherheitskonzept für das eigene Unternehmen

Jeder Betrieb sollte sich Gedanken über das Thema Einbruchschutz machen. Gesetzlich verpflichtet ist man zu entsprechenden Maßnahmen zwar nicht – aber die Versicherer können hinsichtlich mechanischer und elektronischer Sicherheitsmaßnahmen klare Bedingungen stellen. Und letztlich liegt es natürlich auch im eigenen Interesse, seinen Betrieb vor Diebstahl und Einbruch zu schützen.

Erste Anlaufstelle in dieser Hinsicht sind die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. In vielen Bundesländern kommt dann ein Fachberater der Polizei in den Betrieb, um die Schwachstellen zu analysieren. Hierbei wird genau auf die drei Säulen des Sicherheitsbereichs – Mechanik, Elektronik und Organisation – geschaut. Denn es reicht nicht aus, dass nur ein oder zwei Bereiche genügend abgedeckt sind. Die Sicherheitsmaßnahmen müssen genau aufeinander abgestimmt sein. czy