Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat ihren Konjunkturbericht für das 4. Quartal 2011 vorgestellt. Demnach konnte sich die deutsche Wirtschaft von der allgemein negativen Entwicklung in Europa loslösen und wird sich auch in den kommenden Monaten robust präsentieren.
Während die aus der Staatsschuldenkrise resultierende Unsicherheit sowie die nachlassende Nachfrage aus anderen Regionen der Welt die konjunkturelle Dynamik in Europa bremst, konnten sich deutsche Unternehmen von dieser negativen Entwicklung weitgehend abkoppeln. Das ist das zentrale Ergebnis des Wirtschaftsindikators der Creditreform für das 4. Quartal 2011. Demnach blieb die Konjunktur hierzulande von Oktober bis Dezember 2011 stabil und der Wirtschafsindikator sank nur leicht auf +11,8 Punkte (Vorquartal: +12,0 Punkte). Der Creditreform Geschäftsklimaindex hat sich im vierten Quartal 2011 um 0,8 Zähler auf +33,9 Punkte verbessert.
Indes prognostiziert die Creditreform, dass die Wirtschaft im Euro-Raum zunehmend unter den von der Staatsschuldenkrise au sgehenden Irritationen leiden und in den kommenden Monaten in eine Rezession abgleiten wird. Trotz der starken Exportanhängigkeit der heimischen Wirtschaft, bestehe in Deutschland weitaus weniger Grund zur Sorge als in den europäischen Nachbarstaaten.
Es wird mehr investiert
Die Wirtschafsauskunftei prognostiziert zwar einen Rückgang des nationalen Wachstumstempos, mit einer anhaltenden Schwächephase sei jedoch nicht zu rechnen. Die Creditreform verweist auf positive Signale wie die weiterhin aufwärt sgerichteten Beschäftigungs- und Investitionsplanungen der Unternehmen. Der Anteil der Unternehmen, die ein Investitionsvorhaben planen, liegt mit 51,6 Prozent über dem langjährigen Mittelwert. Der Indikator der Geschäftserwartungen notiert mit +24,4 Punkten nicht sehr viel schlechter als im Vorjahr und zeigt weiter mehrheitlich optimistische Unternehmen.
Die Creditreform kommt zu dem Ergebnis, das die positive konjunkturelle Dynamik der vergangenen beiden Jahre die Unternehmen gestärkt hat. Weiter verringert hat sich dementsprechend das Insolvenzrisiko, das mittels des Creditreform Risikoindikators (CRI) gemessen wird. Derzeit kommen auf 10.000 wirtschaftsaktive Unternehmen 215 Firmen, die zumindest ein Negativmerkmal aufweisen, etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag (Vorquartal: 217). Der mittlere Bonitätsindex verharrte bei 263 Punkten.
Das Zahlungsverhalten der Unternehmen hat sich in den letzten Monaten jedoch verschlechtert. Der durchschnittliche Zahlungsverzug erhöhte sich auf 13,24 Tage (Vorquartal: 13,04 Tage). Die gewichtete Überfälligkeit hat sich damit schon zwei Quartale in Folge erhöht, so dass verstärkte Wachsamkeit geboten ist. sg