Steuertipp Dienstwagen und Lohnsteuer: So wirken sich Zuzahlungen des Arbeitnehmers aus

Zuzahlungen zum Kaufpreis eines Dienstwagens durch den Arbeitnehmer mindern den zu versteuernden geldwerten Vorteil für die Nutzung des Dienstwagens für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit (im Fachjargon "erster Tätigkeitsstätte"). In der Praxis stellt sich jedoch die Frage, in welchen Jahren die Zuzahlung auf den geldwerten Vorteil anzurechnen ist. Die Antwort kommt aktuell vom Bundesfinanzhof.

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Vereinbaren Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dass sich die Einmalzahlung auf eine begrenzte Dauer der Nutzungsüberlassung des Dienstwagens bezieht, muss das Finanzamt die Zuzahlungen auf diese Dauer verteilen. Haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber keine Dauer der Nutzungsüberlassung festgelegt, darf das Finanzamt die Zuzahlungen ab dem ersten Jahr auf den geldwerten Vorteil anrechnen, bis die Zuzahlung verbraucht ist (BFH, Urteil v. 16.12.2020, Az. VI R 19/18). Ein Unterschied mit erheblicher Auswirkung.

Dienstwagen und Lohnsteuer: Beispiel bei Vereinbarung eines Nutzungszeitraums

Beispiel: Ein Arbeitgeber überlässt einem Minijobber mit einem Monatsgehalt von 75 Euro einen Dienstwagen für 96 Monate. Der Minijobber zahlt 20.000 Euro zu den Anschaffungskosten dazu und darf den Pkw fortan auch privat nutzen. Der geldwerte Vorteil für den Pkw beträgt pro Jahr 6.876 Euro.

Folge: Das Finanzamt zieht nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 16.12.2020 vom geldwerten Vorteil von 6.876 Euro in den nächsten 8 Jahren jeweils 2.500 Euro ab (Zuzahlung zum Kaufpreis 20.000 Euro : 96 Monate x 12 Monate). Das Jahresgehalt des Arbeitnehmers beträgt dadurch 5.276 Euro (Minijobgehalt 900 Euro plus geldwerter Vorteil für Dienstwagen 6.876 Euro abzüglich Zuzahlungen 2.500 Euro). Das macht ein Monatsgehalt von 440 Euro aus (5.276 Euro : 12 Monate). Es greifen also die Vorteile eines Minijob-Verhältnisses, weil das Monatsgehalt nicht über 450 Euro liegt.

Steuertipp: Nach den bisherigen Rechenregeln des Finanzamts wäre der Arbeitnehmer nur für die ersten drei Jahre als Minijobber einzustufen und danach nicht mehr. dhz