Hauptsache Selbstständig Ein Container im eigenen Garten: Der etwas andere Friseursalon

Tanja Pittermann träumte von der Selbstständigkeit. Treppen im eigenen Haus und hohe Mietpreise in der näheren Umgebung erschwerten den Plan. Die Friseurin gab nicht auf. Heute hat sie ausreichend Platz und bietet ihren Kunden ein freundliches Ambiente – in einem Container-Salon.

Friseurin im Salon
Ausreichend Platz und freundliches Ambiente: Ein Blick in den Container. - © HWK für Oberfranken

"Nachdem meine Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, wollte ich beruflich nochmal durchstarten. Am besten aber in Eigenregie und mit möglichst kurzem Arbeitsweg." So der Plan, den Tanja Pittermann für ihre berufliche Zukunft schmiedete. Dass dieses Vorhaben allerdings schwieriger als gedacht werden würde und mit einem Schiffscontainer im eigenen Garten endete – das hätte sich die heute selbstständige Friseurin nicht träumen lassen.

"Es stellte sich schnell heraus, dass die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten mit meinen Vorgaben große Hürden barg. Entweder war die Miete deutlich zu hoch, gerade auch im Zusammenspiel mit der Ausstattung." Oder die Angebote seien zu weit weg gewesen von ihrem kleinen Heimatort Weißenbach bei Wirsberg. Einen Salon im eigenen Keller? Dabei war die Treppe ein Hindernis.

Recherche bringt die Lösung

So war für Tanja Pittermann, die ihren Traum nicht so schnell aufgeben wollte, guter Rat teuer. Bei Recherchen im Internet wurde sie schließlich auf ein Unternehmen aufmerksam, das Schiffscontainer nach individuellen Wünschen in Wohn- und Nutzräume umbaut. Oftmals für Katastropheneinsätze wie beispielsweise nach der Flut im Ahrtal, aber auch für den gewerblichen Gebrauch.

"Das ist die optimale Lösung", war die Friseurin schnell sicher und bestellte ihren Salon im Container, den sie nach eigenen Vorstellungen anpassen konnte. Danach schaffte sie im eigenen Garten die notwendigen Voraussetzungen, ließ Fundamente setzen und Versorgungsleitungen legen. Nach nur wenigen Wochen wurde der Container schließlich angeliefert und aufgestellt, perfekt ausgestattet mit zwei Bedienplätzen mit Spiegeln, einem Waschbecken, einer Farbecke und einem WC.

Friseurin vor Laden
Tanja Pittermann hat sich in einem umgebauten Schiffscontainer ihre neue Existenz aufgebaut. - © HWK für Oberfranken

So hat sich Tanja Pittermanns Traum von der eigenen Existenz zum 1. September auf sechs mal zweieinhalb Meter erfüllt. In ihrem Salon "Glückssträhne" frisiert sie nun ihre Kundinnen und Kunden in einer ungewohnten Atmosphäre. "Der Platz ist ausreichend", sagt Pittermann. "Meine Kundinnen und Kunden sind überrascht von den Räumlichkeiten, die innen viel mehr Platz bieten, als man von außen vermutet."

Positive Bilanz

Schon nach den wenigen Tagen mit ihrem Salon im Container zieht Tanja Pittermann eine positive Bilanz. "Ich habe meine Idee tatsächlich so umsetzen können, wie ich es für mich erhofft hatte. Vor allem war mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr wichtig." Da sie ausschließlich mit Terminvereinbarungen arbeite und sich der Salon ja nur ein paar Schritte vom eigenen Haus entfernt befindet, kann sie sich den Arbeitstag ideal einteilen und gleichzeitig flexibel auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen. Und ihre Stammkunden haben den neuen Container-Salon auch schon ins Herz geschlossen. "Ich bin mit dieser Lösung wirklich superglücklich. Manchmal muss man halt etwas über den Tellerrand hinausschauen, um sich den optimalen Arbeitsplatz zu schaffen." Jetzt stehen für die Existenzgründerin noch Restarbeiten an: Der Container wird von außen mit Holz verkleidet und vor dem Eingang soll ein kleiner, überdachter Wartebereich entstehen. Zudem lässt Pittermann auf dem Dach des Containers Photovoltaikelemente installieren, die den Container dann autark mit dem nötigen Strom versorgen.