Die Zahl der Auszubildenden im E-Handwerk nimmt kontinuierlich zu. Das gilt, auch wenn die Neustrukturierung der Ausbildung sich aktuell auf die Neuverträge niederschlägt. Obwohl die Zahl wächst, zeigen noch immer nur wenige Frauen Interesse an einer Ausbildung in der Branche.

Die Zahl der Auszubildenden im E-Handwerk hat über alle Lehrjahre hinweg hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. "E-handwerkliche Berufe sind beliebt", sagt Jörg Feddern, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen (ZVEH) Berufe.
Insgesamt lernten 2024 46.481 Auszubildende einen e-handwerklichen Beruf. Ein Jahr zuvor waren es 46.196; ein Plus von 0,6 Prozent. Die Zahl der Neuverträge sei 2024 jedoch mit 2,1 Prozent leicht zurückgegangen.
Mehr Ausbildungswechsel durch Neustrukturierung der Berufe
So haben sich nach Angaben des Verbandes im vergangenen Jahr 15.803 junge Menschen für eine Ausbildung im E-Handwerk entschieden. Ein Jahr zuvor waren es noch 16.134. Der Grund für den Rückgang liegt nach Informationen des ZVEH vor allem daran, dass es 2023 besonders viele Neuverträge aufgrund einer Neustrukturierung der e-handwerklichen Berufe gegeben hatte. Diese hatte manche Auszubildende dazu bewogen, noch einmal den Ausbildungsberuf innerhalb der E-Handwerke zu wechseln, was als Neuvertrag gezählt wurde.
Berufsbild "Gebäudesystemintegrator" noch wenig bekannt
Wie der ZVEH weiter mitteilte, wurde die Ausbildung zum "Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik" mit insgesamt 41.397 (Vorjahr: 41.018) Auszubildenden im Jahr 2024 am häufigsten gewählt. In anderen Berufen des E-Handwerks waren die Zahlen dagegen rückläufig.
Mit Blick auf den 2021 an den Start gegangenen neuen Ausbildungsberuf "Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration (GSI)" hat sich die Zahl der gesamten Auszubildenden zwar von 379 im Jahr 2023 auf 426 im vergangenen Jahr erhöht. Die Zahl der Neuverträge ist jedoch um knapp sieben Prozent zurückgegangenen. Als möglichen Grund nannte der Verband, dass der Beruf etwa bei den Arbeitsämtern noch nicht bekannt genug sei und oft nicht wohnortnah angeboten werden könnte. "Um einen neuen Beruf zu etablieren, sind Zeit und Ausdauer nötig", betonte Feddern. Jetzt gelte es, dranzubleiben.
Noch immer wenig Frauen im E-Handwerk
Dies gilt auch für das Werben um Frauen in e-handwerklichen Berufen. Ihr Anteil hat sich seit 2015 von 716 auf 1426 Auszubildende 2024 fast verdoppelt. Allerdings liegt er immer noch erst bei 3,1 Prozent.
"Wenn wir bei der Berufswahl bei noch viel mehr Schulabgängerinnen in die engere Wahl kommen wollen, brauchen wir einen langen Atem, denn junge Frauen haben MINT-Beruf in der Berufsorientierung immer noch viel zu selten auf dem Schirm", sagte Feddern.