Weihnachtsfeier-Knigge Alkohol und Tanzeinlagen: 10 peinliche Weihnachtsfeier-Pannen

Ein aufdringlicher Kollege, eine tratschende Kollegin und ein Programm, das einschläfert: Weihnachtsfeiern bergen so manches Fettnäpfchen. Doch keine Sorge – mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Knigge-Tipps wird die Feier zum Erfolg.

Tanzender Flamingo
Eine betriebliche Weihnachtsfeier soll zwar gemütlich und zwanglos sein. Auf der Tanzfläche muss man sich aber nicht unbedingt in einen ausgelassenen Flummi verwandeln. - © Johnathan - stock.adobe.com

Die betriebliche Weihnachtsfeier ist eine Wundertüte: Wenn unterschiedliche Altersgruppen und Interessen aufeinandertreffen, kann das super sein, aber auch sehr schiefgehen. Manchmal stimmen auch einfach die Rahmenbedingungen nicht: Der Ort ist blöd, die Feier öde und das Essensangebot mau. Dann wird die Feier zur Enttäuschung.

Aber auch die Mitarbeiter sollten einige Fettnäpfchen umgehen. Mit dem Chef knutschen oder zu viel Glühwein trinken, kann schnell nach hinten losgehen: Auf einer Firmen-Weihnachtsfeier hat man sich schnell blamiert.

Das sollten Chefs und Mitarbeiter beachten, damit die betriebliche Weihnachtsfeier ein Erfolg wird:

Fauxpas 1: Der John-Travolta-Hüftschwung

Bei den meisten Weihnachtsfeiern beginnt nach dem Essen der ausgelassene Partyspaß auf der Tanzfläche. Dabei gilt es jedoch Maß zu halten, wenn man in den Tagen danach nicht das Lästerthema Nummer eins sein möchte. Den Michael-Jackson-Moonwalk oder den John-Travolta-Hüftschwung sollte man sich lieber für einen privateren Rahmen aufsparen – auf Betriebsfesten kommen die Tanzeinlagen meistens nicht so gut an.

Für peinliche Einlagen muss man sich aber nicht vor der kompletten Belegschaft entschuldigen, sagt Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat. Es sei denn, man hat nicht nur sich selbst, sondern auch jemand anderen damit blamiert – "zum Beispiel, wenn man Kollegen und Kolleginnen angetanzt hat", sagt die Benimm-Expertin. Dass man mit seiner Tanzeinlage zum Tuschel-Thema wird, muss man wohl oder übel aushalten. Dabei gilt: cool bleiben – und mit Humor reagieren.

Fauxpas 2: Eine Schnarch-Party veranstalten

Wer verhindern möchte, dass die Weihnachtsfeier als öde in Erinnerung bleibt, sollte sich ein Rahmenprogramm einfallen lassen. Dazu zählen zum Beispiel eine mitreißende Weihnachtsrede, musikalische Begleitung oder gemeinsame Spiele.

Auch der Ort sollte nicht für Langeweile sorgen. Büro oder Kantine haben oft einen überschaubaren Charme. "Die Mehrheit wünscht sich eine Location außerhalb des Betriebsgeländes", sagt Arbeitspsychologe Hannes Zacher. Zu weit weg sollte die aber auch nicht sein. Und gut erreichbar. "Ein Gasthof im Nirgendwo kommt auch nicht gut an", so Zacher.

Fauxpas 3: Aus dem Privatleben erzählen

Mitunter verbringt man mit den Arbeitskollegen mehr Zeit als mit der Familie. Es ist daher völlig in Ordnung, auch etwas Privates zu erzählen. Doch zu sehr ins Detail sollte man dabei nicht gehen: Wenn man auf der Weihnachtsfeier von seinem hartnäckigen Fußpilz oder der schrecklichen Schwiegermutter berichtet, ist das für den Gesprächspartner wahrscheinlich eher unangenehm.

Wenn es passiert ist, sollte man den Schaden minimieren, indem man den betreffenden Kollegen am nächsten Tag zur Seite nimmt und an seine Verschwiegenheit appelliert. Sätze wie "Das hätte ich nicht jedem anvertraut" geben dem Kollegen das Gefühl, besonders geschätzt werden – und erhöhen die Chancen, dass er das Gespräch für sich behält und nicht innerhalb weniger Tage die ganze Firma davon weiß.

Fauxpas 4: Mit dem Chef knutschen

Der Klassiker unter den Weihnachtsfeier-Fettnäpfchen ist die Knutscherei unter Kollegen. Richtig peinlich wird es, wenn der Knutschpartner auch noch der Vorgesetzte war – dann kann vor allem der Tag nach der Weihnachtsfeier so richtig peinlich werden. Hier sollte man am nächsten Morgen erstmal so tun, als sei nichts gewesen, damit keiner sein Gesicht verliert, rät Imme Vogelsang, Imagetrainerin bei Etikette Trainer International. "Es ist besser, erstmal abzuwarten, wie sich der Chef oder die Chefin verhält."

Gegenüber den lästernden Kollegen, die natürlich alles genau beobachtet haben, sollte man betonen, dass das Ganze wohl eher ein alkoholbedingter Aussetzer war und auch weiterhin professionell gearbeitet werde – vor allem, um dem Verdacht vorzubeugen, man sei nun gegenüber den anderen besser gestellt.

