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Hardware-Nachrüstung Diese Diesel-Transporter können jetzt nachgerüstet werden

Seit Jahresbeginn stellt das Bundesverkehrsministerium Fördergelder zur Verfügung, mit denen Halter von Diesel-Transportern ihre gewerblich genutzten Fahrzeuge nachrüsten können. Was bislang fehlte, war ein zugelassenes Nachrüstsystem. Jetzt hat das Kraftfahrt-Bundesamt grünes Licht für die ersten Abgasfilter und Modelle gegeben.

Es war im Dezember 2018 als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mitteilte, die Hardware-Nachrüstung gewerblich genutzter Handwerker- und Lieferfahrzeuge mit insgesamt 333 Millionen fördern zu wollen. Einen Monat später nahm die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen die ersten Anträge entgegen. Eine geförderte Nachrüstung wurde seither jedoch an keinem einzigen Fahrzeug vorgenommen.

Der Grund: Bislang fehlte es an einer Allgemeinen Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für die Nachrüstsysteme. Diese müsse jedoch nachgewiesen werden, um sicherstellen zu können, dass die Einsparziele in Höhe von bis zu 85 Prozent auch im Realbetrieb erreicht werden, schreibt das Bundesverkehrsministerium (BMVI).

Zugelassene Abgasfilter für Sprinter, T5 und Crafter

Jetzt hat das KBA die ersten Genehmigungen für Abgasfiltersysteme erteilt, mit denen leichte Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2,8 Tonnen bis zu 3,5 Tonnen nachgerüstet werden können. Die Zulassungen betreffen aktuell lediglich Modelle von Daimler und Volkswagen, der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) rechnet jedoch damit, dass in den nächsten Wochen weitere folgen werden.

>>> Eine Übersicht aller Fahrzeugmodelle, für die bereits ein zugelassenes Nachrüst-Set zur Verfügung steht, bietet das KBA auf dieser Seite.

Bis zu 5.000 Euro Förderung für Hardware-Nachrüstung

Eine Hardware-Nachrüstung könnte für Halter von Diesel-Transportern ein Ausweg sein, Fahrverbote zu umgehen, ohne dabei auf Ausnahmegenehmigungen hoffen zu müssen. Die Kosten für ein Filtersystem liegen nach Schätzungen des BMVI bei leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen zwischen 4.000 bis 8.000 Euro, bei schweren zwischen 6.000 bis 12.000 Euro. Der Bund übernimmt bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 3.000 Euro bei leichten bzw. 4.000 Euro bei schweren Diesel-Fahrzeugen. Wer seinen Antrag noch vor dem 31. Mai 2019 gestellt hatte, konnte sich einen Förderbetrag von bis zu 3.800 Euro bzw. 5.000 Euro je Fahrzeug sichern.

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer kritisiert, dass die Höchstförderung abgesenkt wurde, ehe überhaupt erste Nachrüstsätze zugelassen waren. Er fordert deshalb eine Rücknahme der verringerten Höchstfördersätze. "Das würde eine freiwillige Nachrüstung mit Sicherheit attraktiver machen", sagt er. Darüber hinaus spricht sich Wollseifer dafür aus, das Programm auch für leichte Nutzfahrzeuge unter 2,8 Tonnen und schwere Lkws des Baugewerbes über 7,5 Tonnen zu öffnen. Der aktuelle Fördertopf sieht eine Förderung lediglich für gewerblich genutzte Fahrzeugen der Klassen M1, M2, N1 und N2 mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2,8 bis 7,5 Tonnen vor.

Filter auch für Diesel-Pkw

Genehmigungen des KBA für Nachrüstsets liegen inzwischen auch für mehrere Pkw-Modelle vor. Nach Volvo und Daimler können seit kurzem auch Euro-5-Diesel des Volkswagen-Konzerns nachgerüstet werden, darunter auch Modelle der Marken Audi, Skoda und Seat. Für BMW werden demnächst ebenfalls Genehmigungen erwartet. VW und Daimler hatten bereits zugesagt, Kunden in von Fahrverboten betroffenen Regionen bei der Hardware-Nachrüstung mit bis zu 3.000 Euro unterstützen zu wollen. Die Gesamtkosten für den Einbau werden auf 1.400 bis 5.000 Euro geschätzt.

Wollseifer gehen diese Zusagen nicht weit genug, er fordert stattdessen eine flächendeckende Förderung. "Auch die zahlreichen Handwerksbetriebe in ländlichen Räumen, die Pkw-Typen wie Kombis und Kleintransporter nutzen, sollten die Möglichkeit zur Nachrüstung erhalten, um weiter Aufträge in den von Fahrverboten betroffenen Großstädten erledigen zu können", sagt er. Kein Verständnis zeigt er für in- und ausländischen Hersteller, die bislang keine Unterstützungszusagen im Pkw-Bereich gegeben haben.

Diesel-Transporter nachrüsten: Wer kann eine Förderung beantragen?

Förderberechtigt sind:

  • Fahrzeughalter mit gewerblich genutzten Fahrzeugen der Klassen M1, M2, N1 und N2 mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2,8 bis 7,5 Tonnen,
  • die ihren Firmensitz in einer der von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte mit einem Stickstoffdioxid- Jahresmittelwert von mehr als 40 Mikrogramm / Kubikmeter betroffenen Stadt oder den angrenzenden Landkreisen haben
  • sowie die gewerblichen Fahrzeughalter, deren Firma nennenswerte Aufträge in der Stadt hat (25 Prozent oder mehr der Aufträge pro Jahr bzw. 25 Prozent oder mehr des Umsatzes).

Das Förderprogramm ist bis Ende des Jahres 2020 befristet.

Quelle: BMVI

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