Wirtschaftsentwicklung "Deutschland schrammt an einer Rezession vorbei"

Das Steueraufkommen ist besser als erwartet, der Bund macht dieses Jahr weniger Schulden als angekündigt. Während der Euro weiter in der Krise ist, sind die Nachrichten zum Wochenstart auch für die weitere Wirtschaftsentwicklung gut. Ökonomen sehen für Deutschland keine Rezessionsgefahr.

Der Euro schwächelt immer noch. Spanien muss unter den Rettungsschirm. Doch die deutsche Wirtschaft hält sich weiterhin wacker. Die Steuereinnahmen sind unerwartet hoch. Deswegen wird die Bundesregierung diese Woche einen Nachtragshaushalt mit einer geringeren Neuverschuldung als geplant, verabschieden. Fast vier Milliarden Euro weniger Schulden muss der Bund dieses Jahr aufnehmen. Damit liegt die Neuverschuldung bei rund 31 Milliarden Euro, berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

Wachstum erwartet

Der Nachtragshaushalt war nötig geworden, weil Deutschland 2012 noch 8,7 Milliarden Euro in den dauerhaften Euro-Rettungsschirm einzahlen muss. Die Eurokrise und weltweit schlechtere Konjunkturaussichten wird auch die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf belasten. "Spätestens seit Mitte letzten Jahres hat die Staatsschuldenkrise eine so bedrohliche Qualität angenommen, dass sie sich wie Mehltau auf die Konjunktur legt", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Eine Rezension wird von Experten hierzulande jedoch nicht erwartet. Neun von elf befragten Ökonomen sagten gegenüber der Zeitung "Die Welt", dass sie von einem weiteren Wachsen der Wirtschaft ausgehen. "Die deutsche Volkswirtschaft schrammt leicht an einer Rezession vorbei", sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater. Commerzbank-Ökonom Krämer rechnet mit einem Wachstum von einem halben Prozent. dhz/dapd