Fauxpas 5: Über die Arbeit lästern

Alkohol lockert nicht nur die Stimmung, sondern auch die Zunge. Und in geselliger Runde lästert man dann über den grummeligen Hausmeister, die geizige Chefin oder die viel zu frühe Beförderung eines Kollegen. Das sollte man tunlichst vermeiden, denn auf einem Betriebsfest sind meist sämtliche Mitarbeiter anwesend – und sie könnten plötzlich hinter einem stehen, während man über sie lästert. Ein schneller Themenwechsel hilft in einem solchen Fall auch nicht wirklich weiter, sagt Imagetrainerin Vogelsang. Hier hilft nur eine Entschuldigung im Vieraugengespräch. "Und das nicht erst am nächsten Tag", empfiehlt Vogelsang. Nur so könne man die Sache schnell aus der Welt schaffen.

Fauxpas 6: Krawattenzwang

Wer eine gemütliche und entspannte Stimmung verbreiten möchte, sollte auf der Feier auf formelle Kleidung verzichten. Weder Krawatte noch Tischordnung. Ein zu steifer Rahmen sorgt für Unbehagen. Mitarbeiter sollen und wollen sich wohlfühlen.

Fauxpas 7: Den Kollegen die Meinung geigen

Die zickige Chefsekretärin behandelt alle von oben herab, der oberschlaue Abteilungsleiter spricht mit seinen Mitarbeitern wie mit kleinen Kindern: Im Job läuft nicht immer alles rund und man darf den Kollegen durchaus auch mal die Grenzen aufzeigen – zumal es guttun kann, seinem Ärger auch mal Luft zu machen.

Die Weihnachtsfeier ist allerdings nicht der richtige Ort dafür. Denn der reichlich fließende Alkohol kann schon mal dafür sorgen, dass die Situation eskaliert und in einen handfesten Streit mündet. Und wer den ungeliebten Kollegen dann vor allen anderen lauthals anbrüllt und ihm Beleidigungen an den Kopf wirft, stört den Betriebsfrieden, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. "Das könnte auch abmahnungsrelevant sein."

Fauxpas 8: Einen über den Durst trinken

Eine Konstante auf Betriebsweihnachtsfeiern ist der Alkohol: Ein Glas Sekt zum Empfang, einer zum Essen, Glühwein danach, wenn der gemütliche Teil des Abends beginnt – das gehört auf den meisten Weihnachtspartys schon zum Pflichtprogramm. Dabei sollte man aber seine eigenen Grenzen kennen – denn sonst sind alkoholbedingte Aussetzer vorprogrammiert: Die Körpersprache verändert sich, oft nicht gerade zum Vorteil, und die Zunge wird auch schwer. In solchen Fällen sollte man nicht darauf hoffen, dass ein anderer Kollege noch mehr getrunken hat – sondern schnellstmöglich den Heimweg antreten.

So bewahrt man sich vor einem vielleicht noch viel peinlicheren Auftritt. Wenn es dafür schon zu spät ist und man nicht mehr Gesprächspartner, sondern Gesprächsthema geworden ist, sollte man am nächsten Tag den Kollegen klarmachen, dass es ein Ausrutscher war. Sonst bleibt man bei ihnen als Suffkopf in Erinnerung – und das muss ja nicht sein.

Fauxpas 9: Ein Besäufnis begünstigen

Alkohol ja, aber nur in Maßen. Aber wie setzt man hierfür den richtigen Rahmen? "Eine Begrenzung ist sinnvoll", sagt Zacher. "Denkbar ist ein Gutscheinsystem mit einer gewissen Anzahl von Freigetränken", so Zacher. Oder es wird nur Bier und Wein ausgeschenkt. Ein offizielles Ende ist ebenfalls eine elegante Lösung: So kann noch weitergezogen werden, der betriebliche Teil der Feier ist aber beendet.

Tipp: Alkohol soll sein, fand die Mehrheit der Befragten einer Studie von Arbeitspsychologe Zacher. Nicht-alkoholische Alternativen sind aber genauso wichtig. So kann jeder wählen, wonach ihm ist.

Fauxpas 10: Zur Duz-Maschine werden

Herr Müller aus der Buchhaltung, Frau Krause aus dem Sekretariat: Eigentlich sind Weihnachtsfeiern eine gute Gelegenheit, jene Kollegen näher kennenzulernen, mit denen man sonst nicht viel zu tun hat. Auch ein lockeres Gespräch mit dem Chef ist meistens drin. In gemütlicher Atmosphäre lässt es sich schließlich gut plaudern.

Doch wer sich zu sicher fühlt und Kollegen das "Du" aufzwingt, macht sich in Firmen, in denen üblicherweise gesiezt wird, keine Freunde. Richtig peinlich wird es, wenn so ein Lapsus bei Vorgesetzten passiert. "Dann hilft nur noch, den Ausrutscher zu kaschieren und ganz schnell wieder auf das ‚Sie’ überzugehen", sagt Knigge-Expertin Jarosch. Denn auch auf Weihnachtsfeiern gilt: Der Chef bietet dem Mitarbeiter das "Du" an – nicht umgekehrt.

Mit Inhalten aus dpa