Ab dem Jahr 2024 soll Schluss sein: Die Ministerien arbeiten aktuell an einem Entwurf zum Verbot von Heizungen auf ausschließlich fossiler Basis. Parallel wird an verbesserten Fördermöglichkeiten gearbeitet.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) macht beim Klimaschutz im Gebäudesektor Druck. "Ohne ein schnelles Umsteuern im Bereich der Gebäudewärme kann Deutschland weder die Klimaziele erreichen noch die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen rasch reduzieren", heißt es in einem Referentenentwurf zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), der der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ) vorliegt. Der Einbau von Heizungsanlagen auf Basis ausschließlich fossiler Energieträger – vor allem Gas- und Ölheizungen – solle ab dem Jahr 2024 nicht mehr gestattet sein, heißt es dort weiter.
Kritik lässt nicht auf sich warten
Wie das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, handelt es sich beim vorliegenden Entwurf noch um keinen endgültigen Entwurf. Vielmehr arbeite man mit dem Bauministerium an einer gemeinsamen Novelle des Gebäudeenergiegesetzes. Doch schon jetzt hagelt es Kritik. So schießt nach Ansicht von Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, der Entwurf weit über die Vereinbarungen der Koalition hinaus. "Die FDP wird einem solchen Entwurf nicht zustimmen", sagte er. Natürlich müsse der Gebäudesektor klimafit werden. "Das funktioniert aber nicht über Nacht und nicht mit der Brechstange."
Handwerk: Nicht auf bestimmte Technologien festlegen
Aus Sicht des Handwerks ist die Modernisierung der Gebäudetechnik ein zentraler Hebel, um Klimaziele zu erreichen. "Allerdings sollte dabei vor allem zählen, dass Zielwerte bei der CO2-Reduzierung auf Gebäude- und Quartiersmaßstab erreicht werden", sagte der Generalsekretär des Handwerksverbandes ZDH, Holger Schwannecke. "Sich auf bestimmte Technologien festzulegen, macht dagegen wenig Sinn." Auf mittlere Sicht werde es weiter Gebäude geben, die nicht für einen schnellen Umstieg von Verbrennerheizungen auf neue Technologien geeignet seien.
Die Wärmepumpe ist laut dem ZDH aktuell eine der besten Technologien im Einzel-Gebäudesektor. Das Handwerk fahre hier seine Kapazitäten gerade hoch. Anreize für den Einbau von Wärmepumpen im Neubau und für einen schnellen Austausch von Bestandsheizungen zu setzen, sei sicherlich sinnvoll. "Ehe allerdings bestimmte Techniken im Bestand verboten werden, sollte besser zunächst die energetische Sanierung der Gebäudesubstanz weiter vorangetrieben und für jedes Haus individuelle Lösungen ermöglicht werden", forderte Schwannecke.
Noch werden 80 Prozent der Wärmenachfrage fossil gedeckt
Ursprünglich hatte die Ampel in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass ab dem 1. Januar 2025 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Die Koalition hat dann vor dem Hintergrund des Angriffskrieges auf die Ukraine beschlossen, dass die Regelung ein Jahr vorgezogen wird.
Wie es im Referentenentwurf heißt, wird in Deutschland mehr als ein Drittel des gesamten Energiebedarfs zum Heizen der Gebäude und zur Warmwasserversorgung verbraucht. "Über 80 Prozent der Wärmenachfrage wird noch durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern gedeckt." Dabei dominiere das Erdgas im Gebäudewärmebereich. "Über 40 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases verbrennen wir jährlich, um unsere Gebäude zu beheizen und mit warmem Wasser zu versorgen."
Und weiter heißt es: "Von den rund 41 Millionen Haushalten in Deutschland heizt nahezu jeder zweite mit Erdgas, gefolgt von Heizöl mit knapp 25 Prozent und Fernwärme mit gut 14 Prozent. Stromdirektheizungen und Wärmepumpen machen jeweils nicht einmal drei Prozent aus." Die übrigen sechs Prozent entfielen auf Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie Holz, Holzpellets, sonstige Biomasse und Kohle. Bei den neu installierten Heizungen habe der Anteil von Gasheizungen im Jahr 2021 sogar 70 Prozent betragen.
Habeck sieht beim Umstieg starken staatlichen Förderbedarf
Wirtschaftsminister Habeck hatte jüngst deutlich gemacht, dass er beim verstärkten Umstieg auf klimafreundliche Heizungen einen starken staatlichen Förderbedarf sieht. Dabei müsse die Förderung so sein, dass auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel nicht davon abgehalten würden, ein Haus zu sanieren, eine Wärmepumpe einzubauen oder den Gasbrenner rauszunehmen. Im Referentenentwurf heißt es dazu: "Um diese Investitionen finanzieren zu können, wird die Bundesregierung weiterhin die Eigentümer durch die Förderung von Gebäudesanierungen und den Wechsel auf Erneuerbare-Energie-Heizungen finanziell durch direkte Zuschüsse, Kredite und durch steuerliche Förderungen unterstützen. Die Regierung plane, "diese Förderung künftig stärker auch auf kapital- und Einkommensschwache Eigentümer auszurichten, um zu gewährleisten, dass die Verpflichteten finanziell die notwendigen Investitionen tragen können".
Mit Inhalten der dpa