Recht -

Belegausgabepflicht eBon: So funktioniert der digitale Kassenzettel

Während der Ärger um ausgedruckte Kassenzettel im Handwerk weitergeht, gibt es zumindest bei den alternativen eBons Klarheit. Wie Handwerksbetriebe mit der Alternative zum ausgedruckten Papierbon umgehen müssen.

Wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) berichtet, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) für Rechtssichrheit gesorgt, was den Umgang mit digitalen Kassenzetteln betrifft. Unklar war bislang die Frage, ob es ausreicht, einen eBon auf einem Server zum Download bereitzustellen und dem Kunden den Downloadlink als QR-Code zur Verfügung zu stellen? Dazu später im Text mehr. Fassen wir zunächst die Fakten zusammen:

Fakten zur Bonpflicht

Wie wird nun also mit eBons richtig verfahren?

Das gilt beim eBon

Unklar war in Bezug auf eBons seit Anfang des Jahres, wie genau mit ihnen zu verfahren ist. Während Kassenzettel auf Papier ohne Wenn und Aber ausgedruckt werden müssen, sind eBons differenzierter zu betrachten. Technisch möglich sind derzeit verschiedene Varianten: Ein eBon kann mittels eines QR-Codes übermittelt werden, per NFC oder E-Mail, eventuell auch über eine Kundenkarte wie Payback.

Bei der Verwendung von QR-Codes war bislang nicht rechtssicher geklärt, ob die Belegausgabepflicht erfüllt ist, wenn der eBon auf einem Server bereitgestellt und als QR-Code zum Download dem Kunden angeboten wird. Das Bundesfinanzministerium hat jetzt dazu ausgeführt, dass die Transaktion vor Bereitstellung des Belegs abgeschlossen sein muss. Da dann der elektronische Kassenbeleg erstellt und zum Download zur Verfügung gestellt werde, sei die Belegausgabepflicht erfüllt. "Es ist grundsätzlich sinnvoll, Daten, die digital vorhanden sind, auch digital an den Endverbraucher zu bringen", sagt Amir Karimi, Geschäftsführer des Softwareherstellers A&G in Bremen, und erläutert die technischen Möglichkeiten für einen eBon.

  • NFC (Near Field Communication): Die Daten sind in einer Cloud gespeichert und abrufbar. Sie werden übertragen, indem der Kunde sein Mobiltelefon an eine Servicestation hält.
  • QR-Code aktiv: Der Kunde scannt mit seinem Smartphone den QR-Code, der ihm über ein Display angezeigt wird. Auch hier werden die Daten in einer Cloud bereitgestellt.
  • QR-Code passiv: Eine Softwareapplikation erzeugt einen QR-Code, der einem Kunden zugeordnet ist. Das System im Laden erkennt diesen Kunden an der Kasse anhand seines individuellen QR-Codes und legt den eBon in dessen Cloud, wo der Kunde ihn bei Bedarf abrufen kann.
  • E-Mail: Ein in den USA übliches Verfahren. Der Kunde richtet sich eine eigene E-Mail-ID ein und lässt sich den Kassenzettel an seine Adresse senden.
  • Kundenkarten: Die Belegausgabepflicht kann auch über Kundenkarten wie eine Paybackkarte erfüllt werden. Für Amir Karimi allerdings nicht die beste Lösung: "Die Kassen drucken trotzdem einen Bon – meist dann nur mit Werbung. Es ist also nichts gewonnen."
Zum aktualisierten Leitfaden "Kassenführung" des ZDH >>

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten