Steuer aktuell Dienstwagen: Besteuerung bei zeitanteiliger Nutzung

Darf ein Arbeitnehmer einen betrieblichen Dienstwagen auch privat oder für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit verwenden, muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Arbeitnehmer den Dienstwagen an einzelnen Tagen im Monat nicht nutzen konnte.

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Darf ein Arbeitnehmer einen Dienstwagen nutzen und dieser Pkw wird erst im Laufe eines Monats zur Verfügung gestellt, muss der Arbeitnehmer trotzdem den vollen geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung für die Privatnutzung versteuern. Dasselbe gilt, wenn ein Arbeitnehmer mit Dienstwagen während des Monats in Rente geht oder sein Arbeitsverhältnis wegen Kündigung beendet wird (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 24.2.2015, Az. 6 K 2540/14).

Beispiel: Arbeitnehmer Frank Huber bekommt von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis von 30.000 Euro am 15.5.2015 zur Verfügung gestellt. Arbeitnehmerin Sabine Maier wird zum 12.6.2015 gekündigt. Bis zu diesem Tag nutzte sie einen Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis von 25.000 Euro.

  Frank Huber Sabine Maier
Geldwerter Vorteil für Privatnutzung Mai: 300 Euro (30.000 Euro x 1 Prozent) Juni: 250 Euro (25.000 Euro x 1 Prozent)

Fazit: Eine zeitanteilige Nichtnutzung des Dienstwagens führt nicht zur Kürzung des geldwerten Vorteils nach der 1%-Regelung.

Nüchterne Anmerkung der Richter des Finanzgerichts Baden-Württemberg: Nachteile kann ein Arbeitnehmer bei zeitanteiliger Nutzung seines Dienstwagens währen des Kalenderjahres nur vermeiden, wenn er von Anfang an ein Fahrtenbuch führt.

Tipp: Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen das Finanzamt es akzeptieren muss, dass kein geldwerter Vorteil versteuert wird. Das ist immer dann der Fall, wenn der Pkw nachweislich einen ganzen Kalendermonat nicht genutzt wird. Das ist folgenden Situationen denkbar:

  • Ein Arbeitnehmer war einen ganzen Kalendermonat im Urlaub und der Pkw samt Schlüssel wurde in dieser Zeit in der Arbeit gelassen.
  • Der Arbeitnehmer war einen Kalendermonat krankgeschrieben. Der Pkw befand sich in dieser Zeit im Betrieb.
  • Ein Arbeitnehmer wurde mehr als einen Kalendermonat an eine andere Niederlassung abgeordnet und musste in dieser Zeit auf seinen Dienstwagen verzichten.
Der Dienstwagen wurde nach einem Unfall repariert und die Reparatur dauerte länger als einen Kalendermonat.

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