Globaler Wettbewerbsindex Deutschland überholt die USA

Das Weltwirtschaftsforum (WFE) bewertet jährlich die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Staaten weltweit. In dem neu vorgestellten Länder-Ranking hat Deutschland die USA verdrängt und steht trotz Euro-Krise im internationalen Vergleich nun auf dem 6. Platz. Griechenland rutscht hinter die Entwicklungsländer Botswana und Kambodscha.

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Einmal im Jahr veröffentlichen die Forscher des WEF ihre Analyse der Wachstumsmöglichkeiten von 144 Volkswirtschaften. Aus insgesamt 12 Indikatoren bilden die Wissenschaftler aus Genf einen Index. Von maximal sieben Punkten erreichte Deutschland in diesem Jahr 5,48. An der Spitze stehen die Eidgenossen aus der Schweiz, gefolgt von Finnland und Singapur auf den Plätzen 2 und 3.

Deutschlands Stärken und Schwächen

Die Bundesrepublik kann, nach Meinung der Forscher, vor allem bei den Faktoren Infrastruktur und Innovationskraft punkten. "Die deutschen Unternehmen sind sehr innovativ und in der Lage, alle Stufen der Wertschöpfung zu leisten – von der Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb“, sagt Margareta Drzeniek vom WEF. Auch die Ausbildung in Deutschland wird lobend hervorgehoben. "Besonders die praktische Aus- und Weiterbildung in den Betrieben ist sehr gut“, so die Expertin aus Genf weiter.

Schlechte Noten bekommen die Deutschen hingegen für ihre starre Lohnpolitik. Hier landet die BRD auf Platz 139, also tief im Tabellenkeller. Drzeniek kritisiert, dass die Einstellungen für die Unternehmen sehr teuer sind und es auch in konjunkturschwachen Zeiten schwierig sei, Stellen abzubauen. Ebenso gelte das Steuersystem als "zu kompliziert“.

USA nur noch 7., Griechenland fällt ab

Den Forschungsergebnissen zur Folge, sind die Gründe für das schlechte Abschneiden der Vereinigten Staaten „insbesondere das geringe Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politiker und der scheinbare Mangel an staatlicher Effizienz“. Besonders schwer ins Gewicht der Beurteilung falle zudem die horrende Staatsverschuldung der USA, die sich derzeit auf 16 Billionen Dollar (12,7 Billionen Euro) beläuft.

Griechenland ist unter allen Ländern in der Eurozone am schlechtesten bewertet worden. Belegte das Land im Jahr 2007/2008 noch Platz 65, verlor es allein im vergangenen Jahr 2011 6 Plätze, wonach es nun hinter den Entwicklungsländern Botswana (79) und Kambodscha (85) einen enttäuschenden Platz 96 im Ranking einnimmt. dapd/reuters/fl